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Eishockey

Mit Vollgas in die ersten Testspiele

Crimmitschau ist der erste Prüfstein für die Regensburger Eisbären. Heiß zieht nach einer Woche Training zufrieden Bilanz.
Von Heinz Gläser, MZ

Alle mal aufgemerkt! Eisbären-Coach Beppi Heiß (r.) erläutert seinen Schützlingen die Inhalte der nächsten Trainingseinheit. Foto: Nickl

Regensburg.Aus der Kabine schallt deutschsprachiges Liedgut, passend zur Tageszeit erklingt der Prima-Laune-Titel „Guten Morgen, Sonnenschein“ der Griechin Nana Mouskouri. Lautes Gelächter in den Katakomben der Donau-Arena zeugt auch sonst von der vorzüglichen Stimmung in den Reihen der Regensburger Eisbären.

Der Eishockey-Oberligist hat am Dienstagvormittag zum Medientag gebeten. Gelegenheit, eine Woche nach dem Trainingsstart und drei Tage vor dem ersten Testspiel-Aufgalopp vor heimischem Publikum gegen den Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau (Freitag, 20 Uhr) eine erste Bilanz zu ziehen. Und diese fällt aus Sicht von Beppi Heiß rundweg positiv aus. „Wir haben natürlich sehr hart trainiert, aber die Atmosphäre ist ganz entspannt“, sagt der neue Chefcoach der ambitionierten Regensburger.

Angesichts von zwölf Neuen und 13 Abgängen hat neben den täglichen zwei Trainingseinheiten auf dem Eis das gegenseitige Kennenlernen im runderneuerten Eisbären-Kader Priorität. „Das passt“, sagt Heiß und fügt schmunzelnd hinzu: „Einen Stinkstiefel habe ich noch nicht entdeckt.“

Der gemeinsame Grillabend vor dem Trainingsstart mit den Familien und Freundinnen der Spieler habe wie gewünscht Früchte getragen und den Einstieg erleichtert. „Wichtig ist, dass die zwischenmenschliche Ebene stimmt. Die Spieler müssen nicht die besten Freunde sein, aber sie müssen für den sportlichen Erfolg an einem Strang ziehen, und diesen Eindruck habe ich“, betont Beppi Heiß.

Hervorragender Eindruck

Der 54-Jährige hat bereits personelle Weichen gestellt und den Kapitän bestimmt. Neuer Spielführer der Eisbären ist Peter Flache. Der 35 Jahre alte Deutsch-Kanadier, der seit 2015 für die Regensburger spielt, bringe neben der Erfahrung auch die nötige „Ausstrahlung“ mit, begründet Heiß seine Wahl. „Peter geht voran, er will immer gewinnen. Er kann damit ein Vorbild für die vielen Jungen in unserem Kader sein“, lobt Heiß. Peter Flaches Stellvertreter sind Nikola Gajovsky und Franz Mangold, der Neuzugang von den Tölzer Löwen.

MZ-Sportredakteur Claus Wotruba hat mit Trainer Beppi Heiß alle 23 Spieler im Kader unter die Lupe genommen.

Heiß hat nach eigenen Worten die Trainingsbedingungen vorgefunden, die er sich erhofft hatte. „Der hervorragende Eindruck, den ich schon bei früheren Besuchen hier gewonnen hatte, hat sich bestätigt“, bilanziert er. Einzig die „etwas späten Eiszeiten“ in der Donau-Arena sind nicht nach seinem Geschmack, doch dieses Problem werde ab September der Vergangenheit angehören. „Manchmal ist für die Spieler nach etwas Auslaufen und Stretching erst um 22.30 Uhr Schluss“, sagt er. Ein Manko, das der Ex-Nationalspieler auch humorvoll zur Kenntnis nimmt: „So kommt wenigstens keiner auf die Idee, nach dem Training noch groß durch die Kneipen zu ziehen.“

Hier finden Sie den Kader der Eisbären Regensburg für die neue Saison.

Neun Testspiele sind bis zum Saisonstart Ende September terminiert, am Sonntag (17 Uhr) steht bereits das zweite Duell mit den Eispiraten auf dem Programm, dann in Crimmitschau. Dass es weitere Kräftemessen mit DEL2-Klubs wie Ravensburg oder Bayreuth geben wird, ist ganz nach dem Geschmack von Beppi Heiß. „Da können sich die Jungs schon mal durchboxen.“ Stürmer Benjamin Kronawitter sieht’s ähnlich wie sein Coach: „Wir müssen gleich richtig Gas geben“, sagt der Neuzugang aus Sonthofen. Und Nikola Gajovsky assistiert: „Wir brauchen so eine schwere Vorbereitung. Das ist gut für uns.“

Neue Erfahrungen

Benjamin Kronawitter lobt derweil bereits den Teamgeist, der sich bei den Eisbären entwickelt: „Wir sind junge Burschen, die meisten aus Bayern. Da ist ein guter Kern in der Mannschaft.“ Routinier Jason Pinizzotto, der aus Crimmitschau gekommen ist, taxiert seine persönliche Eingewöhnungszeit dennoch auf „noch drei bis vier Wochen“. Auch mit 37 Jahren geht der Deutsch-Kanadier enthusiastisch an die neue Aufgabe heran: „Das ist ja der Spaßfaktor im Eishockey, immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln.“

Bis auf kleinere muskuläre Probleme hat die tägliche Trainingsfron noch keine körperlichen Spuren hinterlassen. „Das spricht für die Dosierung“, sagt Heiß, der überdies erfreut registriert hat, „dass keiner mit einem kleinen Bäuchlein aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt ist“. Fit genug für den Testspiel-Start sollten die Eisbären also allemal sein.

Eine Hiobsbotschaft kommt derweil von Jonas Leserer: Der dritte Torhüter der Eisbären wird wegen eines Syndesmoseband- und Außenbandrisses im rechten Sprunggelenk nach Vereinsangaben voraussichtlich sechs bis acht Wochen ausfallen.

Keine Rolle mehr in den Eisbären-Planungen spielen die Try-Out-Akteure Julian Bogner und Leo Allgaier. In der Vorbereitung weiterhin vorspielen darf dagegen Steven Maier, der nach den Worten von Beppi Heiß bislang „einen guten und fitten Eindruck“ hinterlassen hat.

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