mz_logo

Sport
Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Regensburg Marathon

Sieger: Perfektes Wetter, großer Luxus

Felix Mayerhöfer schafft mit dem Sieg, was er schon lange wollte. Eva-Maria Schmitt profitiert von „optimaler Begleitung“.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Das perfekte Rennen: Felix Mayerhöfer aus Daßwang hat den 26. Regensburg-Marathon gewonnen. Foto: Brüssel

Regensburg.Es wurde Zeit für Felix Mayerhöfer. „Zweimal Zweiter, einmal Dritter. Das war mal fällig und gfreit mi narrisch“, kommentierte der Läufer seinen Sieg. Nach 2:31:36 Stunden war er als Sieger des 26. Regensburg Marathons mit fast zehn Minuten Vorsprung im und am Ziel. Und auch Frauensiegerin Eva-Maria Schmitt war glücklich: Mit ihrem Vereinskollegen Markus Veth als „optimaler Begleitung“ an der Seite, der schon 2:53 Stunden lief und wegen Verletzungsproblemen langsamer machte, lief es auch bei ihr rund. „Das war schon maximaler Luxus“, strahlte Schmitt nach ihrem dritten Marathon, den sie nach 3:12:03 auch noch ein Stück schneller als angepeilt absolvierte. „Wir hatten auf eine 3:15 hintrainiert.“

Natürlich schwitzten auch die Sieger bei den sommerlichen Temperaturen. „Mögen tue ich es nicht, aber es hat mir in die Karten gespielt“, sagte Schmitt, die über vier Minuten vor ihrer Verfolgerin Christian Göpfert aus Frankfurt lag. Felix Mayerhöfer fand dagegen, es sei „perfektes Wetter“. Zuletzt in St. Pölten hatten ihn Kälte und Regen genervt, hier lief alles „vom ersten Kilometer weg bestens. Ich hatte nie das Gefühl, ich könnte einbrechen und habe meine 3:40 Minuten für den Kilometer wunderbar halten können.“

Laufen im Anzug? „Unmöglich“

Mayerhöfer ist ein Vielläufer. „Viel zu viel“ laufe er, sagte er schweißüberströmt, „aber so ist das eben, wenn man süchtig danach ist. Und nächste Woche sind es ja nur zehn Kilometer beim Tiergarten-Lauf in Nürnberg.“ Nur eines hätte der Mann aus Daßwang, der auch seinen Luxus hatte („In 20 Minuten bin ich daheim“) nicht vertragen – wie in Hamburg im Anzug laufen, wo der Realschullehrer in 2:42:59 einen verrückten Weltrekord für diese Art von Lauf aufgestellt hatte. „Hier einen Anzug zu tragen, wäre unmöglich gewesen.“ Schon so wunderte sich die Konkurrenz und empfand die Temperaturen deutlich grenzwertiger. „Es war definitiv zu warm“, sagte Marco Bscheidl von der LG Passau, der 9:43 Minuten hinter Mayerhöfer als Zweiter ins Ziel kam.

Eva-Maria Schmitt mit Markus Veth, ihrem Klubkameraden und Unterstützer auf der Strecke Foto: Brüssel

„Nachdem ich heuer schon viele Rennen hatte, hatte ich zuletzt wenig lange Läufe trainiert. Ich wusste nicht mal, ob ich durchhalte“, meinte der 36-Jährige, der tags zuvor auch noch auf einer Hochzeit und zuvor in Regensburg noch nie Marathon gelaufen war. Bei Kilometer 34, 35 kam prompt der berühmte Mann mit dem Hammer, „aber solange die Platzierung gepasst hat, stimmte die Motivation“. Jetzt ist erstmal Pause. „Zwei Monate Urlaub, Kopf freikriegen“, sagt Bscheidl, „und wandern gehen“. Danach wird‘s wohl schneller. „Eventuell ist die deutsche Meisterschaft in Frankfurt ein Thema.“

Eine schnelle Frau aus Ecuador

Ein wenig internationaler – und flotter – ging es auf der halben Strecke zu. Die 31-jährige Ecuadorianerin Angela Brito, die zuletzt in Hamburg einen 2:42er-Marathon gelaufen war, lag nach 1:20:13 Minuten dreieinhalb Minuten vor der Regensburgerin Maria Kerres vom SWC 46. „Ich bin glücklich mit meiner Zeit. Für mich war das sehr schön hier.“

Fast 3000 der ursprünglich 4800 Meldungen hatten die 21,1 Kilometer im Visier – und darunter waren alte Bekannte. Mit Getaschew Endisu hatte der Sieger von 2015 in 1:08:43 141 Sekunden auf Seed-Egasso Wondemagen, der vor einem Jahr noch schneller gewesen war und gewonnen hatte. „Die zwei waren vom Start weg eine eigene Welt“, beurteilte Alexander Rosner, der mit deutlichem Abstand (1:15:56) das Treppchen komplett machte, die Äthiopier, die für Fürth und Neunburg antraten. „Das hätte ich nicht gedacht, auch wenn ich mit der Zeit gerechnet habe“, sagte der 28-Jährige, der in Regensburg lebt und arbeitet, aber aus Schnaittenbach stammt.

Die Siegermischung fand Sylvia Gingele, die Vorsitzende des LLC Marathon, „sehr, sehr schön, weil es heuer ganz bunt gemischt war, die Sieger aus unterschiedlichen Städten kamen und nicht ein Team im Vordergrund stand“. Aus 32 Nationen begrüßten Gingele und Co. die Starter. „Wobei die allerallermeisten natürlich aus dem bayerischen Raum und vor allem Regensburg kommen“, sagt Gingele. „Man kennt sich.“ Und trifft sich jedes Jahr aufs Neue. Am Ende überquerten 4150 Starter die Ziellinie: Die Hitze hatte für ein wenig mehr als die üblichen zehn Prozent Ausfallquote gesorgt und den einen oder anderen bewogen, die Streckenlänge zu verkürzen. Aber es empfand ja nicht jeder gleich anstrengend.

Das Marathon-Wochenende zum Nachlesen im NewsBlog:

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht