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Eisbären
Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Eishockey

EVR überrollt den Tabellenführer

Furioses Startdrittel und herrliche Tore bescheren 6:2 gegen Bad Tölz. Ein Endspiel um Platz zwei gibt es in Selb aber nicht.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Marco Habermann und Peter Flache (in den roten Trikots, von links) demonstrieren es: Der EVR bot gegen Bad Tölz einen intensiven Kampf. Foto: Nickl

Regensburg.Einen starken Auftritt legte der EV Regensburg im letzten Heimspiel der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga Süd vor dem Playoff-Start am 10. März hin. 2300 Zuschauer sahen in einem intensiven und hochklassigen Spiel einen 6:2 (3:1, 1:0, 2:1)-Erfolg gegen den Spitzenreiter EC Bad Tölz. Nach dem Selber Sieg in Peiting ist Platz drei vor dem abschließenden Spiel am Sonntag (18 Uhr) bei den Wölfen allerdings fix.

Es war einiges ungewöhnlich in der Donau-Arena. Dass eine Frau ein EVR-Spiel leitet, ist nicht alltäglich. Dabei ist die 40-Jährige mit Erfahrung von zwei Olympischen Spielen, WM-Endspielen der Frauen und in der DEL 2 der Männer längst eine Fixgröße. Ungewöhnlich war auch, wie der EVR loslegte: Die Bad Tölzer hatten noch kaum Luft geholt, da stand es 1:0: Marco Habermann eroberte die Scheibe, schoss, Markus Janka parierte zwar, doch Billy Trew traf im Nachschuss – nach gerade 14 Sekunden.

Die EVR-Fans wurden dem nach Zahlen und Leistungen besten Oberliga-Keeper gegenüber schnell frech. Die Regensburger überrollten den Gegner – immerhin ja Tabellenführer – im Lawinenstil. Nach dem Traumpass von Tomas Gulda hatte Nikola Gajovsky wenig Mühe, das 2:0 zu erzielen (12.). 199 Sekunden später war Benedikt Böhm der Endpunkt einer mustergültigen Kombination, als der EVR bei angezeigter Strafe für Bad Tölz kurz in 6:5-Überzahl auf dem Eis war.

Janka: Wie einst im Oktober

Für den Ex-Regensburger Janka schien sich der Tag ähnlich mies zu gestalten wie am 23. Oktober 2016, als der Löwen-Schlussmann beim 1:6 nach 43:38 Minuten beim Stand von 1:5 den Platz zwischen den Pfosten geräumt hatte. Immerhin verkürzten die Tölzer bei der ersten EVR-Strafzeit für Yannick Drews auf 1:3 (19.), nachdem Christian Kolacny kurz zuvor noch den Pfosten getroffen hatte.

Trotz des furiosen Startdrittels war das erhoffte Endspiel um Rang zwei in Selb am Sonntag aber schon zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie erledigt, weil die Oberfranken trotz einer Grippewelle im Team mit ihrem Mini-Aufgebot von zwölf Feldspielern in Peiting 3:1 führten und das Spiel am Ende auch mit 6:2 gewannen.

Erst im zweiten Durchgang fanden die Tölzer, die erst am Sonntag zuhause gegen Peiting Meister der Oberliga Süd und EVR-Nachfolger werden können, besser ins Spiel. Sogar viel besser: Die Oberbayern um Trainer Axel Kammerer mühten sich, rackerten – und kamen ganz, ganz nah an das 2:3, das das Spiel wieder offen gestaltet hätte. Just, als es entscheidend wurde, blieb der EVR seinem Tagesmotto „Ein Tor schöner als das andere“ treu. Im Duett mit dem fleißigen Yannick Drews setzte sich Nikola Gajovsky so durch, wie es in der gesamten Liga wohl nur er kann, und traf in der 33. Minute zum 4:1. Dem Gast war damit der Zahn gezogen: Fortan bestimmte der EVR wieder das Geschehen, bei dem die DNL-Youngsterreihe mit Matteo Stöhr, Nico Kroschinski und Felix Schwarz nur zu ein paar Kurzeinsätzen kam, weil die Tölzer nur mit zehn Stürmer agierten.

Mark Dunlops Faustkampf

100 Sekunden Überzahl zum Start des Schlussbschnitts eröffneten den Tölzern die Chance zum Anschluss. Die Gäste brauchten nur die Hälfte davon, dann verkürzte Torjäger Stefan Reiter auf 2:4. Der EVR wusste schnell Antwort: Peter Flache lag hinter dem Tor gerade im Clinch, da nutzte Billy Trew vor dem Tor die Situation nach 23 Überzahl-Sekunden zum 5:2 (43.).

Ein Faustkampf von Mark Dunlop gegen den Tölzer Beppo Frank sorgte für EVR-Unterzahl – und Stimmung auf den Rängen (48.). Der überragende Gajovsky setzte das 6:2 drauf und beendete damit, nach 51:21 Minuten, auch diesmal den Arbeitstag von Markus Janka in Regensburg vorzeitig.

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