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Sport aus Cham
Freitag, 24. November 2017 10° 5

Kraftsport

Josef Pangerl sichert sich das „Triple“

Der 49-jährige Lohberger wurde in Prag mit neuer persönlicher Bestleistung von 240 Kilogramm Weltmeister im Kreuzheben.

Fünf Mann von „Kinema“ – fünf Weltmeister und dazu noch drei Weltrekordler: Sepp Pangerl, hier mit Sohn Ben, holte sich den WM-Titel mit 240 Kilogramm im Deadlift. Foto: kfl

Lohberg.Der Bundespolizist Josef Pangerl aus Lohberg hat in dieser Woche mit seinem Weltmeistertitel im Deadlift (Kreuzheben) das „Triple“ geholt. Nach dem deutschen Meistertitel im Frühjahr in Frauenau und dem Europameistertitel im Sommer – jeweils im Kraftdreikampf – stand er nun zum dritten Mal ganz oben auf dem Siegerpodest. Bei der Weltmeisterschaft in Prag gingen 600 Qualifikanten an den Start.

„240 Kilogramm ist meine persönliche Bestleistung, die ich im zweiten Versuch erreicht habe. Bei der Europameisterschaft in Österreich hatte ich 237,5 kg aufgelegt“, freute sich der für den SV Lohberg startende Kraftsportler über sein erfolgreiches Jahr.

Josef Pangerl hatte noch einen dritten Versuch und probierte sogar noch die 250 Kilogramm. Vor allem wegen eines Technikfehlers schaffte er es „nur“ bis zu den Knien. Es fehlte der letzte Wille, weil er im Kinema in Neukirchen b. Hl. Blut an diesem Wochenende eine gute Figur machen wollte und seine Kräfte etwas einteilen musste, wie er sagte. Die Studiomeisterschaft des Teams Eisenhart im Bankdrücken und Kreuzheben, die im Fachjargon „Black Competition“ heißt, war das absolut letzte Turnier in diesem Jahr, für das er jedoch noch einmal richtig motiviert war.

Vergangenen Montag war Pangerl mit Frau Melanie und dem vierjährigen Sohn Ben – er ist sein größter Fan – nach Prag gefahren. Am Dienstag war der erste Tag mit 150 Startern im Deadlift. Die WM hätte noch bis Samstag bis zur Disziplin Powerlifting (Dreikampf) gedauert, aber das ließ der Familienvater zugunsten der Studiomeisterschaft sausen. Für Prag hatte er sich bei der Europameisterschaft in Telfs in Österreich qualifiziert. Nur die ersten Drei hatten Startrecht in der Sportarena von Sparta Prag.

Rekorde für das Kinema-Team

In der tschechischen Hauptstadt ging es dann um 9 Uhr recht zügig los. „Unsere Gruppe – insgesamt waren es elf Formationen – war nachmittags um 15.30 Uhr an der Reihe“, erzählte der Lohberger. „Fünf Mann von Kinema – fünf Weltmeister und dazu noch drei Weltrekorde“, lautete die Bilanz. Sepp Sussbauer aus Neukirchen b. Hl. Blut, Franz Ritzer aus Landshut, Robert Baumann aus Neukirchen b. Hl. Blut und Dirk Lauber aus Bamberg und Josef Pangerl schafften dieses Kunststück. Der Lohberger hat den Wettkampf mit 220 Kilogramm begonnen, die er sicher heben kann. „Das war für den Kopf, damit ich ruhiger wurde. Hinterher war ich entspannter, legte die Nervosität langsam ab“, sagt der Kraftsportler. Nach der ersten Selbstbestätigung hat er um 20 Kilogramm erhöht. „Das war schon ein großer Sprung“, sagte er. Damit ließ er sich gleich seine Bestleistung auflegen und knackte sie beim ersten Versuch. Als nächstes standen 250 Kilogramm im Raum, an denen er scheiterte. In der Nachbetrachtung hatte er sich einfach zu wenig gesammelt und konzentriert.

Der kleine Sohn fiebert mit

„Hast es nimma in die Höh bracht?“, hat Sprössling Ben gleich gemerkt, dass das Gewicht für den Papa zu schwer war. Dass sein Kleiner so leidenschaftlich mitfiebert, entlockt dem frischgebackenen Weltmeister jedes Mal ein Lächeln. Während die Familie Pangerl mit dem Weltmeistertitel heimwärts fuhr, liefen die Wettkämpfe noch bis zum Samstag. „Der Kraftsport ist im Aufwind. Es ist viel Nachwuchs dabei, die Jüngsten mit 16, 17 Jahren“, weiß der Lohberger. „Kreuzheben ist die beste Ganzkörperübung überhaupt“, bricht der Bundespolizist eine Lanze für seinen Sport, und bedauert insgeheim, dass es keine olympische Disziplin ist. „Der Weltrekord liegt bei meiner Altersklasse bei 300 Kilogramm. Bis dahin brauche ich noch vier, fünf Jahre“, lässt Pangerl keinen Zweifel an seinem sportlichen Ziel. Eine solche Leistung zu wiederholen, sei das Schwierigste. Dazu brauche man ein oder zwei Jahre, dann gehe es wieder weiter nach oben. Nach zwölf Wochen Vorbereitung könne man stets die Höchstleistung abrufen. Dann folgen einige Wochen Regenerationstraining mit leichten Gewichten..

Im nächsten Jahr kommt Josef Pangerl als 50-Jähriger in die nächste Altersklasse“, sieht er dem Älterwerden gelassen entgegen. Der Kraftsport sei besser als sein Ruf, merkt er an. Pangerl verbringt viermal in der Woche drei Stunden im Studio. „Auf eine saubere Technik achten, alles andere ist reine Kopfsache“, verrät er sein Erfolgsrezept. (kfl)

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