EVR-Nachrichten 23.04.2012, 20:37 Uhr

Gerike wettet auf den Bürgermeister

Regensburger drückt Berliner Jubilar heute im entscheidenden DEL-Finale die Daumen.

Mannheim. Es könnte keinen würdigeren Rahmen für das Jubiläum von Sven Felski geben: Der Eishockey-Stürmer der Eisbären Berlin absolviert heute (19.30 Uhr) seine 1000. Partie in Deutschlands höchster Spielklasse und kämpft im entscheidenden fünften Finalspiel gegen die Adler Mannheim um seine sechste Deutsche Meisterschaft mit den Eisbären.

„Ich bin natürlich stolz auf die 1000 Spiele. Besonders, weil ich sie alle bei einem Verein absolviert habe“, sagt Felski. „Es wäre schon ein Traum, das 1000. Spiel mit der Meisterschaft zu beenden.“ Sven Gerike, der seit neun Jahren in Regensburg spielt, hat mit seinem über zwei Jahre älteren Vornamensvetter in Berlin, wo auch Gerike groß wurde, gemeinsam gespielt und sagt: „Sven Felski ist ein Riesensportsmann. Ich habe eine Wette mit meinem Bruder laufen: Wenn es einen Hockeygott gibt, dann schießt Felski das entscheidende Tor im entscheidenden Finale. Genauso sehen Märchen aus.“

Es wäre ein weiterer Höhepunkt in einer bemerkenswerten Karriere. Der gebürtige Berliner machte sein erstes Spiel für die Eisbären 1992/93. Gegner in der Bundesliga waren Mannschaften wie der EC Ratingen oder Hedos München. In der Statistik stehen seither 232 Felski-Tore, 363 Felski-Vorlagen und 1907 Felski-Strafminuten. Hedos und Ratingen sind längst Eishockey-Vergangenheit, der 37-Jährige mit der Rückennummer 11 aber ist nach wie vor Gegenwart. 30 Jahre lang ist Felski, den sie in der Hauptstadt „Bürgermeister“ rufen, seinem Heimatverein treu. Als Siebenjähriger trat er bei Dynamo Berlin ein – in der Eiskunstlauf-Abteilung (wie Sven Gerikes Bruder Lars). Es folgte eine Ausbildung, von der er noch heute profitiert. Nicht nur bei seinen Eiskunstlauf-Einlagen, die die Fans nach Siegen von ihm fordern – Felski gilt als einer der besten DEL-Schlittschuhläufer.

Erst mit zehn entschied er sich für Eishockey. 1992 wurde Felski mit den Dynamo-Junioren deutscher Meister. Aus Dynamo wurden 1992 die Eisbären, Felski blieb. Nach dem Bosman-Urteil tauschte der Klub 1996 beinahe das komplette Team aus, nicht aber den Ur-Berliner. 2005 erfüllte sich ein sportlicher Traum: die erste Meisterschaft. Da war Felski längst eine Größe der Nationalmannschaft. Der schnelle Linkshänder machte 129 Länderspiele, 2010 trat er zurück. Ob er das im Fall des Titelgewinns auch in der Liga tun würde, lässt er offen.(dapd/cw)

 

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