Sport aus der Region Kelheim 24.04.2012, 14:05 Uhr

Pförringer gibt ein Solo bei der Judo-EM

Sebastian Seidl kämpft als einziger Abensberger Athlet in Russland. Trotz einer Verletzung ist der 21-Jährige optimistisch.


        Sebastian Seidl (l.) traut sich bei der EM einiges zu. Am Donnerstag ist er im Einsatz. Foto: Archiv

Sebastian Seidl (l.) traut sich bei der EM einiges zu. Am Donnerstag ist er im Einsatz. Foto: Archiv

von martin rutrecht, MZ

Abensberg. Wenn man Moskau erreicht hat, ist es nicht mehr weit. Noch etwa 1800 Kilometer oder knapp 24 Stunden mit dem Auto in östliche Richtung, dann erreicht man das russische Tscheljabinsk, eine Stadt mit über einer Million Einwohner am Ural. Dort hält sich der Pförringer Sebastian Seidl vom TSV Abensberg gerade auf. „Das Hotel ist sehr schön, die Leute sind sehr gastfreundlich“, berichtet er, „und es ist angenehm warm.“ Zu touristischen Zwecken hat der 21-Jährige die weite Reise nicht gemacht. Seidl tritt am Donnerstag bei der Judo-EM in der Gewichtsklasse bis 66kg an.

Mittelfußknochen gequetscht

Der Sportsoldat ist diesmal der einzige Starter aus der Abensberger Garde der deutschen Athleten. Christopher Völk, Ole Bischof, Dimitri Peters und Andy Tölzer – sie alle wären Kandidaten auf eine Medaille bei den kontinentalen Titelkämpfen. Aber Tscheljabinsk ist für sie keine Reise wert. Das Quartett steckt längt mitten in den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in London. Eine EM passt zum jetzigen Zeitpunkt nicht in den Masterplan für die Spiele im Sommer.

Allein gelassen fühlt sich „Sebi“ Seidl nicht. „Im Gegenteil. Ich sehe es als Ehre, dass ich Abensberg als Einziger vertreten darf“, sagt der Pförringer, der freilich ein Reihe von Nationalkaderkämpfern an seiner Seite hat. Sieben Männer entsendete der Deutsche Judobund zur Europameisterschaft nach Russland, dazu zehn Frauen, darunter die frühere Babonin Viola Wächter. In Seidls Gewichtsklasse versucht auch Robert Kopiske (UJKC Potsdam) sein Glück.

Viele qualifizierte Olympia-Starter aus Europa lassen die EM wie das TSV-Quartett sausen. Für den Pförringer wird die Aufgabe damit nicht leichter. „In Russland gibt es die allerletzte Chance, sich in der Weltrangliste so zu verbessern, dass man in London noch dabei ist“, weiß Seidl. „Es wird eine beinharte Konkurrenz mit top motivierten Athleten.“ Er selbst hat auf den Sommer nie hingearbeitet, es käme zu früh – „ich blicke Richtung Olympia 2016“.

 

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