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Samstag, 23. September 2017 21° 1

Leichtathleten

Vier laufen beim Pilotprojekt unter 30

14 Läufer starteten in Regensburg am Montagabend im stillen Kämmerlein. Nicht alle Hoffnungen erfüllen sich.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Bestzeit lief auch Tim Ramdane-Cherif. Foto: Brüssel

Regensburg.Was machen Langstreckenläufer, die Schwierigkeiten haben, geeignete hochklassige Rennen zu finden? Ganz einfach: Sie organisieren sich einfach ihr eigenes Ding. Mehr oder weniger im stillen Kämmerlein hatten Kurt Ring und seine Crew von der LG Telis Finanz Regensburg die Pläne für ein Abendrennen über 10 000 Meter auf ihrer Trainingsbahn am Oberen Wöhrd in Regensburg entworfen, Zwei Schweizer, ein Allgäuer und elf Frauen und Männer aus der vereinseigenen Läufer-Armada traten am Montagabend spätabends um 22 Uhr bei immer noch hochsommerlichen Temperaturen von 25 Grad zu den 25 Bahnrunden zu einem offiziell angemeldeten Rennen mit Zeitnahme, Lautsprecheranlage und LG-Präsident Norbert Lieske als Stadion-Moderator an.

Nicht alle Hoffnungen erfüllten sich beim Pilotprojekt: Neun Läufer erreichten das Ziel – und am Ende stand bei herrlicher Athmosphäre vor handverlesenem Publikum von rund 50 meist persönlich aktivierten Zuschauern aus Verwandtschaft und Bekanntschaft ein Ergebnis, das seinesgleichen in Deutschland sucht: Angeführt von einem famosen Sieger Simon Boch, dem deutschen 10 000-Meter-Meister, der mit 29:14,21 Minuten weitgehend im Alleingang eine Klasseleistung und ähnliche Zeit wie bei seinem DM-Titel in Bautzen ablieferte, blieben vier Mann unter der magischen 30-Minuten-Grenze. Nur zur Einordnung: In diesem Jahr hatten das zuvor gerade 13 deutsche Läufer geschafft.

Neben Boch kam am Montagabend mit Tim Ramdane Cherif noch ein Telis-Mann mit neuer Bestzeit von 29:37,86 Minuten dazu. Auch für den Schweizer Andreas Kempf vom TSV Düdingen, der unlängst sein Land beim 10 000-Meter-Europacup vertrat, lohnte sich die Reise – Bestzeit (29:42,64). Die Nummer vier im Quartett war Olympiastarter Philipp Pflieger, der sich in der neuerlichen Vorbereitung auf den Berlin-Marathon im Herbst befindet (29:57,45).

Weitere hochrangige Starter sagten kurzfristig ab. Die zig-malige deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt musste krank passen, die für Regensburg laufende Olympia-Marathonfrau Anja Scherl fehlte nach den Belastungen ihres Höhentrainingslagers. Derweil musste Corinna Harrer trotz der Tempomacher-Dienste von U-20-EM-Starterin Miriam Dattke einsehen, dass sie Geduld braucht – noch vor der Hälfte der Distanz war Schluss. Auch Jonas Koller zollte einem Arbeitstag im Sportladen Tribut und stieg aus.

Die meisten aber waren begeistert: Der erst vor ein paar Wochen zum Telis-Team gestoßene Nabburger Erik Hille (31:56,61, hinter Felix Plinke/31:28,24) schmiss eine kleine Kofferraum-Party mit Kuchen und Getränken. Und der Allgäuer Kevin Key (31:58,61), der in Regensburg übernachtete, sucht ebenfalls Anschluss. „Zu Hause bei mir bin ich immer alleine unterwegs.“ Der Versuch, Begeisterung zu wecken und die RT-Bahn zu läuferischem Leben wie vor Jahrzehnten zu erwecken, ist jedenfalls gelungen – und schreit nach Wiederholung.

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