Saaler schießt auf Pfeilschifter
Der London-Fünfte Daniel Brodmeier hält Pfeilschifters Kritik am Schützenbund für völlig überzogen und wirft der Chamerin mangelnden Teamgeist vor.
Saal/London. Bei den Olympischen Spielen blieben Volltreffer der deutschen Schützen aus. Umso größere Geschütze werden in der Aufarbeitung des medaillenlosen Abschneidens aufgefahren. Der Olympia-Fünfte Daniel Brodmeier aus Saal/Donau schießt in einem MZ-Gespräch scharf auf seine niederbayerische Nationalkaderkollegin Sonja Pfeilschifter.
Die gebürtige Chamerin hatte den Deutschen Schützenbund (DSB) nach ihrem verpatzten Dreistellungskampf (Rang 19) heftig kritisiert. „Es muss sich einiges ändern im DSB. Wir werden immer hingestellt, wir sind die Schlechten, wir bringen unsere Leistung nicht, bla bla bla. Doch was im Hintergrund alles abläuft, was da alles schief läuft, das dringt ja nicht nach außen“, erklärte sie der dpa.
Brodmeier schüttelt angesichts dieser Salven den Kopf. „Sonja zieht seit Jahren ihr eigenes Ding durch, sie stellt sich selbst ins Abseits. Sie ist nie dabei, wenn die Mannschaft zusammen kommt. Es ist ihr unbenommen, ihren Weg außerhalb des Teams zu gehen. Aber im Moment des Misserfolgs dann auf den Verband einzuprügeln, halte ich für völlig fehl am Platz.“
Innerhalb der Mannschaft schwinde das Verständnis für Pfeilschifters Rundumschläge. „Ihren Dreistellungswettkampf hat sie selbst verbockt. Wenn mir für die letzten 15 Schüsse nur noch zehn Minuten bleiben, habe ich mich in meinem Zeitplan verzockt. Dafür bin nur ich selbst verantwortlich. Mir ist auch im Dreistellungskampf Ähnliches passiert. Deswegen hänge ich aber keinen Trainer oder jemand anders hin.“
Fairem Sportsgeist widerspreche auch, dass sie vor den Spielen ihre Luftgewehr-Kolleginnen unter Druck gesetzt habe. Pfeilschifter, siebenfache Weltmeisterin in dieser Disziplin, war vom DSB nicht nominiert worden, mit der Begründung, man wolle die vierfache Olympia-Teilnehmerin beim Auftakt-Wettbewerb aus der Schusslinie der Erwartungshaltungen nehmen. „Was tut Sonja? Sie rennt zu den Medien und macht ihre Nichtnominierung zum großen Thema, statt die Mädels zu unterstützen. Mit welch tollem Gefühl Beate (Gauss) und Jessica (Mager) an den Schießstand gingen, kann man sich vorstellen“, sagt der 24-jährige Saaler. „All diese Sachen gehören mal an die Öffentlichkeit, selbst wenn ich nach der Kritik an einer verdienten Schützin nun als Buhmann hingestellt werde.“





