Links Oben 04.07.2012, 19:22 Uhr

(Zu) nah

Der deutsche Rad-Profi Marcel Kittel lässt uns während der Tour de France gar in sein Allerinnerstes blicken.

Die multimediale Welt hat viele Errungenschaften mit sich gebracht, die uns das Leben angenehmer gestalten. Es gibt nichts in unserem Alltag, was sich nicht auch über das Internet erledigen ließe. Dank sozialer Netzwerke wie Facebook oder Twitter gelingt es uns zudem spielend, über den gesamten Erdball hinweg Kontakt zu knüpfen und zu halten. Sei es nun der alte Schulfreund, der am anderen Ende der Welt lebt und uns so ein wenig an seinem Leben teilhaben lässt, oder der Prominente, der Einblicke in seinen Alltag gewährt.

Der deutsche Rad-Profi Marcel Kittel beispielsweise lässt uns während der Tour de France gar in sein Allerinnerstes blicken. Doch geht es bei ihm weniger um die starken Gefühlsregungen, die sein Tour-Debüt bewirkt, als vielmehr um die Regungen in seinem Magen-Darm-Trakt. Seit Tagen begleitet den Thüringer ein Durchfall bewirkender Virus, dessen Einfluss auf seinen Touralltag er detailliert in die Welt „hinauszwitschert“.

Kittel warnt vor den Folgen der unkontrollierten Verabschiedung von Darmwinden und klagt über die Anwendung von heilungsversprechenden Zäpfchen, die ihn „unmännlich und entjungfert“ fühlen lassen. Manches, was der deutsche Rad-Profi zum Besten gibt, überschreitet eindeutig die Grenzen des guten Geschmacks.

Manches aber regt dann doch zum Nachdenken an. „Ich bin die 250 Meter vom Teambus zu meinem Hotelzimmer/Toilette wahrscheinlich schneller als Usain Bolt gesprintet“, behauptete Kittel und stellte eine interessante Überlegung an. Der Thüringer mutmaßte, dass Diarrhö, der Schlüssel zu Bolts Erfolg sein könnte. Auch dieser Gedanke ist wenig appetitlich, aber immer noch schöner als die Vorstellung, dass das eine oder andere Zäpfchen den jamaikanischen Super-Sprinter so flottgemacht hat.

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