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Eisbären
Dienstag, 20. Februar 2018 5

Eishockey

Charaktertest für Igor Pavlovs Eisbären

Ob in Regensburg oder in Weiden: Das direkte Duell wird zum Endspiel um Rang sieben erhoben. Feiert Alt sein Comeback?
Von Heinz Gläser

Es geht wieder gegen die Blue Devils: Yannik Baier (Nummer 92) und seine Teamkollegen können Rang sieben weiter zementieren. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Der Volksmund weiß: Übung macht den Meister. Igor Pavlov weiß: Das stimmt. Also lässt der Trainer der Regensburger Eisbären im Training exzessiv Torschüsse üben. Zur Not „35 000-mal“, wie er beim Fan-Abend am Montag im Regensburger Antoniushaus sagte; damit es am Spieltag wieder klappt mit den Toren. Denn zuletzt beim 1:4 gegen Sonthofen überboten sich Arnoldas Bosas & Co. im Auslassen bester Möglichkeiten. An diesem Freitag (20 Uhr) im Heimspiel gegen die Blue Devils aus Weiden und am Sonntag (19 Uhr) bei den Sonthofen Bulls will Pavlov mehr Effektivität sehen.

Die Chancenverwertung seines Teams rangiert also aktuell ganz oben auf der Agenda des 53-Jährigen. Aber sie steht dort nicht mutterseelenallein. „Natürlich war das gegen Sonthofen deutlich zu wenig. Aber es geht mir auch um andere Dinge – wie den Charakter der Mannschaft“, sagt Pavlov.

Polster von fünf Punkten

Wann ließe sich dieser Charakter besser unter Beweis stellen als im Oberpfalz-Derby gegen die Blue Devils? Die ohnehin vorhandene Rivalität wird durch die Tabellensituation noch geschürt. Die Weidener rufen die Begegnung bereits zum „Endspiel um Platz sieben“ aus, und Pavlov ist mit dieser Einstufung völlig einverstanden: „Das sehe ich genauso.“ Mit fünf Punkten Polster auf die „blauen Teufel“ auf Rang acht gehen die siebtplatzierten Eisbären in dieses Meisterrunden-Duell der Eishockey-Oberliga Süd.

Lesen Sie hier ein Interview mit Eisbären-Torhüter Peter Holmgren.

Beim äußerst wichtigen 6:4-Sieg in Weiden vor einer Woche hatte Pavlov noch einen ausgeprägten „Jugendstil“ gepflegt und gleich ein Sextett aus dem DNL-Nachwuchsschuppen des Stammvereins EVR zu den Eisbären hochgezogen. Diesbezüglich will er sich diesmal etwas zurückhalten. Stand Donnerstagnachmittag waren Jan Stellmann und Fabian Birner zwei Kandidaten für das Weiden-Spiel, doch stand die finale Abstimmung zwischen Pavlov und Stefan Schnabl noch aus. Die Doppelbelastung könnten seine Jungs jedenfalls locker verkraften, sagt der sportliche Leiter Schnabl: „Die stecken das weg. Wir haben ja im Sommer gut trainiert.“

Eine interaktive Tabelle der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga Süd finden Sie hier.

Igor Pavlov kann es sich leisten, etwas weniger auf die DNL-Talente zurückzugreifen, die mit ihrem Team die Qualifikationsrunde der U20 Division I erreicht haben – sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde. Nicht zuletzt dank der Neuzugänge Petr Gulda und Steven Maier hat sich die personelle Situation bei den Eisbären etwas entspannt. Ob es gegen Weiden und in Sonthofen für ein Comeback von Verteidiger Sebastian Alt reicht, blieb jedoch offen. Während Schnabl äußerst optimistisch ist („Sebastian ist beschwerdefrei und guter Dinge. Er strahlt Vorfreude aus“), lässt Pavlov Vorsicht walten: „Er ist noch nicht hundertprozentig fit.“ Alt trainiert zwar voll mit, hatte aber wegen anhaltender Beschwerden nach seiner Gehirnerschütterung zwei Comeback-Versuche vorzeitig abbrechen müssen.

Ebenfalls wieder im Training, allerdings noch ohne Körperkontakt, ist Korbinian Schütz. Er ist fürs Wochenende noch kein Thema, ebenso wie Alexander Eckl. Im Fall Xaver Tippmann wird es eventuell erst wieder zu den Playoffs im März reichen.

Laut Pavlov hilft Kapitän Peter Flache weiterhin in der Verteidigung aus. Im Eisbären-Tor wird Peter Holmgren stehen, der nach seiner langen Verletzungspause möglichst viel Spielpraxis sammeln soll.

Mit einem Lächeln in die Kabine

Vor dem Charaktertest gegen Weiden nahm sich der Regensburger Coach nochmals seine Leistungsträger und speziell den vor einer Woche zu einer Denkpause verdonnerten Jason Pinizzotto verbal zur Brust. Diese Routiniers müssten „Vorbild sein und jeden Morgen mit einem Lächeln in die Kabine kommen“, fordert der 53-Jährige. Sie müssten „den jungen Spielern signalisieren: Ich bin für euch da!“

Eine Karte mit den Eisbären-Gegnern der Meisterrunde finden Sie hier.

Auch wenn sich Weiden am vergangenen Wochenende zuerst den Eisbären und dann Deggendorf beugen musste, ist dort die Hoffnung auf den siebten Platz noch nicht zerstoben. Allerdings hat Trainer Ken Latta einige Verletzungssorgen. Sie betreffen Ralf Herbst (Gehirnerschütterung), Daniel Willaschek (Schulter) und Ex-Eisbär Barry Noe (muskuläre Probleme). „Die Entscheidung wird kurzfristig fallen“, heißt es bei den Blue Devils.

Für die Eisbären verspricht auch der Gegner Sonthofen ein interessantes Duell. Die Bulls knüpften am Sonntag in der Donau-Arena an ihre Leistungen in den Playoffs im vergangenen Jahr an, als sie für das frühe Aus der Regensburger sorgten. „Die sind clever! Sie machen teilweise nur das Nötigste, und dann erwischen sie dich in zwei Powerplay-Situationen“, zieht Igor Pavlov vor Sonthofen den Hut.

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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