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Ajax-Youngster „außer Lebensgefahr“

Das Drama um den kollabierten Nouri hat auch bei Testspielgegner Bremen Spuren hinterlassen. Am Sonntag wurde kaum trainiert.
Von Holger Schmidt, dpa

Der Zustand von Abdelhak Nouri von Ajax Amsterdam ist nach seinem Zusammenbruch stabil. Foto: Thomas Eisenhut/Archiv

Hippach.Auch am Tag nach dem dramatischen Zwischenfall im abgebrochenen Testspiel gegen Ajax Amsterdam waren die Fußball-Profis von Werder Bremen noch sichtlich geschockt.

Nach der beruhigenden Nachricht aus der Nacht, dass Ajax-Profi Abdelhak Nouri nach seinem Zusammenbruch im Test gegen Werder „außer Lebensgefahr“ sei, gab es am Sonntag für die Bremer mehr oder weniger trainingsfrei. Am Vormittag stand lediglich Radfahren auf dem Programm. „Ich denke, dass man die Mannschaft erstmal in Ruhe lassen sollte. Wir werden versuchen, das aufzuarbeiten“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann nach dem turbulenten Samstagabend in Hippach im Zillertal.

Diagnose: Herz-Kreislauf-Versagen

Der nicht mit Werder-Coach Alexander Nouri verwandte 20 Jahre alte Ajax-Spieler war nach etwa 70 Minuten beim Stand von 2:1 für Werder zusammengesackt und leblos am Boden liegen geblieben. „Es gab ein Herz-Kreislauf-Versagen“, erklärte Baumann. Sofort versuchten Ärzte, Nouri mit Herzdruckmassagen zu reanimieren. Der Youngster wurde schließlich in „einen künstlichen Tiefschlaf“ versetzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Innsbruck geflogen.

„Heute haben wir wirklich einen tragischen Moment erlebt. Das Leben und der Fußball können so schön sein, es kann aber auch so grausam sein“, sagte Baumann nach dem Spielabbruch. „Wir sind auch geschockt und müssen das erstmal verarbeiten.“ Dies war auch deutlich in den den fahlen Gesichtern der Bremer Spieler zu erkennen. Immer wieder telefonierten auch sie mit ihren Familien.

Psychologische Betreuung für die Werder-Mannschaft

Ehe die Ajax-Nachricht kam, dass Nouri außer Lebensgefahr sei, war zunächst auch unklar gewesen, ob der Werder-Tross zurück in sein Hotel in Zell am Ziller reist. Dort kam der Bundesligist aber am späten Abend doch noch an. Am Sonntag regenerierten die Profis dann Körper und Geist. „Wir haben unseren Psychologen Andreas Marlovits vor Ort“, erklärte Baumann. Wer wollte, konnte dessen Hilfe in Anspruch nehmen.

Der Ajax-Tross kam in der Nacht auf Sonntag derweil wieder in Amsterdam an. „Unsere Gedanken und allerbesten Wünsche sind bei Nouri, seinen Angehörigen, den Spielern, Fans und bei Ajax Amsterdam“, sagte Baumann. Der niederländische U21-Nationalspieler Nouri war nach der Pause im Zillertal eingewechselt worden.

Für Ajax kam der ehemalige Schalker Profi Klaas-Jan Huntelaar in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und verpasste mit einem Lupfer an die Latte den Ausgleich. Mateo Cassierra hatte den niederländischen Rekordmeister nach 21 Minuten in Führung geschossen. Johannes Eggestein (46.) und Florian Kainz per Foulelfmeter schossen die Bremer Tore im letztlich unwichtigen Testspiel.

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