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Eisbären
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Eishockey

Eisbären atmen nach Sieg in Lindau auf

Die Paraden von Torhüter Justin Schrörs ebnen den Weg zum 3:1-Erfolg am Bodensee, der den Einzug in die Meisterrunde sichert.
Von Claus-Dieter Wotruba

Gegen Deggendorf (hier Ales Jirik/weißes Trikot im Angriff) hatte Justin Schrörs trotz seiner guten Leistung mit den Eisbären Regensburg das Nachsehen, in Lindau war der Torwart mitentscheidend für den 3:1-Sieg. Foto: Andreas Nickl

Lindau. Der größte anzunehmende Eishockey-Unfall für die Eisbären des EV Regensburg für diese Saison ist verhindert: Mit einem 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) vor 975 Zuschauern am Bodensee beim EV Lindau hat die Mannschaft von Trainer Beppi Heiß zwei Runden vor Ende des ersten Saisonabschnitts einen Platz unter den ersten Acht der Tabelle in der Oberliga Süd sicher, die ab dem 19. Januar in der Meisterrunde bis 4. März die Plätze für die Playoff-Runde mit den Nord-Oberligisten ausspielen.

Damit bewahrheitete sich auch an diesem Wochenende, dass die Regensburger jene Teams, die hinter ihnen in der Tabelle liegen, zwar schlagen, aber gegen die Topteams aktuell nur schwer bestehen können. Denn am Freitag hatten 2667 Zuschauer in der Donau-Arena ein Derby-1:5 gegen den Tabellenzweiten Deggendorf erlebt, bei dem die Eisbären von Anfang an einem Rückstand hinterherliefen und obendrein ihre Chancen zu schlecht verwerteten, um die coolen, im Stile einer Spitzenmannschaft auftretenden Niederbayern in Bedrängnis zu bringen. Da half es auch nur bedingt, dass Deggendorfs Coach John Sicinski mitfühlend meinte: „Ich finde, es war viel knapper, als es das Ergebnis sagt.“

„Wir wissen, dass wir vor dem gegnerischen Tor besser sein müssen“, hatte Beppi Heiß nach dem Heimspiel schon gesagt – und musste erst einmal sehen, wie er in Lindau vor dem eigenen Tor klarkam. Das Eisbären-Team musste inklusive von DNL-Nachwuchsmann Fabian Birner mit fünf Verteidigern auskommen, weil Alexander Eckl Rückenprobleme plagen und sich Xaver Tippmann im Samstagstraining wohl so sehr an den Bändern verletzte, dass er wochenlang ausfallen wird. Nikola Gajovsky war unglücklich auf den Youngster gefallen.

Selbstkritik nach Deggendorf

Dafür zeigte der bisher so überzeugende Holmgren-Vertreter Justin Schrörs, dessen Vierwochen-Vertrag über den 15. Januar hinaus verlängert wurde, wie wertvoll er sein kann. „Bisher war das okay, aber ein Spiel habe ich den Jungs auch noch nicht gewonnen“, hatte der 23-Jährige selbstkritisch nach dem Deggendorf-Spiel gesagt. In Lindau hielt er sein Team mit Glanzparaden von Beginn an im Spiel – und ermöglichte so erst eine mit effektiver Chancenverwertung erzielte 2:0-Führung. Erst schnappte sich Franz Mangold nach 12:44 Minuten die Scheibe und überwand Lindaus Schlussmann Dawid Zabolotny, dann sorgte der 35. Saisontreffer des Litauers Arnoldas Bosas, der loszog und noch einen Lindauer ausspielte und traf, 77 Sekunden vor der Drittelpause für Erleichterung.

Einen Spielbericht vom Spiel am Freitag gegen Deggendorf finden Sie hier.

Vielleicht sogar für zuviel Erleichterung, denn schnell wieder musste Justin Schrörs all sein Können aufwenden, um ein flottes Lindauer Anschlusstor zu verhindern. Als sich aber Yannik Baier eine doppelte Zweiminutenstrafe eingehandelt hatte, war das 1:2 nicht mehr zu verhindern. Mit dem Treffer des Ex-Regensburgers Tim Brunnhuber war die gerade gewonnene Ruhe schnell wieder dahin. Erst rettete Bosas in letzter Sekunde gegen Michal Mlynek (32.), dann schien das 2:2 in der 34. Minute Realität, doch der Treffer wurde von Schiedsrichter Erich Singaitis am Ende doch nicht gegeben. Späte Strafzeiten von Philipp Vogel (36.) und Tomas Gulda sorgten für eine druckvolle Lindauer Schlussphase im zweiten Abschnitt.

Zittern und bangen bis zum Ende

Die Partie blieb umkämpft – und eine Torwartpartie. Denn auch Zabolotny im Lindauer Tor ließ wenig zu – und vor dem Tor von Schrörs war und blieb es gleich mehrfach sehr heikel. So zum Beispiel schon früh, als Jason Pinizzoto in Unterzahl die Scheibe am Ende doch aus dem eigenen Drittel brachte (43.). Die rund 100 mitgereisten Eisbären-Fans aber mussten zittern und bangen. Schrörs parierte in der 51. Minuten und vor allem der 55. Minute blendend ¨und eine Strafzeit von Fabian Birner gab den übrigens strafzeitenlosen Hausherren noch eine Gelegenheit. Auch diese brenzlige Situation überstanden die Regensburger. Als Lindaus Trainer Dustin Whitecotton seinen Torwart zugunsten eines Feldspielers vom Eis nahm, traf Jason Pinizzotto ins leere Tor: Der 16. Saisontreffer des Routiniers, der am Samstag 38 Jahre alt wird, könnte erst einmal sein wichtigstes Tor der Saison gewesen sein.

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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