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Eisbären
Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 12

Er gibt keinen halben Meter preis

Daniel Huber: Ein Heatley-Fan auf den U16-Spuren von Dotzler/Dörfler

Von Felix Jung, MZ

REGENSBURG. Ohne Eishockey-Montur wirkt der blonde Lockenkopf fast schüchtern, als er sich beim Pressetermin den Fragen stellt. Dazu hat der 15-Jährige eigentlich gar keinen Grund, denn schlechte Noten gibt es heute nicht zu verteilen. Ganz im Gegenteil: Daniel Huber hat im November auf einem Sichtungslehrgang der U16-Eishockey-Nationalmannschaft eine Beurteilung par excellence erhalten. Der Stürmer des EV Regensburg bewies im Qualifikationscamp für den A-Kader Durchsetzungsvermögen. Zunächst nur auf Abruf nominiert nutzte der Schüler seine Chance im österreichischen Sterzing. Er zeigte den DEB-Trainern, dass es nicht nur in den deutschen Eishockey-Hochburgen, sondern auch zuweilen Talente in der Oberpfalz gibt, obwohl hier nicht gerade die großen Gelder für den Nachwuchs fließen. Vom EVR haben bisher nur Alex Dotzler und Andi Dörfler den Sprung in den A-Kader der U 16 geschafft.

Es waren viele Spieler aus Mannheim und Köln da. Ich war der Einzige aus der Bayernliga. Alle anderen spielen in der bundesweiten DNL, erklärt Daniel. Sein Ziel: so bald wie möglich, in der Deutschen-Nachwuchs-Liga mitmischen. Trainer Günter Dörfler achtet streng darauf, dass der ehrgeizige Nachwuchscrack die Bodenhaftung behält: Erst soll er mal die Schule fertig machen. Die muss er gut abschließen und dann kann man überlegen, wie es mit ihm sportlich weiter geht. Der ehemalige EVR-Kapitän bescheinigt seinem Schützling gutes Koordinationsvermögen. So sahen es auch die DEB-Späher und urteilten: Führungsspieler mit guter Schlittschuhtechnik und Übersicht. Kein Wunder, dass er im sechstägigen Trainingslager die erste Reihe als Mittelstürmer anführte.

Die Schnelligkeit ist noch verbesserungswürdig und das lernt Daniel nur in der DNL. Die trainieren ganz anders als wir, sagt er vor den Ohren seines Trainers. Dörfler hebt warnend den Finger und scherzt: Pass auf, was du sagst! Werde mir bloß kein Überflieger, sonst pack ich dich.

Hat der Bursche Vorbilder bei den Eisbären? Daniel zögert. Dann rückt er mit der Sprache raus: Eigentlich nicht. Vielleicht Jason Miller. Aber einer aus der NHL gefällt mir sehr gut. Es ist Dany Heatley von den Atlanta Thrashers. Der kann mit dem Puck umgehen. Wahnsinn! Freilich hat der 15-Jährige mit dem Star jede Menge gemeinsam: den Vornamen beispielsweise, die Rückennummer 15 oder auch die Schlägerhaltung links. Ein wesentlicher Unterschied besteht allerdings: die Körpergröße. Heater misst stattliche 1,88 Meter. Da fehlen seinem Fan Dani jede Menge Zentimeter. Der 15-Jährige gleicht dieses Manko spielend aus. Keiner zeigt mehr Einsatzwillen als er. Der gibt keinen halben Meter auf dem Eis preis, sagt Dörfler und diese Tugend hat die DEB-Trainer wohl auch überzeugt.

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