Sport aus der Region Regensburg 22.07.2012, 22:18 Uhr

Profis geben Aufsteiger Jahn einen Korb

Dimitar Rangelow und Emil Jula wechseln aus Angst vor dem Abstieg lieber zu anderen Vereinen. Gerber hofft noch auf ein Schnäppchen aus der Bundesliga.

Für erfahrene Spieler wie den bulgarischen Nationalstürmer Dimitar Rangelow ist der Jahn nicht erste Wahl. Foto: dpa

Für erfahrene Spieler wie den bulgarischen Nationalstürmer Dimitar Rangelow ist der Jahn nicht erste Wahl. Foto: dpa

Von Heinz Reichenwallner, MZ

REGENSBURG. Franz Gerber hat zuletzt regelmäßig Klimmzüge gemacht – nicht an der Reckstange, sondern bei den Finanzen, wo er nach eigener Aussage an die Schmerzgrenze gegangen ist. Auf der Suche nach den drei bis vier noch gewünschten Verstärkungen arbeitete der Sportchef des Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg an diversen Angeboten für „gestandene“ Zweitliga-Kicker.

In dem Fall für den von Borussia Dortmund zum FC Energie Cottbus ausgeliehenen bulgarischen Nationalstürmer Dimitar Rangelow (29) und den rumänischen Angreifer Emil Jula (32) vom Ligakonkurrenten MSV Duisburg. „Wir hätten die finanziellen Forderungen der beiden erfüllt, doch die Spieler mochten nicht bei uns anheuern“, sagt Gerber und nennt den Grund der Absage: „Der Knackpunkt ist, sie hatten Angst davor, dass wir absteigen und haben uns das auch so ausrichten lassen. Deshalb kommen sie nicht.“ Rangelow zog stattdessen einen Wechsel in die Schweizer Super League zum FC Luzern vor, wo er einen Zweijahresvertrag erhielt. Jula ließ sich jetzt von den Duisburgern für die nächste Saison zum zypriotischen Erstligisten Anorthosis Famagusta ausleihen. Somit sucht der Jahn-Sportchef fieberhaft weiter, wobei sich aktuell aber noch kein Transfer abzeichnet. „Wir können nicht einen holen, damit wir einen haben. Der Spieler muss uns helfen können und zu uns passen“, meint Gerber und übt sich weiter in Geduld – auch wenn’s ihm schwer fällt. Seine Hoffnungen ruhen vor allem darauf, dass bei den Bundesligisten noch jemand durchs Sieb fällt und dabei für den Jahn ein personelles Schnäppchen abfällt.

Doch weiß Gerber natürlich selbst, dass es mit den geplanten Verstärkungen nicht mehr allzu lange dauern darf. Denn in knapp zwei Wochen beginnt schon die neue Saison und etwaige Neuzugänge müssen bis dahin auch erst einmal integriert werden. Wartet man beim Jahn indes noch bis zum Ende der Transferzeit am 31. August, dann wären bis dahin schon drei Punktspiele gegen 1860 München, den MSV Duisburg und Hertha BSC Berlin sowie die DFB-Pokalpartie gegen den FC Bayern München vorbei.

Erst einmal aber sollen in dieser Woche wieder zwei Gastspieler getestet werden. Und das ist vorerst auch schon mal was.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo