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Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Eishockey

Eisbären unterliegen den Wölfen

Selbs Sturm-Ass Piwowarczyk drückt mit drei Treffern dem glücklichen Sieg der Oberfranken in Regensburg seinen Stempel auf.
Von Heinz Gläser, MZ

Die Partie Eisbären vs. Selber Wölfe gehört zu den Klassikern in der Oberliga. Foto: Nickl

Regensburg.Die Regensburger Eisbären nehmen einen Dämpfer mit in die Deutschland-Cup-Pause: Im Prestigeduell mit dem ewigen Rivalen Selber Wölfe unterlag der Eishockey-Oberligist am Sonntagabend in der Donau-Arena unglücklich mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:1). Das personell ohnehin geschwächte Team von Chefcoach Beppi Heiß musste vor 2298 Zuschauern zwei Tage nach dem 4:1-Derbysieg in Weiden im Schlussdrittel den Ausfall von Sebastian Alt verkraften. Die Blessur des Verteidigers soll aber nicht schwerwiegender Natur sein.

Umstrittene Entscheidungen

Verteidiger Tomas Gulda handelte sich zudem in diesem Abschnitt aus Ärger über eine der vielen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen eine Spieldauerstrafe ein. Die Oberfranken, zuvor punktgleich mit den Oberpfälzern, gehen dank der überragenden Vorstellung ihres dreimaligen Torschützen Kyle Piwowarczyk nun als Tabellendritter in die Pause.

Sekundenbruchteile spielten bei beiden Toren im ersten Drittel eine Hauptrolle. Referee Alexander Singer verbannte aus dubiosen Gründen Herbert Geisberger und wenig später Nikola Gajovsky auf die Strafbank. Beide Male wertete er Kollisionen mit den Torhütern Manuel Kümpel bzw. Peter Holmgren als strafwürdig und entschied jeweils auf unkorrekten Körpereinsatz. Da Eisbären-Verteidiger Sebastian Alt – in seinem Fall zurecht – wegen Spielverzögerung folgte und Geisberger zurück aufs Eis kam, waren die Gastgeber 19 Sekunden in doppelter Unterzahl. Just als Gajovsky die Strafbank verlassen hatte, schlug Kyle Piwowarczyk auf Vorlage von Jared Mudryk zur Selber Führung zu.

Ganz ähnlich erging es den Oberfranken beim 1:1-Ausgleich. David Hördler betrat nach zweiminütiger Auszeit in der Kühlbox gerade wieder das Eis, da traf Arnoldas Bosas per mächtigem Schlagschuss.

Selb war früh durch den Ausfall von Michael Dorr geschwächt, der nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Peter Holmgren behandelt und nach dreieinhalb Spielminuten von der Spielfläche geleitet werden musste. Apropos Spielfläche: Rund fünf Minuten dauerte es im ersten Drittel, bis eine holprige Stelle im Eis ausgebessert war. Und das erste Bully im zweiten Abschnitt ließ auf sich warten, weil der Untergrund einige nasse Stellen aufwies. Ein Manko, das die Spieler in der Donau-Arena schon seit längerem beklagen.

Die 2:1-Führung der Regensburger resultierte aus einer beherzten Scheibeneroberung durch Benjamin Kronawitter, dessen erster Versuch noch geblockt wurde, dessen zweiten Querpass jedoch Bosas fand, der die Vorlage zu seinem 17. Saisontreffer nutzte.

Strafzeiten hüben wie drüben schlossen sich an, der Schiedsrichter blieb seiner kleinlichen Linie treu. Wieder traf es Gajovsky – diesmal wegen Beinstellen, und wieder war die Strafe äußerst umstritten. Selbs Paradereihe nutzte die Powerplay-Situation durch Kyle Piwowarczyk, der sich offensichtlich an diesem Abend ein Wettschießen mit Bosas liefern wollte.

Bei den Eisbären wirkte das Überzahlspiel dagegen oft so, als sei es dem Zufall unterworfen. Für Aufregung sorgte vor der zweiten Pause noch ein unfairer Einsatz von Dominik Müller gegen Holmgren. Mit zwei Minuten wegen hohen Stocks war Selbs Verteidiger noch gut bedient.

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Nur phasenweise hohes Niveau

Die Begegnung war temporeich und spannend, wurde jedoch dem Anspruch eines Oberliga-Spitzenduells nur phasenweise gerecht. Bei Selb wirkte sich der Ausfall von Dorr negativ aus. Die Hausherren haben derweil mit personellen Engpässen zu kämpfen. Nach Lukas Heger (Bänderverletzung) und Leopold Tausch (Unterkörperblessur) mussten auch Alexander Eckl und Peter Flache mit grippalen Infekten passen. Für Flache schlüpfte Franz Mangold in die Rolle des Eisbären-Kapitäns.

Fehlervermeidung hatte für beide Teams im Schlussdrittel Priorität. Nach Piwowarczyks drittem Strich brachten die Regensburger nicht mehr die Energie auf, die Partie noch einmal zu ihren Gunsten zu drehen. Peter Holmgen verließ sein Tor. Ein letztes Anrennen in 6:4-Überzahl, als Dominik Müller die Strafbank drückte, blieb ohne zählbaren Erfolg.

Für die Eisbären geht es nach der knapp zweiwöchigen Deutschland-Cup-Pause am 17. November mit dem Heimspiel gegen Sonthofen weiter. In dieser Woche hat das Heiß-Team trainingsfrei.

Hier können Sie das Spiel im Liveticker nachlesen:

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