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Eishockey

„Der Trainer ist das Allerwichtigste“

Oberligist EVR und Vorstand Köcher stehen vor Weichenstellungen. „In ganz Deutschland wird darüber geredet, was bei uns abläuft“, sagt Sven Gerike.
von claus-Dieter wotruba, MZ

Nicht nur EVR-Vorstand Christian Köcher möchte, dass sich die erfolgreiche EVR-Nachwuchsarbeit in der Zukunft widerspiegelt. Foto: Nickl

REGENSBURG. Aller guten Dinge sind drei: Die bekannte Redewendung könnte auf die Eishockey-Oberliga zutreffen. Die Indizien steigen, dass die Liga für die Saison 2012/13 tatsächlich auf zwölf Klubs wächst. Das größte Fragezeichen ist nach dem Einzug ins Playoff-Finale (gegen Duisburg oder Dortmund) ausnahmsweise sportlicher Natur und heißt Bad Tölz. „Steigt Tölz tatsächlich auf, spielen wir wohl zu elft“, sagt Christian Köcher, der Vorstand des EV Regensburg.

Aller guten Dinge aber sollen auch beim EVR drei sein. Nach einer Oberliga-Spielzeit voller Wechselhaftigkeit, Irritationen und Rätseln, zu denen auch die glanzvolle Rückkehr in den Playoffs mit dem von 0:2 in 3:2 nach Siegen gedrehten Duell gegen Peiting gehörte, stellt der Klub dieser Tage seine Weichen. Zwei Wochen nach dem Aus gegen Duisburg ist noch nicht viel nach außen gedrungen, wie sich der EVR das Oberligajahr drei vorstellt.

„Dass in der ersten Mannschaft nicht alles reibungslos lief, ist absolut unstrittig“, sagt Sven Gerike, der Mann, der vor vier Jahren nach dem Zusammenbruch der Eisbären das sportliche Zepter übernahm. Der 35-Jährige verweist aber auf die rasante Entwicklung und eine Erfolgssaison ohnegleichen mit den deutschen Titeln für Jugend, der auch den DNL-Aufstieg bedeutet, und Junioren als Zuckerstücken. „Wir hatten von fünf bis zehn Jahren geredet, aber es sind erst vier vorbei“, sagt Gerike.

Schüler schlagen Eisbären Berlin

Daneben lieferten die Schüler mit Platz vier nur ein Pünktchen hinter dem Zweiten bei der DM-Endrunde in Bad Tölz Bemerkenswertes ab und schlugen beispielsweise die Eisbären aus Berlin. „Wir sind jetzt in allen Altersklassen in den höchstmöglichen Ligen“, sagt Sven Gerike stolz.

Obendrein schaffte die als Unterbau gedachte zweite Mannschaft mit nur einer Niederlage, einem gewerteten Spiel, den Landesliga-Aufstieg. „Wir mussten heuer Gas geben und wollten mit aller Macht dahin, wo wir jetzt sind“, erklärt Gerike die große Anstrengung mit allgemeinen Eishockey-Plänen. „Es könnte sein, dass es die letzte Chance war, regulär in die DNL aufzusteigen“, sagt Gerike und berichtet von einer künftigen Relegation. „Jetzt spielt der EVR eine Rolle“, sagt der Mann, der gerne an das große Ganze denkt. „In ganz Deutschland wird darüber geredet, was in Regensburg abläuft.“ Siehe auch Ex-Bundestrainer Hans Zach, der in einer Live-Übertragung vergangene Woche im Bezahlfernsehen die EVR-Leistungen würdigte.

„Das Ziel ist und bleibt, am Tor der 2. Bundesliga anzuklopfen. Dabei müssen wir aber am Konzept festhalten“, sagt Gerike. Wenn es nach ihm geht, erfordert das zwei Schritte. Erstens: „Du musst einen Schnitt machen und die jungen Spieler hochziehen. In den Playoffs haben wir einen Welter oder Schmitt ja reingeschmissen – und da kommt noch mehr in der Richtung.“ Zweitens: „Wir müssen extrem viel Gas geben, um den Standard zu halten. Das Fundament ist gebaut, aber wir sollten mit den Klein- und Kleinstschülern wieder so arbeiten wie früher, als vier, fünf Trainer für 20 Kinder auf dem Eis standen.“

Die Zukunft liegt in hauptamtlichen Trainern für die erste Mannschaft und den Nachwuchs, wie er nach dem DNL-Aufstieg ja auch offiziell gefordert ist. „Da ist natürlich Stefan Schnabl erster Ansprechpartner“, sagt Christian Köcher über den 43-jährigen Coach, der 2007 mit Schüler und Jugend in die Bundesliga einzog und jetzt zweimal deutscher Meister wurde. „Das hat er sich verdient.“

Ex-Peitinger Sulak ein Kandidat

Für das Oberligateam gibt es seit einiger Zeit Gerüchte über den in Peiting ausgeschiedenen Alexej Sulak. „Er ist einer der Kandidaten“, sagt Köcher. „Aber da sind noch andere. Wir wissen, dass das die allerwichtigste Position ist und erst nach der Trainerverpflichtung eine gezielte Kaderplanung beginnen kann. Ich hoffe, dass wir bis zum Abschlussfest am 15. April Ergebnisse präsentieren können.“

In den Händen der beiden Trainer soll künftig auch die sportliche Leitung liegen. „Sven hat das angeregt. Er hat ja unheimlich viel um die Ohren. Er übernimmt das Marketing von Andi Dörfler, der sein Studium fertig macht. Sven bleibt aber in allen Fragen eingebunden.“ Auch Gerike, der gerne weiterspielen würde („Eine Abschiedstournee durch die Stadien zum Zehnjährigen beim EVR würde ich mir wünschen“), ist froh darum: „Das war immer ein Spagat.“

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