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Sport aus Amberg
Montag, 18. Dezember 2017 1

Eishockey

Perfektes Wochenende für ERSC

Ambergs Landesligist gewinnt gegen Vilshofen mit 6:0. Beim Spitzenreiter ESC Haßfurt gelingt den Vilsstädtern ein 5:2-Erfolg.
Von Günter Passler

Der ERSC Amberg (in Schwarz) hatte mit dem ESC Vilshofen keinerlei Probleme. Foto: Brückmann

Amberg.Geduld war gefordert und Geduld haben die Löwen gezeigt. Der ERSC Amberg gewann auch sein fünftes Heimspiel in der Eishockey-Landesliga gegen einen unbequemen, aber letztendlich doch überforderten Gast aus Vilshofen. Besonders erfreulich für Lukas Stolz: Der Löwen-Goalie blieb beim 6:0 ohne Gegentor und feierte damit einen Shut-Out.

Beim ERSC hatte man schon erwartet, dass die Gäste aus Niederbayern mit einer massierten Abwehr auftreten und ihr Heil im Konterspiel suchen würden. Diese Taktik ging für die Wölfe zunächst auf und sie konnten die Partie ausgeglichen gestalten. Mit dem 1:0 durch Kirill Groz aber übernahmen die Gastgeber eindeutig das Kommando. Gästekonter gab es nur noch sporadisch. Eine Überzahlsituation nutzte Amberg dann in rekordverdächtigen zwölf Sekunden zum 2:0 durch Felix Köbele, wieder einmal im Teamwork mit Florian Bartels. Damit war schon nach dem ersten Drittel ein deutliches Zeichen gesetzt.

Der Mittelabschnitt zeigte weiterhin klar überlegene Löwen, die bei der Chancenverwertung aber nicht zwingend und beinahe etwas zu verspielt wirkten. Gästetorhüter Alexander Krenn zeigte sich zudem in dieser Phase als großer Rückhalt für sein Team, das nur noch in eigener Überzahl sich mal für längere Momente im Amberger Verteidigungsdrittel festsetzen konnte. Bartels und Dan Heilman hatten die dicksten Gelegenheiten zum dritten Treffer, den dann in der Schlussminute des Drittels Köbele gelang, erneut im Powerplay und erneut im Zusammenspiel mit Bartels.

Man hatte kaum das Gefühl, dass die Gäste dem Spiel noch eine Wende geben könnten und nach vier Minuten im Schlussabschnitt war mit dem 4:0 durch Heilman auch der allerletzte Zweifel am ERSC-Erfolg beseitigt. Die Löwen spulten das restliche Programm routiniert herunter und kamen durch Andreas Hampl und Youngster Daniel Troglauer – nach einem gekonnten Alleingang – zum in jeder Beziehung verdienten 6:0-Endstand.

Herausragender Goalie

Die Rezeptur, wie man einen Tabellenführer in dessen Stadion stürzt, hört sich einfach an: Konzentrierte Abwehr, intensives Forechecking, viel Routine und ein herausragender Torhüter. Der ERSC Amberg erbrachte das Kunststück am Freitagabend bei seinem 5:2-Erfolg in Haßfurt – und erzielte gleich zwei Treffer in Unterzahl.

In einem Spitzenspiel mit hoher Intensität bescherten die Löwen den Gastgebern die erste Niederlage überhaupt in dieser Spielzeit und das Resultat war am Ende nicht unverdient. Amberg stellte das kompaktere Team, dem Goalie Oliver Engmann enorme Rückendeckung verlieh und die Gastgeber mit seinen Paraden schier in die Verzweiflung trieb.

Haßfurt zeichnete sich während der gesamten 60 Spielminuten durch starken Offensivgeist aus, hatte aber unübersehbare Probleme im Defensivbereich, was letztendlich das Ergebnis begünstigte. Die Paradereihe der Hawks um Top-Torjäger Jakub Sramek und David Franek war zwar nie ganz auszuschalten, aber der Rest fiel – vielleicht auch übermotiviert – doch merklich ab. Da wirkte es nach außen hin schon um einiges strukturierter, wenn Amberg von hinten heraus das Spiel aufzog und vor allem mit Kapitän Florian Bartels, Felix Köbele oder Dan Heilman sichere Anspielstationen hatte.

Der Spielfluss wurde jedoch zu häufig unterbrochen, denn die Unparteiischen bekamen in der Bewertung aller Aktiven die schlechtesten Zensuren, hatten sehr viel „Gesprächsbedarf“ und liefen in Gefahr, die Partie aus der der Hand zu geben.

Von Beginn an steckte viel Tempo in der Partie, waren vor allem die Gastgeber auf eine schnelle Führung aus. Die Löwen-Abwehr hatte sich aber rasch darauf eingestellt. Richtig gefährlich schien es erst zu werden, als Amberg in Unterzahl agieren musste. Tatsächlich fiel auch der erste Treffer – allerdings für den ERSC. Köbele tankte sich auf der rechten Angriffsseite durch und bediente Bartels, der sicher vollendete. Das Duo hätte in der gleichen Minute beinahe nochmals für ein Unterzahltor gesorgt, aber Bartels verfehlte nur hauchdünn.

Im Mittelabschnitt gelang den Löwen ein Auftakt nach Maß. Köbele war gedankenschneller als zwei seiner Gegner und passte auf Heilman, der mit all seiner Routine genau in den Torwinkel traf. Das 0:2 zeigte Wirkung bei den Gastgebern, die sich im Powerplay häufiger überlaufen ließen.

Bald darauf war für Hawks-Verteidiger Max Hildenbrand die Partie mit einer Spieldauerstrafe vorbei. Die einzig richtige Entscheidung für einen Stockend-Stoß. Die Diskussionen darüber zogen sich jedenfalls lange hin. Als Konzession dafür wanderten fortan die Amberger Spieler bei jeder Kleinigkeit auf die Strafbank. So kam es auch zu einer doppelten Überzahl für die Hawks, wo Sramek mit seinem 17. Saisontreffer auf 1:2 stellte.

Vorzeitig zum Duschen

Bald darauf folgte der nächste Ausschluss. ESC-Angreifer Michal Babkovic durfte vorzeitig zum Duschen, nachdem er Dominik Schopper mit einem harten Bandencheck von hinten zu Boden streckte. Auch für den ERSC-Stürmer war die Partie beendet. Er wurde mit starken Rückenschmerzen und Taubheitsgefühl in beiden Beinen mit der Bahre vom Eis gebracht. Bis zur Heimfahrt konnte aber Entwarnung gegeben werden.

Die folgende Überzahl nutzte Amberg durch Verteidiger Thomas Schreier zum beruhigenden 1:3, mit dem es auch ins letzte Drittel ging. Hier versuchten es die Gastgeber beinahe schon verzweifelt und 1,90-Meter-Riese Oli Engmann wuchs hier nochmals über sich hinaus, parierte selbst die „Unmöglichen“ – und hatte auch das nötige Glück. Ein Gegentreffer in dieser Phase hätte die Partie kippen lassen können.

Der fiel dann auch, allerdings erst später in der Schlussphase. Erneut nutzte Sramek ein Powerplay. Die Antwort des ERSC folgte aber auf den Fuß und ein weiteres Unterzahltor entschied die Begegnung. Diesmal wurde Köbele von Bartels freigespielt. Kurz darauf nagelte Heilman mit dem 2:5 endgültig den Deckel auf die Kiste mit den Punkten.

Die lautstarken ERSC-Fans brachten es am Ende auf den Punkt: „Gegen Amberg kann man mal verlieren.“

Statistik:

ERSC Amberg – ESC Vilshofen 6:0 (2:0, 1:0, 3:0); Tore: 1:0 (12.) Groz (Köbele), 2:0 (17.) Köbele (Bartels/5-4), 3:0 (40.) Köbele (Bartels/5-4), 4:0 (44.) Heilman (Aukofer), 5:0 (48.) Hampl (Heilman, Bogner), 6:0 (56.) Troglauer; Strafen: Amberg 16, Vilshofen 12 Minuten; Schiedsrichter: Schmidt, Beigel; Zuschauer: 420

ESC Haßfurt – ERSC Amberg 2:5 (0:1, 1:2, 1:2); Tore: 0:1 (16.) Bartels (Köbele/4-5), 0:2 (22.) Heilman (Köbele), 1:2 (28.) Sramek (Franek, Babkovic/5-3), 1:3 (38.) Schreier (Köbele, Bartels/5-4), 2:3 (54.) Sramek (Hildenbrand, Franek/5-4), 2:4 (55.) Köbele (Bartels/4-5), 2:5 (57.) Heilman (Bogner); Strafen: Haßfurt 4 Minuten + je 5 + Spieldauer (Max Hildenbrand, Babkovic), Amberg 24 + 10 (Hampl); Schiedsrichter: Graf, Voigt; Zuschauer: 450

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