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Sport aus Amberg
Dienstag, 26. September 2017 18° 2

Fußball

Schlusslicht empfängt Spitzenreiter

FC Amberg will mit „Anstand und Charakter alles rausholen“. Hausherren hoffen gegen Eltersdorf auf eine Überraschung.
Von Klaus Högl

Der FC Amberg würde dem Spitzenreiter aus Eltersdorf liebend gerne ein Bein stellen. Ob das gelingt? Foto: Rothe

Amberg.Die Sportgeschichte zwischen dem SC Eltersdorf und dem FC Amberg ist ellenlang. Und dennoch kamen die Erlanger Vorstädter als Tabellenführer noch nie zum Schlusslicht nach Amberg. Am heutigen Samstag um 14 Uhr ist jedoch so weit.

Noch nie hatte der FC Amberg einen schlechteren Start. Nach acht Spielen nur drei Punkte geholt, bereits sechs Punkte Rückstand zum sicheren 13. Platz. Beim FC Amberg hat zwar niemand den letzten Platz gewollt, aber in Kauf genommen hat man ihn schon, und so kommt’s dann vielleicht auch.

Am 27. Juli war Mitgliederversammlung, da hat Werner Aichner seinen lange vorher schon angekündigten Abschied genommen mit dem frommen Wunsch: „Der Kühnlein wird’s schon richten.“ Der allerdings musste diese Woche das Training wegen einer Knieverletzung abbrechen, so dass sein Mitwirken heute fraglich ist. Bei Aichners Aussage waren drei Spiele vorbei, und der 26-jährige Kühnlein wird wohl auch nicht in der Lage sein, die Balance zwischen Erfahrung und Jugend herzustellen.

Balance fehlt

Der eingeleitete Verjüngungsprozess mit der Verpflichtung von jungen Talenten und eigenen U19-Junioren sei der richtige Weg, hat Aichner gesagt. Und auch warnend den Finger gehoben: „Die bisherigen Punktespiele haben gezeigt, dass das Verhältnis von bayernligaerfahrenen Führungsspielern und jungen Talenten nicht ausgewogen ist.“

Das hat Aichner nach drei Spielen gesagt, jetzt sind acht vorbei und deutlicher kann’s nicht sein, um das heikle Thema anzuschneiden. Trainer Lutz Ernemann wird nicht müde, seiner Mannschaft Willen, Teamgeist, gute Leistungen zu bescheinigen, letztlich fehlt halt die Erfahrung. Ernemann, bekanntermaßen Daueroptimist, legt sich für seine Mannschaft mächtig ins Zeug, wünscht sich Minimierung der Fehler. Das ist halt nicht so einfach, junge, in der Entwicklung befindliche Fußballer müssen Fehler machen dürfen. Dafür können die jungen Spieler nichts, sie tun wirklich ihr Bestes, gehen auch tapfer jedes Spiel auf den Platz und sind auch nahe dran, aber eben nicht ganz.

Die jungen Fußballer baut man in diesem Alter behutsam ein, aber sie sind überfordert in der Bayernliga. Es hilft ja nichts schön zu reden, darüber hinaus ist der Kader auf Dauer zu klein. Aber das wissen die Verantwortlichen auch. So wird man sich durchbeißen müssen, ein paar Plätze sind schon noch drin, doch der Blick nach hinten trübt immer mehr die Freude.

Und so kommt’s, dass der FC Amberg gegen den SC Eltersdorf klarer Außenseiter ist. In der Langenau in Eltersdorf hat man auch schon Regionalliga erlebt (2012/13 ) seither die fünfte Saison in Serie in der Bayernliga und nie schlechter als der achte Platz.

Wenn auch Eltersdorf sich selbst eher zurückhält, was die Platzierung am Ende der Saison anbetrifft. Was kann der FC Amberg da entgegensetzen.? „Es ist so ein Spiel David gegen Goliath“, meinte Ernemann, „der Unterschied könnte nicht größer sein“.

„Wir haben nichts zu verlieren“

Eltersdorf hat immer knappe Ergebnisse erzielt, „aber wenn die halt ein Tor erzielen, dann wird es ganz schwer“. Gegen Eltersdorf würden die Trauben „sehr, sehr hoch“ hängen, ließen Ernemann und Co. Ellmaier wissen. Es ist wieder so ein Spiel, „da haben wir nichts zu verlieren, vielleicht aber haben wir auch mal Glück. Jedenfalls denken wir nicht dran, von vornherein zu weichen“. Ernemann will versuchen, dem scheinbar übermächtigen Gegner ein Bein zu stellen. „Mit Anstand und Charakter alles rausholen“, hat Ernemann als Vorgabe ausgegeben. Es wird sich weisen.

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