Sport aus der Region Regensburg 08.07.2013, 16:22 Uhr

Der harte Kampf um gute Rennen

Nicht nur Florian Orth tut sich schwer auf der Jagd nach der WM-Norm. Auch bei Corinna Harrer stellt sich nach der U-23-EM eine Grundsatzfrage.

Es war auch schon anders herum, doch diesmal schaute Florian Orth (rechts) 1500-Meter-Sieger Christoph Schlangen hinterher. Was die beiden  jedoch eint: Die WM-Norm hat noch niemand. Sie zu kriegen, scheint schwer. Foto: dpa

Es war auch schon anders herum, doch diesmal schaute Florian Orth (rechts) 1500-Meter-Sieger Christoph Schlangen hinterher. Was die beiden jedoch eint: Die WM-Norm hat noch niemand. Sie zu kriegen, scheint schwer. Foto: dpa

Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

REGENSBURG. Florian Orth runzelte die Stirn in Ulm. Der entthronte deutsche Meister über 1500 Meter steckt in einem Teufelskreis. Wie nur soll der 23-Jährige Leichtathlet von der LG Telis Finanz Regensburg nun in Richtung WM-Norm laufen? Und auch wo? In Heusden ist am Wochenende ein Start geplant. Eigentlich. „Aber ich bin nur im B-Lauf. Und für einen B-Lauf, der mich nicht weiter bringt, fahre ich nicht von München nach Belgien“, sagt der Student der Zahnmedizin.

Es läuft nicht so wie in Berlin

Der Teufelskreis besteht für Florian Orth darin, dass die Veranstalter bei der Verpflichtung der Athleten die Saisonbestzeiten in Augenschein nehmen – und die fällt bei Orth jenseits von 3:42 eben 2103 bislang „sehr bescheiden“ aus, wie er es nennt. Der Hesse im Regensburger Trikot kann schneller, viel schneller. Das hat er auch schon bewiesen: Zum Ausklang des vergangenen Jahres lief er 3:34,56 Minuten in Berlin.

Aktuell scheint es, als wäre dieser Coup, der unter der WM-Norm für Moskau (3:35) liegt, sogar eine Belastung. „Das höre ich zur Zeit öfter – auch wenn es gut ist zu wissen, dass man so eine Zeit schon mal gelaufen ist“, sagt Orth, den durchaus Selbstzweifel quälen. „Ich weiß nicht mehr so recht, ob sich die Kombination von Sport und Studium auch ausgehen.“

Erst recht, nachdem er in der letzten Runde des DM-Endlaufes in Ulm mit Carsten Schlangen und Sebastian Keiner zwei Kontrahenten ziehen lassen musste, die am Ende „gefühlt eine halbe Runde weg“ waren – und übrigens beide die WM-Norm ebenfalls noch nicht in der Tasche haben. Eine Hoffnung liegt auf Bottrop am 19. Juli – „aber ob das dort die WM-Norm wird, ist fraglich“. Bis 29. Juli ist noch Zeit. „Das sind noch drei Wochenenden.“ Der Optimismus stirbt zuletzt.

Corinna Harrer, die Regensburger Vorzeigeläuferin, die mehr und mehr zur deutschen Hoffnungsträgerin wird, hat das gleiche Grundproblem. Wo finden sich schnelle Rennen? Die 22-Jährige hat es auch in der Diamond League versucht und schielt auf eine Teilnahme in Monaco am 19. Juli. „Aber die Topläufer haben einfach kein Interesse an schnellen Zeiten. Die machen, was Coco in Ulm national gemacht hat, wo sie auch die letzte Runde unter 60 Sekunden hingelegt hat“, sagt Kurt Ring, ihr Trainer. Und so steht Harrer zwar besser da als Orth – aber liegt eben mit ihrem Saisonbestwert von 4:06,60 Minuten aus Rom noch 1,1 Sekunden über dem geforderten Normwert für Moskau.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo