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Sport aus Amberg
Donnerstag, 27. Juli 2017 15° 7

Leichtathletik

Zwei Ambergerinnen in der Elite

Corinna Schwab und Katrin Fehm sammeln bei der U-18-Weltmeisterschaft in Kolumbien erstmals international Erfahrungen.
Von Rainer Plank, MZ

Katrin Fehm hat erst vor einem Jahr mit der Leichtathletik begonnen und dennoch schon die Quali für die Junioren-WM geschafft. Fotos: Kiefner

Amberg.Ist es die gute Luft oder einfach nur Zufall, dass sich aus ganz Bayern ausgerechnet zwei Amberger Leichtathletinnen für die U-18-Weltmeisterschaft in Kolumbien (15. bis 19. Juli) qualifiziert haben? Für die Trainer von Corinna Schwab und Katrin Fehm ist die Sache klar: „Talent, Ehrgeiz und kontinuierliches Training sind der Schlüssel zum Erfolg. Und dass beide Mädchen aus Amberg kommen, ist reiner Zufall“, sagt Ulrike Glück, die seit etwas mehr als einem Jahr das 17-jährige Sprinttalent Katrin Fehm coacht.

Zitterpartie für Fehm

Dass auch Corinna Schwab ein großes Talent ist, zeigt sie schon seit Jahren. Mit einer Zeit von 59,96 Sekunden über die 400 m Hürden hat sich die für den TV 1861 Amberg startende Schülerin an Pfingsten für Kolumbien qualifiziert. Katrin Fehm (SGS Amberg) hingegen musste bis vergangenes Wochenende um ihren Startplatz bangen. Da aber die verletzte Laura Großhaus (CLV Siegerland) auch in Mannheim den Leistungsnachweis über die 100 m nicht erbringen konnte, bekam die Ambergerin grünes Licht und flog nun am Montag zusammen mit ihrer Freundin Corinna Schwab sowie 38 weiteren deutschen Nachwuchsathleten ins Vorbereitungstraining nach Orlando (Florida), bevor es von dort direkt nach Kolumbien weiter geht.

„Wir haben uns sehr für sie gefreut“, sagten Schwabs Amberger Heimtrainer, Gundy und Lutz Glaser, als sie uns aus Brixen angerufen hat. Dort hatte ihr Schützling die WM-Norm über die 400 m Hürden (60,50 sec.) geknackt. Doch eine große Überraschung war die Zeit weder für die Glasers noch für die Athletin. „Sie hat sich konstant weiterentwickelt, so dass wir im Oktober schon das Ziel anvisiert haben“, so Lutz Glaser. Und wer könnte die Leistungsentwicklung der jungen Ambergerin besser einschätzen, als ihre Trainer, haben die Glasers das Amberger Talent nun schon im achten Jahr unter ihren Fittichen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Corinna Schwab geht in Cali über die 400 Meter Hürden an den Start.

Aller Anfang war aber auch bei Schwab nicht einfach. „Sie stand auf einmal da und wollte bei uns mittrainieren“, erinnert sich Lutz Glaser. „Allerdings war sie damals noch zu jung, wir hatten nur Athleten ab zehn Jahren.“ Aber ihre Hartnäckigkeit und vor allem die Tatsache, dass sie für ihr Alter schon sehr groß war, veranlassten das Amberger Trainergespann zum Umdenken. Sie nahmen Corinna in ihre Trainingsgruppe auf und merkten bald, dass sie „sehr ehrgeizig, schnell und auch vielseitig veranlagt“ war.

„Ich hatte zuvor Fußball beim SSV Paulsdorf gespielt, weil mein Vater dort Trainer war“, sagt Schwab. „Warum ich mich dann für die Leichtathletik entschieden habe, weiß ich gar nicht mehr.“ Doch das war offensichtlich kein Fehler: Das Amberger Talent absolvierte bis zum 14. Lebensjahr den Blockwettkampf und war dabei auch durchaus erfolgreich. 2013 konnte Schwab dann auch die ersten größeren Erfolge auf bayerischer Ebene über die 80 m Hürden und die 100 m Flach feiern, ehe sie im Jahr darauf noch mal einen Leistungssprung machte. Die Ambergerin gewann die Hürden über 80 m, 100 m und 300 m und die 300 m bei den süddeutschen und den Deutschen Meisterschaften in ihrer Altersklasse.

Und jetzt wartet die nächste große Herausforderung auf die 16-Jährige, die seit wenigen Tagen ihren Realschulabschluss in der Tasche hat: die WM in Südamerika. „Es ist zwar schwer, die Gegner einzuschätzen“, gibt Schwab ganz offen zu, „doch in den Endlauf würde ich schon gerne kommen.“ Und mit einer 58er-Zeit, die sie laut Trainer drauf hat, könnte das auch gelingen.

Positive Erfahrungen erwartet sich auch Katrin Fehm, bei der schon in der ersten Trainingseinheit zu sehen war, „welches Talent in ihr schlummert“, so ihre Heimtrainerin Glück. Nach dem Landkreislauf im vergangenen Jahr habe Julia Neiswirth ihre Vereinskameradin Fehm – beide wohnen in Hahnbach – zu einem Schnuppertraining mitgebracht“, sagt Glück.

Schallmauer durchbrochen

„Ich muss erst mal schauen, ob das was für mich ist“, war Fehm, die zu derzeit noch Fußball in Michaelpoppenricht spielte, noch etwas skeptisch. Doch ihre Trainerin ließ keine Zeit verstreichen und besorgte ihrem neuen Schützling sofort einen Startpass für die Oberpfalzmeisterschaften, bei denen die Ambergerin in 12,58 Sekunden Siegerin über die 100 m wurde. Fehm steigerte ihre Leistungen kontinuierlich, wurde bayerische Meisterin und schließlich mit 12,12 Sekunden Siebte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid.

Im Herbst vergangenen Jahres erfolgte die Aufnahme in den bayerischen Sprintkader und im Training wurde fortan an „sprintspezifischen Grundlagen gearbeitet sowie an einer neuen Starteinstellung gefeilt“, berichtet ihre Trainerin. Erste Erfolge zeigten sich im Winter mit dem bayerischen und süddeutschen Meistertitel über 60 Meter in der Halle.

Die Zwölf-Sekunden-Schallmauer durchbrach Fehm dann bei der Gala in Regensburg, wo sie 11,91 Sekunden lief. In Schweinfurt beim Ausscheidungswettkampf für die U-18-WM blieb die Ambergerin mit 11,80 Sekunden im Vorlauf und 11,84 Sekunden im Endlauf gleich zweimal unter der geforderten WM-Norm und hat sich somit die Weltmeisterschaft-Teilnahme redlich verdient.

„Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich zur WM fahre“, sagt die 17-jährige. Und genau so wie Corinna Schwab ist auch sie heilfroh, dass sie auf der weiten und langen Reise eine Freundin an ihrer Seite weiß. „Das hilft doch sehr“, sagt Fehm.

Als Ziel hat sich die 17-jährige Schülerin des Amberger Max-Reger-Gymnasiums eine neue persönliche Bestleistung gesetzt.

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