Sport aus der Region Regensburg 18.07.2012, 11:29 Uhr

„Team Köcher“ schießt gegen Gerike

Beim EV Regensburg werden die Attacken heftiger: Erstmals gibt es scharfe Kritik an der ehemaligen sportlichen Leitung – die ruhig bleibt.

„Eine sportliche Leitung wird nicht zuletzt deswegen installiert, um auch in Krisenzeiten konsequent durchzugreifen“: Erstmals wird Sven Gerike von Vereinsvorstand Christian Köcher öffentlich attackiert. Foto: Nickl

„Eine sportliche Leitung wird nicht zuletzt deswegen installiert, um auch in Krisenzeiten konsequent durchzugreifen“: Erstmals wird Sven Gerike von Vereinsvorstand Christian Köcher öffentlich attackiert. Foto: Nickl

Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

REGENSBURG. Nun also doch: Man wolle keine schmutzige Wäsche hieß es im Vorfeld der brisanten Mitgliederversammlung am 24. Juli (19 Uhr) beim EV Regensburg von beiden Vorstandsteams, die sich zur Wahl stellen werden. In einer mitternächtlichen Pressemitteilung des „Teams Köcher“ von Dienstag auf Mittwoch, die als Vereinsmitteilung deklariert war und einer Art Kriegserklärung gleicht, haben jetzt der 1. Vorstand Christian Köcher und Co. erstmals in der Öffentlichkeit schwere Vorwürfe gegen die bisherige sportliche Leitung mit Sven Gerike erhoben und auch die Kontrahenten um den 2. Vorstand Harald Hofmeister scharf angegriffen.

„Taktische Verzögerungen“

Der „plump medial konstruierte Vorwurf der mangelnden Teamfähigkeit“ würde „bereits durch die Vereinssatzung ad absurdum geführt“, heißt es in der Presseerklärung. Und: „Zwei der drei Vorstände vertreten den Verein gemeinsam! Deswegen ist im Gegensatz zu düsteren Eisbärenzeiten eine Alleinherrschaft via Satzung ausgeschlossen.“ Das Köcher-Team begründet die vielen Hängepartien in der Kaderplanung mit „taktischen Verzögerungen des zweiten Vorstands“, die „zu diversen Absagen potenzieller Neuverpflichtungen“ wie Milos Vavrusa geführt hätten. „Auch die Vertragsverifizierungen von Martin Cinibulk und Petr Fical sind daher bisher noch nicht erfolgt.“ Harald Hofmeister hatte zur gehäuft auftauchenden Pattsituation im EVR-Vorstand in entscheidenden Fragen schon am Montag gesagt: „Ich hätte eigentlich immer der sein sollen, der nachgibt.“

Ohne Sven Gerike namentlich zu nennen wird der Kopf des Neuaufbaus nach dem Eisbären-Konkurs 2008 hart attackiert. „Die Leitlinie des Teams Köcher lautet, den Kader kostengünstig zu optimieren. Trotz aller unbestrittenen Verdienste hat dieses Motto natürlich auch bei einem fast 41-jährigen Akteur wie Thomas Daffner seine Gültigkeit. Positive Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, heißt, eine gute Preis/Leistungsrelation ist der entscheidende Faktor und muss die Grundlage eines jeden Spielervertrages sein. Ein Grundsatz, der in den abgelaufenen zwei Spielzeiten von der sportlichen Leitung häufig nur sehr mangelhaft umgesetzt wurde. Eine sportliche Leitung wird nicht zuletzt deswegen installiert, um auch in Krisenzeiten konsequent durchzugreifen. So war vergangene Saison frühzeitig kein sportliches Konzept und damit verbundene Weiterentwicklung der Mannschaft zu erkennen. Selbst ein unbestrittener Könner wie Martin Prochazka hätte nur im Verbund mit einem kongenialen Sturmpartner verpflichtet werden dürfen.“

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