Hecking verteilt Lob
Die Verteidigung des 1. FC Nürnberg sei zu schwach besetzt, bemängeln Kritiker. Der FCN-Coach tritt dem Krisengerede mit demonstrativen Lob entgegen.
Für Timm Klose (r.) gab es von Club-Trainer Dieter Hecking ein Extra-Lob. Einen Stammplatz hat er damit aber nicht sicher. Denn auch seine Konkurrenten in der Innenverteidigung erhielten Lob. Foto: Archiv
Nürnberg/Oberstaufen. Auch im Club-Trainingslager in dieser Woche im Allgäu bleibt ein Mannschaftsbereich der Franken klar im Mittelpunkt des Interesses – und zwar als angebliches Sorgenkind. Denn der als Abwehrchef vorgesehene Marcos Antonio besitzt immer noch keine Freigabe von seinem Ex-Verein Rapid Bukarest.
Der rumänische Klub zog die Option auf Verlängerung Ende Juni nicht, Antonio selbst hatte darüber hinaus bereits gekündigt, da in den letzten drei Monaten seines Engagements in Rumänien die Gehaltszahlung ausgeblieben war. Sport-Vorstand Martin Bader bestätigte nun, dass die FIFA dem rumänischen Fußballverband eine Frist bis zum 16. Juli gesetzt hat, damit dieser sich zur fehlenden Freigabe des Innenverteidigers äußern möge. Bader bleibt aber ruhig und optimistisch, der Club sei in jedem Fall auf der rechtlich sicheren Seite. Bis zur endgültigen Entscheidung gilt ohnehin die Gastspielergenehmigung für den ehemaligen Rapid-Kapitän.
Auch Trainer Dieter Hecking lobt lieber die gute Leistung seines Brasilianers im Test gegen den FC St. Gallen im Blitzturnier des Schweizer Erstligisten. Zusammen mit Per Nilsson bot Antonio eine gute Leistung. „Ich war positiv überrascht, wie weit er in der Vorbereitung schon ist“, meinte Hecking zufrieden. Und auch der schwedische Nebenmann bekam Positives zu hören. „Pelle ist wieder bei 100 Prozent, wir wissen, was wir an ihm haben“, meinte der Coach.
Weder Nilssons Verletzungsanfälligkeit in der Vergangenheit noch der Trubel um den Wechsel von Marcos Antonio beunruhigen Hecking. Auch teilt der FCN-Trainer die Meinungen der Kritiker nicht, die behaupten dem Club fehle es an Quantität und Qualität in der Abwehrzentrale. Denn auch Timm Klose und Noah Korczowski sammelten in St. Gallen im zweiten Spiel gegen den deutschen Drittligisten aus Karlsruhe Praxis – und überzeugten. „Timm präsentiert sich richtig stark und auch Noah deutet sein hohes Niveau an“, zeigt sich Hecking unbeeindruckt von Krisengerede.
Zwar fährt der Schweizer Klose direkt nach dem Abschiedsspiel von Marek Mintal am Samstag in einer Woche (21.07, 16 Uhr) gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund zu Olympia nach London, doch der Club wertet dies als begrüßenswerte Fortsetzung der Vorbereitung. Aus gutem Grund, denn der 24-Jährige gilt in der U23 als gesetzt und absolviert so mindestens drei Vorrundenpartien.
Hecking ging am Ende sogar so weit, seinen Notfallplan einzugestehen. Timmy Simons und auch Javier Pinola, der übrigens Antonio wertvolle Hilfe bei der Eingewöhnung leistet, könnten bei Sorgen auf der Position aushelfen. Krise also in der Defensive? Glaubt man Hecking, wird es eher schwerer aus vier guten Optionen die richtige auszuwählen, Transfers sind erst einmal keine geplant.

