Sport aus der Region Kelheim 06.04.2012, 15:12 Uhr

13-Jährige fährt zum deutschen Finale

Billardspielerin Patricia Maienberger aus Siegenburg mischt ab Ostermontag mit. Bis zuletzt musste sie zittern – weil der nationale Verband kein Geld hatte.


        Patricia Maienberger wird um die Medaillen keineswegs würfeln. Foto: zfi

Patricia Maienberger wird um die Medaillen keineswegs würfeln. Foto: zfi

siegenburg/mühlhausen. Hinter der 13-jährigen Patricia Maienberger aus Siegenburg liegen aufregende Wochen. Nicht nur wegen der anstehenden Deutschen Billard-Jugendmeisterschaften, für die sie qualifiziert ist, und der intensiven Vorbereitung. Sondern auch weil die Titelkämpfe bis zuletzt auf der Kippe standen. Die Deutsche Billard-Union (DBU) hatte Probleme, die Kosten für das nationale Finale in Bad Wildungen zu decken. Nach einer heftigen Diskussion bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Frankfurt rang sich die DBU zu einer positiven Entscheidung durch: Die Meisterschaften finden statt.

Aus dem Nichts zu zwei Bayerntiteln

Für Patricia war es ein Zittern und Bangen. Beim vorletzten Kaderlehrgang von Bundestrainer Andreas Huber in Dachau wurde den 21 Nachwuchsbillardspielern aus dem bayerischen Kader mitgeteilt, dass die Jugendmeisterschaft in der Schwebe liegt. Sollte der Verband tatsächlich kein Geld für die Billard-Zukunft haben? Die Zweifel sind ausgeräumt. Nun kann die 13-Jährige ihren Koffer packen und nach Bad Wildungen reisen. Am Ostermontag beginnen die Titelkämpfe, die bis Sonntag, 15. April, dauern.

Der bisherige Weg der Dame von den Billardfreunden Mühlhausen ist erstaunlich. Das Nachwuchstalent begann erst vor eineinhalb Jahren so richtig mit ihrem Sport, jedenfalls trat sie damals dem Mühlhausener Klub bei. Quasi aus dem Nichts holte sich sich zwei bayerische Titel in der KlasseB der Mädchen bis 14 Jahre.

Durch diese grandiosen und überraschenden Erfolge wurde Bundestrainer Huber aus Dachau auf sie aufmerksam. Er nahm sie in den Landes- bzw. Bundeskader auf. Damit verbunden war die Einladung zu den Deutschen Billardmeisterschaften der Jugend im Jahr 2012.

Vorbereitung mit Psychologen

Für Patricia begann eine Zeit akribischer Vorbereitung. Die Kaderspieler trafen sich zu vier Lehrgängen in Dachau. Betreut wurde sie von einem Physiotherapeuten genauso wie von einem Sportpsychologen. Der Bundestrainer höchstselbst kümmerte sich auch um die jungen Billardhoffnungen. Ausgestattet wurde der Nachwuchs mit der „Dienstkleidung“ des Bayerischer Billardverbandes.

Mit den Kadermaßnahmen allein war es für die Siegenburgerin nicht getan. Sie trainiert zweimal in der Woche bei den Billardfreunden Mühlhausen unter Anleitung von Jugendbetreuer Dieter Schuster. „Durch ihren Einsatz und Trainingsfleiß schaffte sie in so kurzer Zeit den Sprung in den Bundeskader“, sagt ihr Coach aus dem Verein über das Mädel.

Was bei ihrem Debüt in einer nationalen Entscheidung herausspringt, wird man sehen. Vielleicht spricht die Unbekümmertheit für sie. Patricia Maienberger startet in der Gruppe B (Mädchen bis 14 Jahre) in allen vier Disziplinen: 8-Ball, 9-Ball, 10 Ball und 14/1 Endlos. Die Billardfreunde Mühlhausen drücken ihr selbstredend die Daumen. (zfi/mar)

 

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