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Sport
Sonntag, 21. Januar 2018 5

Bambiniturnier

Umjubelte Schweizer Sieger

Der SC Langenthal macht im Finale aus einem 1:2 gegen Helsinki Red noch ein 5:2. Die Finnen vergossen schon zuvor Tränen.
Von Dieter Krelle

Später Ausgleich in der Zwischenrunde, Spiel gedreht im Finale: Der SC Langenthal erwies sich beim Bambiniturnier als Finnen-Schreck. Foto: Brüssel

Regensburg.Wer hat’s gewonnen? Die Schweizer haben’s gewonnen. Die Finalrunde des 45. internationalen Eishockey-Bambini-Turniers des EV Regensburg um den Wanderpokal der Stadt Regensburg hatte mit vier Mannschaften auf Augenhöhe einen hohen sportlichen Wert. Für die beiden österreichischen Starter Team Oberösterreich (5.) und EK Zell am See (6.) brachte es immerhin die Genugtuung, den Veranstalter auf den letzten Platz verdrängt zu haben.

Absoluter Höhepunkt aber war das Finale zwischen IHFK Helsinki Red und dem SC Langenthal, das die Schweizer nach 1:2-Rückstand in den letzten neun Minuten noch zum stürmisch gefeierten 5:2-Erfolg drehten, wobei Klasse-Torwart David Schaab und die höchst spielintelligente Alina Marti die Vorarbeit zum Unterzahltreffer des dreifachen Torschützen Daniel Muff leisteten. Der Trostplatz drei blieb den Silver Sharks Moskau nach einem 1:0 gegen HIFK Helsinki Red.

Zweiter Turniersieg nach 2000

0:1, 2:1, 2:5! Der SC Langenthal wurde auch im Finale seinem im Lauf des Turniers imponierend erspielten und erkämpften Ruf gerecht. Dem Spielwitz der als geschlossenes Team auftretenden Eidgenossen hatte selbst der HIFK Helsinki Red auf Dauer nichts Entsprechendes dagegenzusetzen. Stürmisch gefeiert von der großen Reisegruppe gelang dem Dauer-Teilnehmer im 28. Anlauf der zweite Turniererfolg nach dem Jahr 2000.

Das Spiel hatte alles, was diese U-14-Demonstration zu bieten versprach: Tempo, hoher Einsatz, schmerzhafte Hits und jede Menge Tore. Und dazu ein Coach Olivier Horak, der seine Buben bei 1:2-Rückstand mit einer Auszeit zur rechten Zeit (31. Minute) zurück in die Erfolgsspur brachte, auf der sich der SCL seit der 1:6-Auftaktniederlage gegen Moskau bewegte. Die Begeisterung für Nachwuchsspielte lebte: Eishockey-Herz, was willst du mehr.

Das Spiel um Platz drei entschied der erste Fehler. Und den machte Helsinki White in der 23. Minute. Nutznießer der alleine vor Petteri Rimpinen auftauchende Silver Shark Stepan Kolonin, der unhaltbar zum 1:0 vollstreckte. Den anfangs noch frischer wirkenden Finnen war damit der Zahn gezogen. Die von ihren Fans gefeierten Moskauer hatten damit den Trostpreis gewonnen.

Bis 2,3 Sekunden vor der Schlusssirene schien in der hochdramatischen Zwischenrunde alles für ein rein finnisches Endspiel um den Wanderpokal der Stadt Regensburg angerichtet zu sein. Doch dieses verhinderte Daniel Muff, der mit dem späten 2:2-Ausgleich den von seinem enthusiastischen Anhang angefeuerten SC Langenthal ins Penaltyschießen rettete. 75 Sekunden vor Schluss hatten die Eidgenossen alles riskiert und ihren Goalie vom Eis genommen. Dass Kapitän Nando Kasper der Siegtreffer für die Eidgenossen gelang, stürzte den kleinen Anhang des HIFK Helsinki White ins Tal der Tränen. Zu sehr hatten sich die Finnen nach Treffern von Max Lappalainen (2.) und Wiggo Lindell (10.) bei einem Gegentor von Timo Hebeisen (7.) auf das Finale gefreut.

Den Silver Sharks aus Moskau blieb nur Platz drei als Trostpflaster. Foto: Brüssel

Noch bitterer traf es die nach der Vorrunde noch ungeschlagenen Silver Sharks aus Moskau, die nach einem 1:1-Zwischenstand gegen den IHFK Red ebenfalls ins Penaltyschießen mussten und dort der Riesenbaby-Wucht des Skorer-Königs Tommi Vesterinen unterlagen, der in einem begeisternden Match schon für die von Nikolay Bykanov (21.) ausgeglichene Führung gesorgt hatte. Die Hundertschaften russischer Anhänger waren um ihr Feiertagsvergnügen gebracht, sorgten aber auch im Spiel um Platz drei unverdrossen für tolle Stimmung.

Davor hatte am Samstag die ohne den Deggendorfer Bayernliga-Block und die 2005-er Jahrgänge angetretene Jüngsten-Auswahl des EVR das letzte Spiel des Dreier-Platzierungsturniers gegen den EK Zell am See mit 0:9 verloren und damit wie schon im letzten Jahr den letzten Platz belegt. Da stellt sich die sportliche Sinnfrage für das von der ersten Minute profihaft, mit hohem Engagement des Organisations-Teams, der Verpflegungs-Manager und der Betreuer ausgerichtete Turnier als Aushängeschild der EVR-Nachwuchs-Arbeit. Das sportliche Abschneiden des ehemaligen Nachwuchs-Nationaltrainers Jim Setters reichlich und einige Ärgernisse rund um das Team dürften Themen für die Abschluss-Besprechung bieten.

Polit-Prominenz lobt

OK-Chef Dr. Rudolf Ebneth moderierte die kurze, stimmungsvolle Abschlussfeier, in der die Schirmherrin Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer den Wanderpokal der Stadt Regensburg in Anwesenheit von lokaler Polit-Prominenz wie MdB Schmid, MdL Dr. Rieger und dem stellvertretenden Landrat Willi Hogger überreichte. Sie würdigte die Spielkunst der Teilnehmer, die Fairness und das freundschaftliche Zusammenwirken von Spielern wie Funktionären. Und auch BMW-Sprecher Andi Komes zeigte sich vom großen Sport an fünf unterhaltsamen Turnier-Tagen höchst angetan. Dank wurde Hallenchef Peter Lautenschlager und dem gesamten Betreuer-Team ausgesprochen, die sehr zu einem Fest des Nachwuchs-Eishockeys beigetragen hatten.

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