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Sonntag, 25. Juni 2017 27° 4

Ein Feindbild und neue Erkenntnisse

Böse Eisbären-Blicke für Schiedsrichter Aumüller nach der Derby-Niederlage in Straubing

Grund zur Aufregung hatte Erich Kühnhackl in Straubing genug.Foto: Büttner

Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

REGENSBURG. Wenn Blicke töten könnten, Roland Aumüller wäre nicht heil in die Kabine gekommen. Mark Woolfs Augen blitzte den Schiedsrichter nach dem 2:3 verlorenen Derby in Straubing wütend an. Marian Bazany, viermal auf die Strafbank geschickt, winkte nur ab. Peter Gulda konnte sich ein paar klare Takte nicht verkneifen mit der Konsequenz einer zehnminütigen Disziplinarstrafe nach dem Schlusspfiff. Und Trainer Erich Kühnhackl meinte in der Pressekonferenz: Ich bin ein fairer Sportsmann und gratuliere Straubing natürlich. Er legte dann aber doch nach: Um des Spieles und der Zuschauer wegen sollte der DEB vielleicht den Schiedsrichter weglassen.

Besonders erbost hatte die EVR-Fraktion die Strafzeit für Jason Miller wegen unkorrekter Ausrüstung, die 100 Sekunden später den spielentscheidenden Treffer nach sich zog. Sowas habe ich noch nie erlebt, kommentierte Kühnhackl noch tags darauf. Miller wird attackiert, der Verteidiger greift nach dem Helm. Wenn schon, dann hätte er beide rausschicken können. GmbH-Geschäftsführer Markus Schrör blickte eigens ins Regelwerk und fand die Aumüller-Interpretation eigenwillig. Überhaupt waren nach Kühnhackls Gusto die 62 Strafminuten der Partie (16 Straubing, 26 + je 10 für Gerike und Gulda Regensburg) des Guten eindeutig zuviel. Das war ein durchaus faires Spiel.

Wieder einmal verpassten die Eisbären also einen Sprung in alleroberste Regionen: Mit einem Sieg hätten die Eisbären bis auf Rang zwei im so dicht gedrängten Vorderfeld der 2.Bundesliga vordringen können. Sie investierten einiges und hatten doch das Nachsehen. Das war eines der besseren Derbys, fasste Erich Kühnhackl zusammen und Kollege Dany Naud fühlte sich bei seiner Premiere an die aktive Zeit erinnert: Das habe ich nur bei Landshut gegen Rosenheim so erlebt, soviele Emotionen waren da drin. Da muss man kühlen Kopf bewahren, und ich denke, das haben wir getan.

Dennoch, auch diese Niederlage empfand Erich Kühnhackl, der gestern in Hopfen am See mit Mister Eishockei Xaver Unsinn (Unser Trainer) und alten Kameraden dessen 75. Geburtstag feierte, als Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns über 60 Minuten sehr gut präsentiert, klang alles wie nach dem Schwenningen-Spiel. Da sind die Spieler mehr verärgert als der Trainer.

Das Wochenende hatte ja auch weitere Erkenntnisse gebracht. Erstens: Angesichts des Zweitliga-Niveaus fallen Handicaps ins Gewicht. Die kranken Jason Miller und Mark Woolf können ein Lied davon singen. Wie sie sich durchbeißen, ist schon in Ordnung, lobt Kühnhackl. Zweitens: Ein Shawn Heaphy zeigte schon in zwei Spielen, dass er Leader-Qualitäten hat. Er bringt sich gut ein. Und wir haben die Hoffnung, dass er Ervin Masek mehr abverlangen kann. Dann werden wir unberechenbarer. Drittens: Das Wechselspiel von Enrico Kock und Daniel Menge in Reihe zwei hielt an. Ich werde diese Woche ein Gespräch mit beiden suchen. Viertens: Der Super-Block in Überzahl (Ancicka, Gerike, Woolf, Miller, Masek) bleibt nach dem Crimmitschau-Experiment zusammen: Ein bissl mehr schießen müssen sie halt. Fünftens: Was ein Martin Ancicka auf dem Eis derzeit abliefert, will gewürdigt sein. Er ist wie ein Kapitän sein sollte, sagt Kühnhackl.

An einen Durchmarsch der derzeit dominierenden sechs Teams in der Liga, die dem Rest des Feldes ein wenig enteilt sind, glaubt Kühnhackl indes nicht. Du musst konstant spielen. Sonst kommt auf einmal zum Beispiel Essen weit nach vorne.

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