Sport aus der Region Regensburg 04.07.2012, 19:54 Uhr

Ein Sprung in eine ganz andere Welt

Die LG Telis Finanz Regensburg sieht die EM in Helsinki mittlerweile positiv. Für Olympionikin Corinna Harrer kommt der Saisonhöhepunkt erst noch.

Der Medienandrang nimmt zu: Läuferin Corinna Harrer sieht es als Bestätigung ihrer Leistung. Fotos: Neumaier

Der Medienandrang nimmt zu: Läuferin Corinna Harrer sieht es als Bestätigung ihrer Leistung. Fotos: Neumaier

Von Benjamin Neumaier, MZ

Regensburg. Das hätte sich Corinna Harrer wohl selbst nicht träumen lassen – während sie einem Fernsehteam ein Interview gibt, schwirren zwei Fotografen um sie herum, dazwischen warten die Mitarbeiter der Rundfunkanstalten, die Diktiergeräte im Anschlag, auf ein Statement der Regensburger Olympionikin.

„Kommende Woche dreht der BR mit mir eine Homestory, demnächst haben wir mit unserem Team wohl eine Einladung zu Blickpunkt Sport und bei der EM wollten alle möglichen Medienvertreter ein Statement von mir“, sagt die 21-Jährige bei der Pressekonferenz der LG Telis Finanz gestern Nachmittag in Regensburg. Noch sei ihr der Rummel aber nicht zu viel, „ich sehe es eher als Bestätigung meiner Leistungen.“

Mit ihren Leistungen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Helsinki – 9. Platz über 1500 Meter – hadert sie aber immer noch: „Ich war eine Sekunde nicht konzentriert und habe den Zeitpunkt verpasst, als das Rennen schneller wurde. Ich habe mich danach richtig geschämt.“ Sie habe wohl zu hohe Erwartungen an sich selbst gestellt, schließlich habe sie „die Konkurrenz im Vorlauf dominiert. Ich dachte auch am Finaltag, ich könnte die Welt einreißen“, sagt Harrer.

Diese Dominanz sah auch LG-Cheftrainer Kurt Ring – und war deshalb enttäuscht. Nach einer eingehenden Analyse, freut er sich darum erst im Nachhinein – über die Ergebnisse aller seiner Schützlinge: „Nach überragenden Vorstellungen am Samstag von Florian Orth und Corinna bin auch ich enttäuscht heimgereist. Der Sonntag hat uns nicht gemocht“, sagt Ring. Doch jetzt sehe er es anders: „Wir haben einen Sprung in eine andere Welt gemacht. Es war die erste internationale Großveranstaltung. Die Enttäuschung ist völlig unbegründet.“ Denn bei den vergangenen vier Europameisterschaften bis 2010 seien insgesamt acht Laufsportler aus Bayern gestartet – 2012 waren es vier aus Regensburg. „Der neunte Platz unserer Kleinen ist eine super Leistung, Florian Orth hatte Pech bei seinem Sturz und Philipp Pflieger lief am Limit.“

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