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Eisbären
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Eishockey

Alle schauen auf die Eisbären

Das Wochenende wird zeigen, ob im Team von Beppi Heiß Ruhe einkehrt. Der kurze Trainer-Dienstweg nach Bayreuth funktioniert.
Von Claus-Dieter Wotruba

Viel tat sich in den vergangenen beiden Vergleichen vor dem Waldkraiburger Tor. Trotzdem warnt Trainer Heiß: „Die sind nicht ungefährlich.“ Foto: Nickl

Regensburg.Es ist das erste offizielle Spiel, nachdem Christian Sommerer die Geschäftsführung der Eisbären-GmbH von Stefan Liebergesell übernommen hat. Und natürlich ist es eine der Fragen im Vorfeld des Heimspiels am Freitag (20 Uhr) gegen den EHC Waldkraiburg und der Auswärtspartie am Sonntag (17 Uhr) beim drei Punkte besser stehenden EC Peiting: Ist es gelungen, den Ruheschalter zu finden oder wirken sich die Personalnachrichten von neben dem Eis auch auf dem Eis aus? Für Beppi Heiß ist die Antwort klar: „Es war sehr, sehr gut, dass Teile der Gesellschafter der Mannschaft erklärt haben, wie es ist. Es hat nichts mit dem sportlichen Bereich zu tun“, berichtet der Trainer. „Das war ein gutes, deutliches Signal. Mehr brauchen die Burschen nicht zu hören. Es gibt nichts, was uns stört. Und jeder muss mit so etwas umgehen können.“ Auch das Gespräch zur sportlichen Sondierung, wie es über die Saison hinaus weitergeht, fand statt. „Der Verein muss Weichen stellen, klar“, sagt Heiß. „Ein Arnoldas Bosas schießt Tore am Fließband. Das sehen andere Vereine auch. Aber das wissen die Gesellschafter genauso gut.“

Alles rund um den Wechsel in der Eisbären-Geschäftsführung finden Sie hier.

Erste Reihe ist wieder komplett

Der Eisbären-Coach hat wieder genug zu tun mit den Veränderungen in dieser Woche zu tun. Positiv dabei: Stürmer Benjamin Kronawitter (zuletzt in Landshut gesperrt) und Verteidiger Tomas Gulda (vergangenes Wochenende krank) sind wieder dabei. „Vor allem Bens Fehlen hat uns unglaublich wehgetan“, ist Heiß froh, dass der dritte Mann zu Liga-Toptorjäger Bosas und Liga-Topskorer Nikola Gajovsky wieder dabei ist. „Die verstehen sich fast blind und er setzt körperliche Akzente. Ein 18-, 19-Jähriger wie Jakub Felsoci eben nicht ersetzen.“

Allerdings ist die Frage, ob Jason Pinizzotto dabei sein kann. „Er hat Probleme am Oberschenkel“, sagt Heiß. Zudem kam diese Woche die Anfrage aus Bayreuth, dem DEL-2-Partner mit Regensburger Personal zu helfen. Philipp Vogel, Xaver Tippmann, Jakub Felsoci und Felix Schwarz kamen am Dienstag beim 0:2 der Tigers beim SC Riessersee zum Einsatz und auch für das Heimspiel am Freitag gegen Tabellenführer Bietigheim haben die Oberfranken Unterstützung angefordert. „Jakub Felsoci wird fahren, und entscheide ich noch zwischen Vogel und Schwarz“, überlegt Heiß und will seinerseits für die Freitagspartie gegen Waldkraiburg zwei EVR-Youngster aus dem DNL-Team nachziehen. „Das muss ich auch noch mit Stefan Schnabl abstimmen.“

So sieht Christian Sommerer, der neue Mann an der Spitze der Eisbären-GmbH, die Zukunft.

Bis hierher hat sich der kurze Trainer-Dienstweg der Kooperation Regensburg/Bayreuth zwischen Heiß und Sergej Waßmiller bewährt. „Wir kennen uns gut. Jeder kann sich in den anderen hineindenken“, sagt Heiß, „und wir telefonieren jede Woche ein-, zweimal und wissen um die Situation des anderen. Es profitieren beide.“ Zuletzt war Felix Linden vergangene Woche gegen Memmingen aufgetaucht. „Wenn er in Bayreuth als gelernter Verteidiger wenig Einsatzzeit im Sturm hat, tut es ihm vielleicht gut, wenn er regelmäßig ganze Spiele bei uns in der Abwehr macht“, sagt Heiß und findet es wichtig, wenn seine Spieler höherklassig schnuppern dürfen. „Wenn sie nur auf der Bank sitzen würden, wäre das nichts. Aber sie bekommen ja Eiszeit: Einer hat am Dienstag in der dritten Reihe gespielt, die anderen drei haben regelmäßig als vierte Reihe gespielt.“

Einmal leichter, einmal schwerer

Wer Beppi Heiß ärgern will, könnte es für das Wochenende so versuchen: Mit Kellerkind Waldkraiburg wartet erst ein leichter, obendrein auch arg personalgeschwächter Gegner zuhause, dann geht es mit Peiting zu einem zuletzt fünfmal in Serie siegreichen schweren Kaliber auswärts. „Klar sind wir gegen Waldkraiburg Favorit. Das weiß jeder. Aber sie haben einige gute Spieler und einen guten Torwart“, verweist Heiß trotz eines 7:3 und 10:0 in den ersten zwei Duellen auf Löwen-Keeper Korbinian Sertl und Co.. „Ungefährlich sind die nicht. Es bedarf der vollen Konzentration. Denn andere Klubs haben schon gegen schwächere Teams verlieren – wir noch nicht!“

Wissenswertes zu den Eisbären-Spielen

  • Freitagsgast EHC Waldkraiburg:

    Die Oberbayern sind Vorletzter der Tabelle und entließen als erster Klub der Oberliga-Süd-Saison den Trainer. Sergej Hatkevitch (51) räumte nach dem 3:13 gegen Deggendorf seinen Posten, bleibt dem Klub aber als Hauptkoordinator und Nachwuchstrainer erhalten. Seit 22. November coacht Hatkevitch-Vorgänger Rainer Zerwesz interimsmäßig und soll spätestens Mitte Dezember von einem neuen Mann an der Bande abgelöst werden.

  • Sonntags-Gastgeber EC Peiting:

    Die Mannschaft von Sebastian Buchwieser, die zu Anfang der Saison schon einmal Tabellenführer war, ist eines der Teams der Stunde. Damals gab es in den ersten sechs Spielen fünf Siege für das Team des ehemaligen Regensburger „Spielers der Saison“, Andreas Feuerecker. Zuletzt waren es sogar fünf Siege am Stück für Peiting – bei 31:11 Toren gegen Weiden (zweimal), Deggendorf, Waldkraiburg und Rosenheim durchaus auch gegen Topteams.

  • 23 Tore:

    Mit dieser Marke nach 16 Einsätzen beeindruckte der Litauer Arnoldas Bosas. Der Mann mit der Rückennummer 33 führt die Torschützenliste der Liga klar vor dem Deggendorfer Kyle Gibbons (16) und dem Weidener Martin Heinisch (15) an. Witzig am Rande: In der DEL 2 hat bei Dresden mit Tadas Kumeliauskas ebenfalls ein Litauer angeheuert. Seine Bilanz nach drei von vier Probespielen: Ein Tor und eine Vorlage.

  • 82 Tore:

    Soviele Tore haben die Eisbären insgesamt geschossen, davon 45 zuhause in der Donau-Arena – und alleine 17 in den beiden Duellen mit dem heutigen Heimgegner Waldkraiburg.

Das Sonntagsspiel in der Fremde ist für Beppi Heiß weit, weit weg – und die Personalsituation dann ohne Verleih- und Leihspieler („Das DNL-Team spielt dann selbst) wieder anders. Eins aber hat den Trainer massiv gestört: Zweimal fünf Gegentore in Selb und Landshut sind zuviel. „Wenn du vier Tore in Landshut, sollte das reichen, um zu gewinnen.“ Die Maxime der betonten Defensive galt von Anfang an. „Ich habe der Mannschaft Wegweiser an die Hand gegeben, dass wir maximal zwei Gegentore kriegen. Dann haben wir mit unserer Offensive immer die Chance zu gewinnen. Das ist der Prozess, an dem wir arbeiten. Wenn es Richtung Playoffs geht, sollte die Zwei stehen.“

Auch diese Woche war das Schwerpunkt der Trainingsarbeit. „Wir können es nur immer wieder sagen und zeigen. Es geht nicht um den schönen Pass, sondern darum konsequent zu handeln. Wir haben eben viele unerfahrene Spieler. Aber da möchte ich gar nicht darauf herumreiten.“

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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