Festhalten, was nicht niet- und nagelfest
Hinter den Kulissen des Race Across the Alps: Was macht das Betreuer-Team wenn Bernhard Steinberger Rad fährt?
Die Betreuer taten alles, um Bernhard Steinberger locker zu halten.
Pösing. Extremradsportler Bernhard Steinberger war beim Race Across the Alps erfolgreich (wir berichteten). Während des Rennens wurde er von einem vierköpfigen Begleiterteam um unseren Mitarbeiter Thomas Nerf begleitet. Der schildert, wie so ein Rennen aus Sicht der Betreuer abläuft: „In Nauders beklebten wir den Bus mit den Sponsoren-Logos, machten Getränke und Service-Teile fertig. Wir im Begleitfahrzeug fuhren in der Kolonne der Fahrzeuge hinterher. Durch die vielen Fahrer dauerte es fast 90 Minuten, ehe wir das Hinterrad von Bernhard Steinberger erreicht hatten. Steinberger war bereits im Anstieg zum zweiten Gipfel. Fortan hieß es, genügend Flüssigkeit zu reichen und die ein oder andere Aufmunterung via Funk weiterzugeben. Auf den Gipfeln gab es meist Essen, Rad und Bremsen wieder auf Vordermann gebracht. Der Bus, vollgepackt mit Verpflegung, Kleidung, Werkzeug und dem Ersatzfahrrad, wurde in den Abfahrten arg strapaziert. Weil Reinhard Schießl versuchte, das schier Unmögliche zu schaffen – dem vorauseilenden Steinberger zu folgen, der in den Abfahrten mit fast 80 Sachen zu Tal rauschte. Also hieß es, alles festhalten, was nicht niet- und nagelfest war. Bei dem schönen Wetter waren auch zahlreiche Motorradfahrer und Hobby-Radler unterwegs, die überholt werden mussten. Während des ganzen Rennens wurde enger Funkkontakt mit Steinberger gehalten, per Navigationssystem wurde er über die 533 Kilometer gelotst.
In den Nachtstunden mussten sich die Betreuer aufzumuntern, um wach zu bleiben und um auch Steinberger wach zu halten. So versuchten wir bei den Anstiegen neben Bernhard Steinberger herzugehen, soweit dies bei seinem Tempo möglich war. So manche Geschichte und Witz wurde rausgeholt – Hauptsache wach bleiben. In den Morgenstunden herrschte Gewissheit: Die letzten Stunden, auch für uns. In der Heimat wurde der Schlaf dann nachgeholt.“

