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Sport aus Amberg
Freitag, 19. Januar 2018 9

Eishockey

ERSC Amberg gewinnt das Topspiel mit 3:1

Oli Engmann war der Turm in Ambergs Abwehrschlacht, der Löwen-Goalie ließ Schweinfurt ein ums andere Mal verzweifeln.
Von Günter Paßler

Kurz vor Spielbeginn lag in Schweinfurt die knisternde Spannung schon in der Luft. ERSC-Coach Dirk Salinger (rechts auf der Bank stehend) hatte die Amberger Löwen richtig eingestellt – sie gewannen beim Spitzenreiter mit 3:1. Foto: Günter Paßler

Amberg.Die ERSC-Löwen triumphierten in einem wahrhaftigen Eishockey-Krimi – und sie gewannen somit auch ihr siebtes Spiel in Serie. Gastgeber ERV Schweinfurt kassierte dagegen seine erste Heimpleite überhaupt. Mit dem 3:1-Sieg beim Spitzenreiter haben die Amberger das Aufstiegsrunden-Ticket auch rechnerisch gebucht. Mann des Abends konnte am Ende nur einer sein: ERSC-Torhüter Oliver Engmann.

„Für ein Landesligaspiel war das verdammt spannend und ein verdammt gutes Niveau“, zeigte sich ERSC-Coach Dirk Salinger hinterher tief beeindruckt von der Vorstellung der beiden Spitzenteams. Diese legten von Beginn an ein hohes Tempo vor, das bis in die Schlusssekunden durchgezogen wurde. Es war der viel beschworene offene Schlagabtausch, den sich die alten Rivalen lieferten, mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Die Amberger wirkten im Anfangsdrittel konzentrierter in ihren Aktionen und hatten definitiv hier auch die klareren Möglichkeiten. Schulbuchmäßig der Konter über Bernhard Keil, den Felix Köbele zur verdienten ERSC-Führung vollendete.

Ungestüme Angriffe der Gastgeber

Das sagt alles – Dirk Salinger, der Coach des ERSC Amberg. Foto: Andreas Brückmann

Im Mittelabschnitt wirkten die Löwen zunächst strukturierter, unterbanden relativ sicher die ungestümen Angriffe der Gastgeber. „Wir wussten, dass Schweinfurt mehr Spielanteile haben würde, dass wir in der Defensive hart arbeiten müssen, und das haben wir auch umgesetzt – natürlich mit einem überragenden Torhüter“, verteilte Salinger hinterher Komplimente.

Mit der allerersten Überzahlgelegenheit gelang Amberg dann auch das 2:0, durch einen unhaltbaren Schlagschuss von Dan Heilman. Bei einem weiteren Powerplay hatte Andreas Hampl den dritten Treffer auf dem Schläger, aber das Tor fiel dann Sekunden später auf der Gegenseite. ERV-Kapitän Dion Campbell gelang in der Unterzahl der 1:2-Anschluss. Das gab den Gastgebern nun spürbaren Auftrieb, auch wenn der ERSC nochmals eine Riesenchance über Köbele und Heilman verpasste. Die Körpersprache war bis zur zweiten Drittelpause schon eine andere.

Zum Schlussabschnitt kamen die Mighty Dogs dann wesentlich aggressiver aus der Kabine, setzten den ERSC vehement unter Druck. Die Amberger kamen minutenlang nicht aus ihrer Verteidigungszone und konnten nur dank zahlloser Paraden von Engmann den knappen Vorsprung verteidigen. Insgesamt nahm nun auch die Härte zu, ohne dass es allerdings wirklich unfair geworden wär.

Namen, Zahlen, Fakten

  • ERV Schweinfurt – ERSC Amberg 1:3 (0:1, 1:1, 0:1).


    Tore: 0:1 (15.) Köbele (Keil), 0:2 (24.) Heilman (Hampl/5-4), 1:2 (29.) Campbell (Knaup/4-5), 1:3 (58.) Schreier (Engmann/4-6); Strafen: Schweinfurt 12 Minuten, Amberg 18 + 10 (Schreier) + 10 (Schönberger); Schiedsrichter: Reitz, Schmidt; Zuschauer: 1000, davon etwa 170 aus Amberg. (apg)

Ein lautstarker Amberger Fantross

Zur Abwehrschlacht aus Amberger Sicht entwickelte sich die Schlussphase, wobei der ERSC immer noch selbst Konterchancen zur Vorentscheidung bekam – allerdings in überschaubarer Anzahl. Die Emotionen kochten langsam hoch, auf dem Eis wie auf den Rängen, wo der zahlreiche und lautstarke Amberger Fantross die Mannschaft anfeuerte. 18 Strafminuten kassierte der ERSC in den letzten zehn Minuten, zwei die Schweinfurter. Es lässt sich erahnen, was für ein Dauerbeschuss auf das Amberger Tor losgetreten wurde, in dem Oli Engmann mit stoischer Ruhe Scheibe um Scheibe abwehrte. Fünf Minuten vor dem Ende nahm ERV-Trainer Zdenek Vanc dann auch noch seinen Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Teilweise mit einer Sechs-gegen-Drei-Überzahl wollten die Gastgeber den Ausgleich erzwingen – doch sie wurden eiskalt ausgebremst. Engmann wehrte einen Schuss von Campbell ab, und Thomas Schreier traf quasi vom eigenen Tor weg über das ganze Feld ins verwaiste Schweinfurter Gehäuse zum 3:1 – die Entscheidung.

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