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Freitag, 22. September 2017 21° 2

Einer, der fürs Eishockey zum Boxen geht

Jonas Leserer: Der aktuelle Cavallin-Ersatz und Eisbär auf Zeit tut viel für sein Hobby

Von Felix Jung, MZ

REGENSBURG. Jonas Leserer ist im Stress. Momentan versucht der 17-Jährige mehr denn je, Schule und Eishockey zu koordinieren. Der Junioren-Torhüter des EV Regensburg ist für den Backup-Goalie der Eisbären in die Bresche gesprungen. Das bedeutet, weitere Stunden für sein großes Hobby zu investieren. Dabei steht Leserer sowieso jeden Tag auf dem Eis. Zurzeit denkt er lieber nicht darüber nach, ob seine Leistungen an der Fachoberschule darunter leiden. Meine Ausbildung ist mir wichtig. Vielleicht werde ich mal Ingenieur, sagt er. Und das klingt ehrlich. Natürlich träumt der 17-Jährige gerade jetzt von einer Eishockey-Karriere. Leserer bleibt aber realistisch: Ich weiß, dass ich noch nichts erreicht habe. Auf dem Level meiner Mitspieler bin ich längst nicht. Wer kann aber schon von sich behaupten, beispielsweise mit einem ehemaligen NHL-Spieler wie Jason Miller in einem Team gestanden zu haben?

Die Situation wollte es so: Weil Bastian Niedermeier sich vor zwei Wochen im Heimspiel gegen Freiburg in einem Sieben-Minuten-Einsatz die Schulter auskugelte, war bei den Eisbären der Notstand ausgebrochen. Freilich nur kurzzeitig für Stürmer Bogdan Selea lagen in Essen schon Kelle und Maske bereit. Dann präsentierte das Trio Lala, Schrör, Kühnhackl die Lösung auf Zeit, Jonas Leserer. Viel Vertrauen für den fleißigen Nachwuchsspieler, der seit diesem Sommer regelmäßig beim Zweitligisten mittrainiert. Am vergangenen Donnerstag gegen Bad Tölz saß der 17-Jährige zum ersten Mal auf der Bank.

Auf dem Weg zur Donau-Arena machte ich mir noch keine großen Gedanken. Auch in der Kabine war ich ganz ruhig, denn ich wusste: Ich würde sowieso nicht spielen. Aber dann, als in der Halle das Licht heruntergedimmt und ich aufs Eis gerufen wurde, da bekam ich doch Muffensausen, erzählt Leserer von seinem Premierenauftritt.

Begonnen hat alles auf einem Weiher in Fußenberg gleich neben dem Elternhaus. Schließlich wurde der fünfjährige Kufenflitzer ins ehemalige Freiluftstadion an der Nibelungenbrücke zum Training gefahren. Dort überredete EVR-Torwartgröße Stefan Turba den kleinen Stürmer, in den Kasten zu gehen. Ich hab es nie bereut, auch wenn manche Leute, Torhüter für verrückt halten. Das kann ich nicht bestätigen. Jonas mauserte sich zum großen Rückhalt. Das Bambini-Turnier 1998 bleibt ihm als sein größter Erfolg in Erinnerung: Gegen die Amerikaner haben wir nur 0:2 verloren. Die waren so stark, dass mir nachher in der Kabine schwarz vor Augen wurde, so sehr stand ich unter Druck.

Jonas Leserer ist ehrgeizig und engagiert. Er spielt nicht nur wie viele Eishockey-Cracks Inline-Hockey, sondern assistiert in einem tschechischen Sommer-Trainingslager (Kinder bis zu 12 Jahren) internationalen Übungsleitern. Damit nicht genug: Um Kondition und Reaktionsschnelligkeit zu verbessern, geht der 17-Jährige auch noch ins Boxtraining.

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