EV Regensburg 25.02.2012, 10:21 Uhr

Der Baseball-Meistermacher mit dem Eishockey-Vorleben

Der ungewöhnliche Doppeljob wird für Martin Helmig beim EVR zu einer Herausforderung. Eisenhut hält Schnitt für notwendig.


        So kannte man Martin Helmig (r.) bislang nicht. Der Baseball-Trainer bei den Buchbinder Legionären gibt in den verbleibenden Spielen beim Eishockey-Oberligisten EVR die Richtung vor.Foto: Nickl

So kannte man Martin Helmig (r.) bislang nicht. Der Baseball-Trainer bei den Buchbinder Legionären gibt in den verbleibenden Spielen beim Eishockey-Oberligisten EVR die Richtung vor.Foto: Nickl

Von Claus-Dieter wotruba, MZ

REGENSBURG. Das eine ist eine amerikanische Sportart, das andere auch: Martin Helmig macht nicht viel Aufhebens darum, dass er im Saisonendspurt als Nothelfer beim Eishockey-Oberligisten EV Regensburg einspringt. „In Amerika gibt’s das öfter“, sagt Helmig über seinen neuen Job, der manchen Fan verwundern mag. Die Sportöffentlichkeit kennt Helmig als Meistertrainer im Baseball, seit 2008 bei den Buchbinder Legionären in Regensburg. „Ich habe zwölf Jahre Eishockey gespielt, die letzten zwei davon sogar vier Stunden am Tag. Eishockey ist ein Teil meines Lebens.“ Am Freitagabend ging er erst zum Baseball-Training – und coachte ein paar Stunden später das Eishockey-Team.

Im Dezember hatte Helmig den jetzt vom Amt befreiten Günter Eisenhut acht Spiele lang als Motivationstrainer unterstützt. Mit Erfolg: Die Regensburger gewannen in dieser Zeit sechs Partien. Warum das Engagement nicht fortgeführt wurde? „Ich denke, die EVR-Leitung hat es nicht für nötig empfunden.“ Jetzt – und darauf legt Helmig Wert – kam der Verein auf ihn zu. „Ich habe den Job nicht gesucht. Am Anfang habe ich auch gesagt, dass das keinen Sinn macht.“ Dann aber sah er seine Kurzzeit-Berufung als „Herausforderung“. Und: „Ich mache das für Regensburg, den EVR und auch die Firma Buchbinder, die uns ja beide sponsert. Ich glaube an die Mannschaft: Die aktuellen Ergebnisse spiegeln nicht den Leistungsstand der Mannschaft wider“, sagt Helmig, der sein neues Amt „nur in Zusammenarbeit mit Sven Gerike und Stefan Schnabl“ ausübt. „Und ich hoffe, dass etwas Gutes dabei herauskommt.“

Vorerst denkt Martin Helmig im überschaubaren Zeitraum von vier Spielen – ab 9. März geht es schließlich mit den Legionären ins Trainingslager ins italienische Nettuno. „Was wir dann machen, darüber mache ich mir keinen Kopf. Jedenfalls hat der EVR erst einmal Luft und Spielraum.“

Und Günter Eisenhut hat neuen Freiraum. Nach zwei spielfreien Freitagen in den vergangenen drei Wochen hatte er gestern komplett frei. „Ob ich der Schuldige bin, sei dahingestellt, aber vielleicht musste der Verein etwas machen, damit bei ein paar Spielern das Knöpferl aufspringt“, zeigte der bisherige Coach Verständnis für die Entscheidung des Klubs. „Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Mannschaft reagiert. Das ist immer spannend für einen geschassten Trainer.“

Eine Meinung, wie der EVR in Zukunft weitermachen sollte, hatte sich Eisenhut längst gebildet – und im MZ-Gespräch geäußert, bevor er von seinen Aufgaben entbunden worden war. „Du musst einen Schnitt machen. Im Team sind zu wenige Kämpfer.“ Ob er Fehler gemacht habe, könne er schwer beurteilen. „Ich war nie Assistent neben einem großen Trainer, alles beruht auf eigener Erfahrung. Aber ich habe alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht.“ Jetzt will Günter Eisenhut „abschalten“. Ein Auge darauf, was Helmig und Co. noch fertigbringen, wird er aber allemal werfen.

 

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