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WM-Titel statt Trophäen als Ziel für Toni Kroos

Toni Kroos ist kein Fan der Weltfußballer-Kür. „Völlig egal“ sei ihm die Prämierung des populärsten Stars. Stattdessen formuliert der einzige deutsche Vertreter bei der Gala in London andere Ansprüche.
Von Florian Lütticke und Philip Dethlefs, dpa

Toni Kroos (hintere Reihe 2.v.r.) posiert mit der Gala-Delegation von Real Madrid. Foto: Alastair Grant

London.Stolz posierte Toni Kroos am späten Abend für ein Gruppenbild mit der Gala-Delegation von Real Madrid. Weltfußballer Cristiano Ronaldo rechts, Welttrainer Zinedine Zidane in der Mitte - ein Erinnerungsfoto mit Kollegen aus dem Nationalteam blieb dem 27-Jährigen jedoch verwehrt.

Als einziger Weltmeister nahm Kroos eine Silber-Trophäe mit auf den Heimflug - so mäßig war der gesamte deutsche Fußball seit fünf Jahren nicht mehr bei den FIFA-Auszeichnungen vertreten. „Ein Grund ist sicher nicht die Qualität, weil wir ohne Frage tolle deutsche Spieler haben“, erklärte der derzeit größte Star aus dem Team von Bundestrainer Joachim Löw im schwarzen Anzug. „Vielleicht waren die Vereine auf internationalem Parkett nicht ganz vorne dabei, aber das kann sich jedes Jahr wieder ändern. Ich sehe da keinen negativen Trend.“

Und so gab der Königsklassen-Sieger im ehrwürdigen London Palladium die Programmatik für das WM-Jahr aus: Weltmeister-Titel statt individueller Auszeichnungen. „Allgemein ist mir dieser Weltfußballer völlig egal“, betonte Kroos, der zum zweiten Mal nacheinander von Profis in die FIFA-Weltauswahl gewählt wurde. Die volle Aufmerksamkeit soll auf das große Ziel Titelverteidigung im kommenden Sommer in Russland gelegt werden. „Es wird schwierig, weil das viele andere auch wollen. Aber jedes Turnier, das wir spielen, wollen wir auch gewinnen.“

Traditionell erhalten die deutschen Profis bei den globalen Beliebtheitswahlen wenig Beachtung. Erstmals seit 2012 war bei der Wahl zur Weltfußballerin nun auch keine Nationalspielerin nominiert. Bei den Männern schaffte es in den vergangenen 15 Jahren nur Manuel Neuer nach dem WM-Triumph 2014 unter die Top Drei - und wurde natürlich hinter den Dauer-Duellanten Ronaldo und Lionel Messi Dritter. Als Ronaldo zuletzt nach potenziellen Nachfolgern für ihn gefragt wurde, fielen ihm spontan sechs Namen ein, aber kein Deutscher.

Seit zehn Jahren heißt der Sieger der Weltfußballerwahl nun entweder Ronaldo oder Messi - und kampflos wollen beide den Platz an der Popularitätsspitze keinesfalls räumen. „Vorbei?“, fragte Ronaldo nach Coup Nummer fünf mit nur halbwegs gespieltem Entsetzen. „Die Ära hat gerade erst begonnen.“ Und Ronaldo wäre nicht Ronaldo, wenn er nicht schon an den übernächsten Triumph denken würde. Wie viele Weltfußballertitel er insgesamt holen will? „Sieben - das ist meine Glückszahl.“

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