Legionäre News 19.09.2012, 21:40 Uhr

Als handle es sich um Heiligen Rasen

Für die Legionäre endet mit der Eröffnung der World Baseball Classic am Donnerstag ein Kraftakt. Ihre Begeisterung fürs Spiel hat das noch gesteigert.

Dunkle Wolken hängen beim Training des deutschen Teams gestern Abend über der Arena. Das muss aber kein böses Omen sein. Foto: Brüssel

Dunkle Wolken hängen beim Training des deutschen Teams gestern Abend über der Arena. Das muss aber kein böses Omen sein. Foto: Brüssel

Von Heinz Gläser, MZ

Regensburg. Draußen vor den Absperrzäunen rund ums Stadion parken zwei riesige grüne Trucks mit britischen Nummernschildern. Sie tragen die Aufschrift „European Tour Productions“, und das Symbol daneben verweist auf einen weltweit populären Sport, der mit Schlägern und Bällen betrieben wird. Die Übertragungswagen sind mit hydraulisch ausfahrbaren Bordwänden ausgestattet, das schafft Platz zum Arbeiten im Inneren. Solche Lkw-Ungetüme, vollgestopft mit modernster Technik, sieht man normalerweise im Umfeld von Fußball-Europapokalspielen, der Formel 1 oder eben von hochklassigen Golf-Turnieren – also überall da, wo Sportereignisse von überregionaler Bedeutung über die Bühne gehen.

Schläger und Bälle

Alles läuft professionell ab, jeder Handgriff sitzt. Die Jungs von „European Tour Productions“ stemmen Boxen, verlegen Kabel. Ihr aktueller Job hat ebenfalls mit Schlägern und Bällen zu tun, jedoch nicht mit Golf. Am Donnerstagabend beginnt in der Armin-Wolf-Arena die World Baseball Classic, eines von vier Qualifikationsturnieren der offiziellen Baseball-WM. In Regensburg-Schwabelweis messen sich die Nationalteams aus Deutschland, Kanada, Großbritannien sowie Tschechien. Eine Mannschaft schafft den Einzug in die Hauptrunde.

Martin Brunner ist die Vorfreude anzusehen, er beginnt in höchsten Tönen zu schwärmen und ausladend zu gestikulieren, wenn er auf seine Passion und das Turnier angesprochen wird. „Das wird für alle, die dabei sind, für die Sportler und die Zuschauer eine fantastische Erfahrung“, verspricht er und fügt hinzu: „Das gilt unabhängig davon, ob ich das Spiel kenne und verstehe. Allein schon die Atmosphäre wird unvergesslich sein und sich allen einprägen.“

Brunner, der Pitching-Trainer des dreimaligen deutschen Meisters Buchbinder Legionäre und Leiter des Regensburger Sport-Internats, hat wie seine Mitstreiter im rührigen Verein derzeit einen Zwölf-Stunden-Tag. Auf „100 bis 120 Ehrenamtliche“ taxiert er die Zahl derjenigen, die in der heißen Phase mit anpacken. „Jeder von uns muss halt ein paar Meter mehr gehen als normal. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele lose Enden zusammengehalten werden müssen“, sagt er achselzuckend, aber was soll’s: „Größer, bedeutender und internationaler als das wird’s wohl nicht mehr.“

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