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Mittwoch, 13. Dezember 2017 11

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Videobeweis: Künftig Trainer-Challenge?

DFB-Vize Ronny Zimmermann bringt Alternativen ins Spiel. DFB setzt künftig auf zwei Video-Assistenten.

DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann plädiert in Sachen Videobeweis für einen runden Tisch. Foto: Matthias Balk

Berlin.Man werde „gemeinsam mit der DFL zeitnah, wenn möglich schon in der Länderspielpause, alle Bundesliga-Manager einladen, um an der Meinungsbildung weiter zu arbeiten. Denn es kann auch nicht sein, dass nach jedem Eingriff der negativ Betroffene durch die Gegend poltert und sich benachteiligt fühlt“, sagte Zimmermann in der „Sport Bild“.

Außerdem schlug der Fußball-Funktionär vor: „Man könnte es zum Beispiel nicht mehr aus dem Kontrollzentrum in Köln machen, sondern vor Ort in Vans“, sagte der für die Schiedsrichter zuständige Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds. Außerdem ist laut Zimmermann ein sogenanntes Challenge-System denkbar: Trainer hätten dann pro Halbzeit eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, den Videobeweis zu fordern.

Dieses Verfahren erlaubt aber derzeit der Weltverband FIFA nicht. „Vielleicht muss eine andere Lösung gefunden werden, wie man den Zuschauern im Stadion die Entscheidungswege präsentiert“, meinte DFB-Vize Zimmermann. „Am Ende der Testphase in aller Welt muss das IFAB entscheiden, was die beste Lösung ist.“

Das FIFA-Regelboard IFAB befindet im März 2018 über eine weltweite Einführung des Videobeweises. Derzeit läuft in zehn Ländern eine Testphase.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat derweil reagiert auf die massiven Probleme mit dem Videobeweis und setzt künftig bei jedem Bundesligaspiel zwei Video-Assistenten ein. Dies kündigte der neue Projektleiter Lutz Michael Fröhlich in einem Interview der „Bild“-Zeitung an. „Einer, der sich strittige Szenen ansieht, und einer, der den weiteren Spielverlauf im Auge hält, während der erste eine strittige Szene checkt“, erläuterte der Schiedsrichter-Boss. Der Supervisor solle nur noch stiller Beobachter sein.

An ein vorzeitiges Ende der Testphase in der Winterpause glaube er nicht: „Ich bin überzeugt, dass es nicht so kommen wird.“ Aus Sicht von Fröhlich, der am vergangenen Montag den entmachteten Ex-Referee Hellmut Krug als Projektleiter abgelöst hatte, sei der Videobeweis noch zu retten. „Es gibt Probleme, aber er ist sicher nicht gescheitert. Jetzt liegt es an allen - Schiedsrichter, Vereine, Fans und Medien, ihn nach vorne zu bringen“, erklärte Fröhlich.

Um für mehr Transparenz zu sorgen, sei aus Fröhlichs Sicht denkbar, strittige Szenen künftig auf den Videoleinwänden in den Stadien zu zeigen. „Wir Schiedsrichter sind dafür offen, sehen Vor- und Nachteile“, sagte er.

Lesen Sie hier: DFB-Team diskutiert Videobeweis

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