Olympische Spiele 2012 05.08.2012, 23:10 Uhr

Usain Bolt gewinnt das 100-Meter-Finale

Er hat es wieder geschafft: Der Jamaikaner Usain Bolt wird am späten Sonntagabend in London erneut Olympiasieger über 100 Meter Sprint.

Im Finale sprintete Usain Bolt (r.) als Schnellster über die Ziellinie. Foto: afp

Im Finale sprintete Usain Bolt (r.) als Schnellster über die Ziellinie. Foto: afp

London. Er startete schwach, er musste kämpfen, am Ende aber sahen sie alle nur seinen Rücken: Usain Bolt ist mit der zweitbesten Zeit der Geschichte erneut zur olympischen Goldmedaille über 100 Meter gerannt. Im mit Spannung erwarteten Endlauf von London blieb der Weltrekordler fünf Hundertstel über seiner Bestmarke von der WM 2009 in Berlin und wiederholte in 9,63 Sekunden als zweiter Läufer nach Carl Lewis (USA, 1984 und 1988) den Olympiasieg über die kurze Sprintdistanz. Kaum im Ziel, küsste Showman Bolt die Laufbahn und warf sich in seine „Blitz“-Pose. Sein Sieg war deutlich: Landsmann Yohan Blake lief in persönlicher Bestzeit (9,75) zu Silber, Justin Gatlin aus den USA, Olympiasieger in Athen 2004, in 9,79 zu Bronze.

Bei Dr. Müller-Wohlfahrt in Behandlung

Der Hochgeschwindigkeits-Endlauf hatte sich schon im Halbfinale abgezeichnet: Keston Bledman (Trinidad und Tobago) rannte die beste Halbfinalzeit der Geschichte (10,04), die nicht zum Einzug in den Endlauf reichte; bei der WM 2011 hätte er damit Silber gewonnen. Die Medaillenanwärter liefen schon vor dem großen Showdown atemberaubend schnell: Gatlin war der Schnellste in 9,82. Blake folgte mit 9,85. Bolt lief 9,87, ließ es aber schon 40 Meter vor dem Ziel locker angehen.

Hinter Bolt hatten nach einer durchwachsenen Saison viele Fragezeichen gestanden. Erstmals seit dem dreifachen Triumph von Peking hatte der Nimbus der Unbesiegbarkeit des „Außerirdischen“ Kratzer erhalten. Wer das Fehlstart-Fiasko der WM 2011 als einen einmaligen Ausrutscher gewertet hatte, weil Bolt anschließend die 200 m gewann und gemeinsam mit Blake einen Weltrekord mit der Staffel aufgestellt hatte, sah sich 2012 getäuscht. Bolt hatte in den vergangenen Monaten immer wieder über Rückenbeschwerden geklagt, auch im Vorfeld von London ließ er sich deshalb bei Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln ließ. Ende Mai lief Bolt beim Meeting im tschechischen Ostrau dann eine indiskutable 10,04. Damals kamen prompt erste Zweifel auf, ob der Weltrekordler physisch und psychisch fit für die Sommerspiele sein würde.

 

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