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Triathlon

Sonja Tajsichs Comeback voller Emotionen

Test bestanden: Nach Platz zwei beim Ironman in Brasilien nimmt die 41-Jährige Hawaii wohl ein siebtes Mal in Angriff.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Sonja Tajsich (r.) gab in Brasilien alles. Foto: Tajsich (Facebook)

Regensburg.Es war ein Test, ob das alte Gefühl ein Comeback auch im Wettkampf feiern kann – und der Test ist gelungen. „Das Gefühl war da, und zwar bei jeder Disziplin und trotz Regen“, sagte Sonja Tajsich nach ihrem zweiten Platz beim Ironman im brasilianischen Florianopolis. Die 41-Jährige hatte sich wie in früheren Tagen mit einem starken Marathon von 3:02:41 Stunden von Platz acht nach 3,8 Kilometern Schwimmen (55:42) und 180 Kilometern Radfahren (4:53:48) noch nach vorne gekämpft.

Nach 8:57:36 Stunden lag im Ziel nur die Britin Susie Cheetham bei der Südamerika-Meisterschaft 5:36 Minuten vor ihr und Tajsich blieb nach Klagenfurt 2009 und Roth 2012 erst ein drittes Mal unter der Neun-Stunden-Schallmauer. Jetzt gilt es für die Triathletin aus Eilsbrunn im Landkreis Regensburg schnellstens neue Startpläne zu schmieden. „Irgendwo muss ich jetzt noch die fehlenden rund 900 Punkte herbeikommen“, sagt Sonja Tajsich mit Blick auf eine jetzt erneut mögliche siebte WM-Teilnahme am 14. Oktober auf Hawaii.

Mehr über Sonja Tajsichs Comeback-Pläne lesen Sie hier.

Hinterher staunte Sonja Tajsich ein bisschen über sich selbst. „Toll, dass ich mich so zeigen konnte. Ich bin sehr zufrieden. Für den ersten Platz hätte in diesem gut besetzten Feld schon ganz viel passen müssen.“ Ihre Rückkehr nur elf Monate nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Julia kommt für Tajsich selbst überraschend und hatte sich nach immer besser werdenden Trainingswerten ergeben. „Für mich war das im Ziel megaemotional“, sagt die Mama, der ihr Mann Tom das Töchterchen schon wenige Sekunden nach der Ankunft in den Arm drückte. „Ich musste weinen.“

Schon nach dem Schwimmen war Sonja Tajsich „ganz stolz“ gewesen, weil sie sich trotz Problemen („Es war nicht einfach mit den Wellen“) wie gewünscht in der Gruppe um die am Ende sechstplatzierte Mareen Hufe behauptet hatte. „Beim Radfahren hat es brutal geschüttet“, berichtet Tajsich wenige Stunden nach dem Wettkampf. „Aber es hatte 18, 19 Grad und ich habe nicht gefroren. Dass beim Radeln noch Luft ist, weiß ich. Aber da kann ich bis Hawaii ja noch trainieren.“

Der Knackpunkt aber war: „Ich hatte gute Beine nach dem Radfahren.“ Auch wenn bei Kilometer 20 im Marathon „ein Einbruch kam. Als die führende Haley Chura geplatzt ist, habe ich gemerkt, ich kann vielleicht sogar Zweite werden und habe die Beine in die Hand genommen.“

Vor soviel Kampfgeist zog auch die männliche Konkurrenz den Hut. Der Rostocker Andreas Raelert, dessen Ambitionen sich in 9:02:20 Stunden alles andere als erfüllt hatten, blieb sogar stehen und würdigte Tajsichs Leistung kurz vor dem Ziel. „Ein schönes Gefühl und eine tolle Geste“, sagt Tajsich, die am Mittwochabend zurück in Deutschland ist und sich freute. „In den sozialen Medien haben diesmal so viele Leute mitgefiebert wie noch nie.“

Zusammen mit ihrem Ehemann Thomas organisiert Sonja Tajsich zum zweiten Mal die Challenge Regensburg, die am 13. August stattfindet.

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