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Mittwoch, 24. Januar 2018 3

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Tschechen-Idol Rosicky beendet Fußball-Karriere

Der Körper wollte nicht mehr - und am Ende auch der Kopf nicht mehr. Für den früheren Dortmunder Tomas Rosicky ist das Leben auf dem Spielfeld zu Ende. Er will aber dem Fußball und seinem Club Sparta Prag erhalten bleiben.

Tomas Rosicky im Dress der tschechischen Nationalmannschaft. Foto: Robert Ghement

Prag.Der frühere Dortmunder Bundesligaprofi und Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft Tomas Rosicky hat seine Fußball-Karriere im Alter von 37 Jahren beendet.

Den auch „Mittelfeld-Mozart“ genannten Spielmacher von schmächtiger Statur hatten immer wieder Verletzungen geplagt. „Ich wollte immer weiter spielen. Jeder weiß, dass ich den Fußball liebe“, sagte Rosicky. Nach dem Körper habe nun aber auch der Verstand gesagt: „Es ist einfach genug!“ Er habe nicht in einer Art „Sparmodus“ ohne innere Überzeugung weitermachen wollen. „Ich spüre, dass ich nichts mehr zu bieten hätte.“

Rückblickend bedauerte er, dass er aufgrund der Verletzungspausen nie sein volles Potenzial erreichen konnte: „Es ärgert mich, dass ich nie dahingekommen bin, wie gut ich hätte sein können.“ Im Sommer 2016 war Rosicky nach 15 Jahren im Ausland zu seinem Heimatverein Sparta Prag gewechselt, dort aber nur in zwölf Begegnungen zum Einsatz gekommen.

Mit Borussia Dortmund hatte Rosicky an der Seite seines Landsmanns Jan Koller 2002 die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Im gleichen Jahr erreichte er mit dem BVB das UEFA-Pokalfinale. Anschließend spielte er von 2006 bis 2016 beim FC Arsenal, wo er mehr als 200 Spiele absolvierte. Mit dem Londoner Verein gewann er zweimal den FA Cup.

Rosicky war in Tschechien dreimal Fußballer des Jahres. Er absolvierte 105 Länderspiele und erzielte dabei insgesamt 23 Tore. Mit dem Fußball hatte er als Fünfjähriger zusammen mit seinem älteren Bruder Jiri begonnen. Bereits als 19-Jähriger absolvierte er sein erstes Ligaspiel. Er ist mit der Fernsehmoderatorin Radka Kocurova verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn. Tomas junior durfte bei der Abschieds-Pressekonferenz auch kurz an die Mikrofone, um „Dobry den“ (Guten Tag) zu sagen.

„Tomas Rosicky wird auf dem Spielfeld keine Freude mehr bereiten“, bedauerte eine tschechische Zeitung zum Abschied. Außer ihm und Pavel Nedved habe das Land in den letzten 20 Jahren keinen besseren Profi-Fußballer hervorgebracht. In Prag wird spekuliert, dass Rosicky nun in die Führungsetage wechselt. Er selbst sagte, es gebe eine sehr gute Chance, dass er weiter bei Sparta tätig sein werde.

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