EVR-Trainer hofft auf reinen Tisch
Alexej Sulak hat angesichts der Kappelei im Vorfeld der Vorstandswahlen Bauchschmerzen. Die Fans des EVR äußern ihrem Unmut in einem offenen Brief.
Alexej Sulak, der neue EVR-Trainer Foto: Halmel
REGENSBURG. So hat sich das auch Alexej „Leos“ Sulak nicht vorgestellt. Der neue Trainer des Eishockey-Oberligisten EV Regensburg verfolgt die Irrungen und Wirrungen im Vorfeld der Vorstandswahlen am Dienstag mit großen Bauchschmerzen. „Ich hatte mich sehr, sehr gefreut auf Regensburg“, sagt der 56-Jährige. „Ich freue mich immer noch. Aber jetzt wird alles komplizierter und schwieriger.“
Bei seiner Verpflichtung spürte Sulak die Zwietracht im Vorstand nicht. „Herr Hofmeister, Herr Köcher und ich waren uns einig, wie alles laufen sollte“, erzählt Sulak. „Danach hatte ich dann mehr Kontakt mit Herrn Köcher. Ich dachte aber immer, dass die beiden intern miteinander reden.“ Der neue Mann an der Bande, der vermittelt bekommen hatte, dass „die sportliche Leitung und auch die Zusammenstellung der Mannschaft mein Part ist“, musste immer wieder warten: „Selbstverständlich war, dass ich Rücksprache wegen der Finanzen halte. Komisch ist, dass sich nichts getan hat.“
In die Diskussion, wer das Vorstandamt bekleiden soll, will sich Leos Sulak gar nicht einmischen. Der Trainer in spe überlegt noch, ob es sinnvoll ist, am Dienstag live vor Ort zu sein: „Wahrscheinlich ist es besser, ein, zwei Tage danach mit dem neuen Vorstand zu reden.“ Sulak versucht, positiv zu bleiben: „Ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut. Vielleicht ist das Ganze dafür gut, dass reiner Tisch gemacht wird. Verein und Mannschaft können nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen. Dass es mal scheppert, ist ganz normal. Aber es sollte konstruktiv bleiben.“
Auch fünf Fangruppierungen (Rot-Weiß, Eisbärnpower, Icebreakers, Eisbärenstammtisch Pirkensee, Choreocrew) haben auf die „Schlammschlacht“ reagiert und tun in einem vom EVR-Fanbeauftragten Christian „Zwirl“ Merl formulierten offenen Brief ihren Unmut über den Schaden der Diskussion und die Art und Weise des Umgangs mit Torjäger Thomas Daffner kund. „Der aktuellen und kommenden Führungsriege sollte klar sein, dass in diesem Wahlkampf Fehler gemacht wurden, die den Fans erneut ein Stück Leidenschaft am EVR zerstört haben“, heißt es.

