Hecking vermisst die Zweikampfhärte
Der Club-Trainer bemängelte nach dem 0:3 in Freiburg zudem fehlende Geschlossenheit bei seiner Mannschaft. „Zwitschernder“ Mak sorgt für Ärger.
Hiroshi Kiyotake verlor mit dem 1. FC Nürnberg verdient 0:3 beim SC Freiburg – und in dieser Szene den Zweikampf gegen Daniel Caligiuri. Foto: Deck
Nürnberg. Der eingewechselte Mike Frantz formulierte nach dem 0:3 in Freiburg die Situation des Club am deutlichsten. „Wir haben die Karre komplett gegen die Wand gefahren“, erklärte der Mittelfeldspieler frustriert. Erschreckend war vor allem, wie harmlos der FCN sich bei der vierten Niederlage in Folge präsentierte – und das nach guten sieben Punkten aus den ersten drei Partien der Saison. Trainer Dieter Hecking hatte erneut seine Startformation verändert.
So begann Timmy Simons in der Innenverteidigung, Hanno Balitsch und Almog Cohen bildeten die Doppel-Sechs. Robert Mak und Sebastian Polter durften ihr Glück auf den offensiven Außenbahnen versuchen.
Erneut also hatte der 48-jährige Coach seine Elf verändert – und ist selbst Schuld, dass seine Mannschaft weiter abgerutscht ist. Denn die Innenverteidiger-Misere hat er sich selbst eingebrockt.
Er verbannte Marcos Antonio nach einem schwachen Pokalauftritt sofort aus dem Team. Als dann Nilsson in Hannover patzte, sollte es der Brasilianer richten – und versagte. Nun kann Hecking von Glück sagen, dass Timm Klose, der in der vergangenen Saison durch ein Tal musste, fast in Wollscheid-Form spielt und den Laden noch einigermaßen zusammenhält.
In der Hinterhand hat der Club mit Noah Korczowski nun noch einen 19-jährigen A-Jugend-Meister – in der jetzigen Situation wäre aber Erfahrung das Nonplusultra. „Wir zeigen nicht die Zweikampfhärte, die uns am Anfang der Saison ausgezeichnet hat“, sagt Hecking. „Im Moment schwimmt jeder für sich – die Einheit fehlt.“
Das andere Beispiel hierfür sind die Außenbahnspieler in der Offensive, die nicht richtig in Tritt kommen. Die Akteure standen entweder in der Kritik während der Woche (Alex Esswein) oder suchen ihre Form (Timo Gebhardt, Mike Frantz, Robert Mak).
Die ständigen Wechsel auf dieser Position tragen dabei sicher nicht zu Selbstvertrauen und stabilen Leistungen bei. „Wenn Du das Gefühl hast, Du spielst, ohne irgendwie gefährlich zu werden, dann trägt das natürlich nicht dazu bei, an die eigene Stärke und Kompaktheit zu glauben“, erklärte Sechser Hanno Balitsch die aktuelle Verunsicherung.

