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Sport aus Cham
Montag, 23. Oktober 2017 5

Handball

Der Angestellte trifft gegen den Chef

Zwar ist Start-Gegner TV Münchberg dem ASV Cham gut bekannt, vielleicht aber auch zu stark für den ersten Auswärtssieg.

Noch grübelt Filip Turecek (Mitte) mit seinen Schützlingen, ob man gleich in Münchberg gewinnen solle oder erst im ersten Heimspiel.Foto: Tschannerl

Cham.Filip Turecek, neuer Chefbeautragter des ASV-Ballwurfes, kennt die Chamer Verhältnisse ja schon von früher. Als der heutige Fachmann für Computerspiele damals als Spieler zu Chamer Bayernliga-Zeiten wusste, dass es um den Heim-Event gehe. Um das Event-Publikum am Ort zu erfreuen vor dem Eintauchen ins samstagabendliche Nachtleben. Auf dass die Leute wiederkämen, weil sie bestens unterhalten wurden. Turecek hatte seinen Part damals wirklich meist erfüllt als Granate im Angriff – „Wir hatten eine super Mannschaft damals“, erinnert sich der Pilsener.

Heute ist die Granate von damals Trainer in Cham und weiß natürlich immer noch, worauf es ankommt: „Wir haben viele junge Spieler, wollen gut spielen“, will der Neue allerdings keinen zu großen Druck aufbauen, bevor es am Samstag, 19.45 Uhr, in der oberfränkischen Textilstadt Münchberg losgeht. An Aufstieg sei heuer nicht zu denken, weil sich die jungen Spieler erst entwickeln müssten. Im Windschatten der tschechischen Spiele-Entscheider. Vor Jahresfrist, ebenfalls am ersten Spieltag, ging es aus wie erwartet: Der TV Münchberg gewann mit 29:21 und ging im Rückspiel leer aus, immer das gleiche Spiel. „Ich freue mich drauf“, so Turecek, „wir haben keine Angst, aber es wird schwer, weil Münchberg eine gute Mannschaft ist.“

Turecek weiß, wovon er spricht, denn vor zwei Jahren steckte er noch im Leiberl des HSV Hochfranken, der übrigens die Landesliga-Rückkehr geschafft hat und sich fraglos ebenfalls freut aufs Wiedersehen mit den Ehemaligen. Die hatten damals im Treffen mit dem ASV Cham die inoffizielle Pilsener Stadtmeisterschaft ausgekegelt. „Zuhause haben wir Unentschieden gespielt, in Cham verloren“, schmunzelt Ex-Spieler Turecek über seine Cham-Erfahrungen auf der Gegenseite. „Wir hatten keine Chance, weil der Hejduk so überragend gehalten hat“, kommt der ASV-Übungsleiter allerdings nicht ins Grübeln wegen dieser Position in seinem Team. „Ich habe mich auf Bistrian und Fritsch festgelegt“. Zwölf Feldspieler und zwei Torleute sollen regelmäßig auf dem Spielberichtsbogen stehen. Youngster Manuel Wagener hat den Trainer besonders überzeugt in der Vorbereitung. Dass natürlich eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, sprich sich ein Bayernliga-Aufstieg nicht erzwingen lässt, darin ist sich Filip Turecek einig mit den Seinen. Es gehe halt um sichtbare Weiterentwicklung im Spiel. Dafür hat der Coach fast alles mit Ball machen lassen im Training, um den Spaßfaktor zu erhöhen. Weil aber gerade in der tschechischen Schule die alte Weisheit gelte, Spiele würden im Angriff gewonnen, Meisterschaften in der Abwehr, setzt Turecek künftig auf eine 5-1-Abwehr, natürlich situationsbedingt. Auch eine 4-2-Formation könne den Gegner überraschen.

Die Gegner sind sich jedenfalls bestens gegenseitig bekannt. Nicht nur weil Münchberg ebenfalls vier Tschechen in Diensten hat, weil die erste Sechs ebenfalls sehr stark ist, die 3-2-1-Abwehr zum Problem werden könnte. Bloß nicht durchs Münchberger Konterspiel schnell entscheidend ins Hintertreffen zu geraten, heißt das Chamer Vorhaben.

Bliebe noch Münchbergs Top-Mann Jan Lad. Ungelogen, der Mann ist Angestellter in Tureceks Firma und sein Chef auf der Chamer Trainerbank kann ihm nicht einmal verbieten viele Tore zu werfen. Dafür hat Cham ja einen Tahovsky. Gute Freunde kann niemand trennen ... (gu)

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