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Samstag, 18. November 2017 5

Fussball

Wundenlecken beim SSV Jahn

Nach der dritten Niederlage in Folge gibt es reichlich Gesprächsbedarf beim Regensburger Zweitligisten.
von Felix Kronawitter, MZ

Muss seiner Mannschaft jetzt wieder Selbstvertrauen einimpfen: Trainer Achim Beierlorzer Foto: Eibner

Regensburg.Zumindest in Sachen Laufbereitschaft war den Regensburgern nichts vorzuwerfen am Sonntagnachmittag. 115 Kilometer haben die Oberpfälzer in Sachsen heruntergespult. Das war es dann aber auch schon wieder mit den positiven Erkenntnissen aus der 0:1-Pleite des SSV Jahn in der 2. Fußball-Bundesliga bei Erzgebirge Aue. Der Auftritt in Sachsen markierte einen neuen Tiefpunkt. Dass am Ende die dritte Niederlage in Folge stand, war primär den fehlenden spielerischen Mitteln geschuldet. Das Spiel selbst zu gestalten, das liegt den Regensburgern nicht.

Deutliche Worte des Jahn-Trainers

Auch Achim Beierlorzer war fleißig unterwegs an der Seitenlinie im Erzgebirgsstadion. Dort musste der Regensburger Trainer aber mitansehen, wie sich seine Mannschaft vergeblich mühte, auf der Suche nach einer zündenden Idee. Ab der 21. Minute spielten die Regensburger in Überzahl, für einen Torerfolg reichte es aber auch im dritten Spiel hintereinander nicht. „In der zweiten Hälfte haben wir kein Mittel gefunden, um uns Großchancen zu erspielen“, analysierte der Jahn-Trainer treffend.

Und so lernte man am Sonntagnachmittag mal einen etwas ungemütlicheren Jahn-Trainer kennen. Zuvor hatte Beierlorzer stets versucht, sich nach Niederlagen diplomatisch auszudrücken und nahm seine Spieler in Schutz. In Aue platzte ihm aber der Kragen. „Zu viele Spieler konnten ihre Leistung überhaupt nicht abrufen, waren Ausfälle an diesem Tag. Das muss ich so knallhart auch sagen“, kritisierte der Jahn-Coach. Auch am Tag danach saß der Stachel noch tief beim Regensburger Trainer. „So wie ich es am Sonntag schon nach dem Spiel empfunden habe, hat sich das jetzt nicht sonderlich verbessert. Es war eine ganz bittere Niederlage für uns“, sagte Beierlorzer. Der Trainer trauert den liegengelassenen Punkten gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Liga hinterher.

Beierlorzer als Psychologe gefordert

Und so gab es reichlich Redebedarf bei den Regensburgern. „Es waren viele Gespräche notwendig“, erklärte Beierlorzer, der sich das Spiel nochmal in voller Länge angesehen hat. Die „Ausfälle“ wollte er zwar nicht namentlich benennen, einer lag aber ohnehin auf der Hand: Sebastian Stolze. Gegen Aue hatte Beierlorzer dem vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Mann erneut von Beginn an das Vertrauen geschenkt. Dabei hatte Stolze schon beim 0:2 gegen Union Berlin keinen guten Tag erwischt. Gegen Aue war der Rechtsverteidiger völlig von der Rolle. Stolze leistete sich einen folgenschweren Fehler, der den Jahn-Coach so richtig ärgert. Durch ein taktisches Foul hätte sich das noch ausbügeln lassen, meinte Beierlorzer.

Nach dem kapitalen Schnitzer, der zum Gegentreffer führte, und einem weiteren Patzer, erlöste der Jahn-Trainer seinen Schützling und nahm ihn vom Feld. Da sind nun auch die psychologischen Fähigkeiten des Regensburger Trainers gefordert. „Wir richten ihn wieder auf“, sagte Beierlorzer, der aber nicht nur Stolze, sondern seinem kompletten Team wieder Selbstvertrauen einimpfen muss.

Am Mittwoch (20.45 Uhr) will der Jahn-Trainer zu Hause in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Ligakonkurrent Heidenheim einen ganz anderen Auftritt seiner Mannschaft sehen.

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Noch steht der Jahn über dem Strich:

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  • LR
    Leopold Rupprecht
    24.10.2017 10:01

    Dass individuelle Fehler ein Spiel entscheiden können ist hinreichend bekannt. Dass man die erneute Niederlage dem Spieler Sebastian Stolze ankreidet ist somit nichts ungewöhnliches. Die Tatsache aber, diesen Spieler in ihrem Artikel als Rechtsverteidiger zu bezeichenen zeigt meiner Meinung die Probleme im Regensburger Fussball. Selbst der Berichterstatter scheint nicht zu wissen, dass der Mann Rechtsaußen ist und nicht gelernter Verteidiger. Warum fragt man als als kritischer Berichterstatter nicht warum ein Stürmer Verteidiger spielen muss? Warum hat man als Verein so wenig die Defensive vor der Saison verstärkt?

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