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Legionäre
Samstag, 30. Juli 2016 28° 8

Baseball

Legionäre starten in die neue Bundesliga-Saison

Buchbinder Legionäre gehen in starker Frühform in ihr 17. Bundesliga-Jahr. Der deutsche Meister will aber noch besser werden.
Von Claus-Dieter wotruba, MZ

REGENSBURG. Wenn ein Team als deutscher Meister in die Saison geht, dann ist das Ziel welches? Na klar, die deutsche Meisterschaft. Auch, wenn sich Martin Helmig inzwischen acht deutsche Titel ans Revers heften kann: Der erfahrene Trainer weiß, dass das so einfach natürlich auch wieder nicht ist. „Das ist alles Vergangenheit. Wir sind nicht auf dem Höhenflug, es geht Spiel für Spiel und der Weg ist das Ziel“, sagt er vor dem Bundesliga-Start der Buchbinder Legionäre am Samstag in Haar. „Auch, wenn man den Spruch oft gehört hat – er ist vernünftig.“

Das Regensburger Team, für das neben Helmig „auch noch mein Mit-Trainer“ Martin Brunner verantwortlich ist, blieb größtenteils zusammen. Schon im Vorjahr war es eines der jüngsten in der Klubgeschichte und geht folglich mit besten Perspektiven in dieses Jahr, das 17. in der Bundesliga. „Die ausländischen Spieler passen gut rein, die Mannschaft kann noch besser werden“, sagt Helmig. „Und es ist eine Mannschaft, die noch wächst.“

Von Dominanz wollen sie nicht reden in Regensburg. In der Oberpfalz setzen sie auf Talente, nicht auf Geld. „Wir stecken das lieber in Rahmenbedingungen“, sagt Vorstand Christian Siegert Bomhard über die Denkweise. Martin Brunner hat beim Blick auf die Konkurrenz festgestellt, dass diese „aufgerüstet“ habe und „sehr attraktive Ausländer“ auftauchen werden. „Wir haben die Messlatte gelegt“, sagt Helmig. „Aber das Maß aus dem Vorjahr wird heuer nicht mehr reichen.“

Überhaupt hat sich viel verändert in den vergangenen zehn Jahren. „Wenn ich einen Ludwig Glaser, heute 23 Jahre, „auf seinem Niveau mit 17 oder 18 heute ins Team nähme, hätten wir ein Problem“, versucht Brunner mit einem Beispiel aus dem aktuellen Kader die Entwicklung zu erläutern. Martin Helmig sieht die Belege auch in den Erfolgen der deutschen Baseball-Nationalmannschaft, die 2010 EM-Bronze gewann. „Früher war es vielleicht eine Handvoll mit Übersee-Erfahrung. Heute sind es an die 20 Spieler, die in Colleges jeden Tag gespielt haben.“ Das wirkt sich aus. Auch in der Bundesliga, auch auf den Ausländerpositionen. „Früher waren das zweitklassige College-Spieler“, sagt Brunner. „Die würden heute untergehen, weil schon die deutschen Spieler besser sind.“

Besser werden – das wollen die Legionäre wieder. In der Vorbereitung zeigten sie in den Testspielen eine beachtliche, fast beängstigende Frühform. „Ich habe selten eine Mannschaft erlebt, die auf so einem Fitnessstand war“, sagt Helmig. „Das verdanken wir Martin Brunners Arbeit im Winter. Aber das birgt auch Gefahr.“ Denn zum Ende der Saison, in den Playoffs muss die Form stimmen.

Dafür soll auch der Nachwuchs, der zudem in der 2. Mannschaft in der 2. Bundesliga Spielpraxis sammelt, wieder sorgen. „Wer dort gut spielt, bekommt seine Chance“, sagt Brunner. „Das hat der ersten Mannschaft zuletzt Tiefe gegeben.“ Mit dem 16-jährigen Maik Ehmcke, der aus Dohren in der Nähe von Hamburg nach Regensburg kommt, nennt er auch einen potenziellen Anwärter, der „versuchen wird, den etablierten Spielern die Arbeit wegzunehmen.“

Arbeit bleibt auf vielen Gebieten. Ab Sonntag bietet Regensburg in dem von der amerikanischen Major League Baseball (MLB) initiierten Nachwuchs-Turnier eine Talenteschau, die 17 Profi-Organisationen in die Oberpfalz lockt. „Das ist mehr als bei Olympia“, sagt Brunner. Für die Legionäre eine gute Gelegenheit, Kontakte zu schmieden. Denn die Streichung von Baseball als Olympia-Sportart trifft auch sie: Die geplante Indoor-Anlage ist ohne Zuschüsse nicht finanzierbar. „Wir setzen auf eine Kompensation durch die MLB“, sagt der Legionäre-Vorstandsvorsitzende Armin Zimmermann. „Es sieht nicht schlecht aus.“

Durch den Verzicht des deutschen Meisters, der die Ausländerregelung monierte, kommt im europäischen Verband auch eine Modus-Diskussion im Europapokal in Gang. „Es wird eine Kommission gebildet, in der ich der deutsche Vertreter sein werde“, sagt Martin Brunner.

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