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Sport aus Amberg
Sonntag, 19. November 2017 9

Eishockey

ERSC grüßt von der Tabellenspitze

Ambergs Landesligist hält auch gegen unangenehme Ulmer Donau-Devils und den überforderten EHC Straubing seine Weste sauber.
Von Günter Passler

Mit 5:2 gewann der ERSC Amberg (in Schwarz, Florian Bartels) sein Spiel am Sonntagabend gegen den VfL Ulm. Foto: Brückmann

Amberg.Gut zwei Drittel lang nahmen die ERSC-Angreifer das Ulmer Tor unter Dauerbeschuss, scheiterten aber meist am überragenden Gästegoalie. Als es dann richtig eng zu werden drohte, stellten die Amberger Löwen ihr Visier besser ein und trafen in den Schlussminuten dreifach.

Der 5:2-Erfolg über unangenehme Ulmer Donau-Devils war zweifellos nach Chancen und Spielanteilen hochverdient für den Tabellenführer, der sich mit einer besseren Verwertungsquote aber die spannende Endphase hätte ersparen können. Besonders die vielen Überzahlmöglichkeiten wurden nicht immer mit der letzten Konsequenz ausgespielt und so war (fast) immer Ulms Torhüter Konstantin Bertet die letzte Instanz – natürlich auch mit dem nötigen Glück.

Schnelle Angriffe des ERSC

Die schnellen Angriffe des ERSC konnte die Gästedefensive oft nur regelwidrig unterbinden, weshalb es zu mehreren Powerplay-Situationen kam. Der ERSC startete druckvoll, aber nach zwölf Minuten tauchte Gästestürmer Andreas Börner alleine vor Oli Engmann auf. Der Amberger Goalie verhinderte den Rückstand und kurz darauf traf Matti Swadzba für die Löwen. Es folgten Chancen im Minutentakt für die Gastgeber, allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Relativ ausgeglichen begann der Mittelabschnitt, ehe sich der ERSC durch Dominik Schopper und Felix Köbele die ersten „dicken“ Gelegenheiten erspielte. Löwencoach Alex Reichenberger hatte Daniel Smazal in die Abwehr zurückgezogen und Andreas Hampl dafür in den Angriff beordert. Eine Maßnahme mit Erfolg, denn Hampl traf nach feiner Vorarbeit von Swadzba und David Rybka zum 2:0.

Amberg hatte das Spiel im Griff, brachte die Gäste aber durch einen verunglückten Wechsel wieder in die Partie zurück. Bei vier Ulmern gegen einen Amberger Verteidiger traf US-Stürmer Chris Caroll erst den Pfosten ehe Börner auf 1:2 verkürzte. Am Druck der Gastgeber änderte das aber nichts, und wenn Ulm sich auch nach Kräften wehrte – die Partie hätte nach zwei Dritteln eigentlich schon entschieden sein müssen.

Hochmotivierte Gäste

Die Gäste kamen hochmotiviert aus der Kabine zum Schlussdrittel und relativ bald auch zum Ausgleich. Beim 2:2 wurde Nicklas Dschida allerdings nur zu zögerlich angegriffen und plötzlich war das Spiel nun wieder völlig offen.

Amberg brauchte Zeit, um sich wieder zu sortieren, bekam dann aber doch wieder mehr Zugriff. Sieben Minuten vor dem Ende ließ Verteidiger Lukas Salinger mit dem 3:2 in Überzahl die Siegchancen der Löwen wieder rapide steigen.

Ulms Trainer Martin Valenti nahm eine Auszeit und stimmte sein Team auf die Schlussattacke ein. Die Löwen konterten aber den Gegner aus und machten in den letzten beiden Spielminuten durch Schopper und abermals Hampl den Sack zu.

Zwei Tage zuvor war den Ambergern beim EHC Straubing mit 9:2 ein wahres Schützenfest gelungen. Dabei wirkte es zwei Drittel lang wie ein Training und die Gegner waren die Slalomstangen. Dann schaltete der ERSC Amberg beim EHC Straubing gleich zwei Gänge herunter und sparte sich Kräfte für weitere Aufgaben. Nur so kamen die hoffnungslos überforderten Gastgeber um eine zweistellige Niederlage herum.

Doppelschlag binnen 20 Sekunden

Amberg begann ruhig und abgeklärt, ließ Straubing kaum an die Scheibe kommen. Ein Doppelschlag zum 0:2 binnen 20 Sekunden durch Florian Bartels und Matti Swadzba – jeweils stark vorbereitet von Andreas Hampl – stellte dann schon früh die Weichen für den weiteren Spielverlauf.

EHC-Coach Christian Penzkofer beantragte umgehend eine Auszeit, aber auch damit konnte er die Spielfreude der Löwen nicht bremsen. Spieltechnisch lag zwischen beiden Teams mehr als ein Klassenunterschied und die Amberger hatten eher mit dem stumpfen Eis zu kämpfen, als mit dem Gegner. Erneut Bartels sowie Simon Bogner bauten das Resultat bis zur ersten Pause auf 0:4 aus – und damit war Straubing noch bestens bedient.

Am Verlauf änderte sich auch im Mittelabschnitt nichts, selbst wenn die Unparteiischen durch einige kleinliche Strafen gegen Amberg für mehr „Chancengleichheit“ sorgen wollten. Die Löwen kombinierten auch in Unterzahl erfolgreich. Vor allem Bartels und Felix Köbele, der zum 0:5 traf, waren von den Gastgebern überhaupt nicht unter Kontrolle zu bringen.

Eine Reihe sehenswerter Treffer

Ebenfalls mit einem Mann weniger auf dem Eis fiel das 0:6 durch David Rybka, gleichzeitig der schönste einer Reihe sehenswerter Treffer. Auf den Rängen der DEL-Arena war der Amberger Anhang beinahe unter sich und hatte sichtlich Spaß am Auftreten der Löwen. Dominik Schopper und abermals Köbele, der oftmals zwei bis drei Gegenspieler alleine überlief, erhöhten auf 0:8. Die zwei Gegentreffer der Straubinger waren nicht mehr als Schönheitsfehler, dennoch ärgerlich für den fehlerfreien Lukas Stolz im ERSC-Tor.

Im Schlussdrittel zogen die Löwen nochmals deutlich die Handbremse an, blieben aber weiterhin überlegen. Lediglich Christoph Schönberger netzte zum 2:9 ein weiteres Mal ein, trotz einer ganzen Reihe zusätzlicher Torchancen.

Eine Erklärung dafür lieferte ERSC-Betreuer Max Schaller: „Da wollte wohl keiner den Kasten Bier zahlen.“ Der wird bei den Löwen fällig, wenn ein Spieler das Resultat zweistellig macht.

Statistik:

ERSC Amberg – VfE Ulm/Neu-Ulm 5:2 (1:0, 1:1, 3:1); Tore: 1:0 (14.) Swadzba (Schönberger, Heilman/5-4), 2:0 (25.) Hampl (Swadzba, Rybka), 2:1 (30.) Börner (Meissner), 2:2 (46.) Dschida (Eckmann), 3:2 (53.) Salinger (Hampl, Heilman/4-3), 4:2 (59.) Schopper (Köbele), 5:2 (60.) Hampl (Swadzba, Schopper/5-4). Strafen: Amberg 6, Ulm 22 Minuten; Schiedsrichter: Mackert, Fiala, Kaderabek; Zuschauer: 425

EHC Straubing – ERSC Amberg 2:9 (0:4, 2:4, 0:1); Tore: 0:1 (8.) Bartels (Hampl), 0:2 (8.) Swadzba (Hampl), 0:3 (10.) Bartels (Rybka, Köbele/5-4), 0:4 (14.) Bogner (Groz, Bartels), 0:5 (23.) Köbele (Bartels/4-5), 0:6 (28.) Rybka (Aukofer/4-5), 0:7 (31.) Schopper (Bartels, Köbele/5-4), 0:8 (34.) Köbele (Bartels), 1:8 (37.) Prasch (Nerb), 2:8 (40.) Meichel (Nerb/5-3), 2:9 (47.) Schönberger (Köbele, Heilman). Strafen: Straubing 14 Minuten, Amberg 18 + 10 (Schreier); Zuschauer: 100; Schiedsrichter: Miel, Krasko

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