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Eishockey

EVR braucht zwölf Siege bis zum Aufstieg

Am Donnerstag beginnen in der Donau-Arena die Oberliga-Playoffs. MZ-Experte Claus Wotruba beantwortet die wichtigsten Fragen.

EVR-Trainer Doug Irwin präsentiert das neue Playoff-Trikot. Foto: Nickl

Wie weit ist der EVR-Weg zum Aufstieg in den Playoffs?

Minimal zwölf, maximal 20 Spiele warten von Donnerstag bis spätestens 24. April, wenn nach längstens 46 Playoff-Tagen ein eventuelles fünftes Finalspiel über die Bühne ginge, auf den EV Regensburg. In jeder der vier Runden kommt das Team weiter, das als erstes drei Siege erreicht (Modus „best of five“). Der Aufsteiger in die DEL 2 braucht also zwölf Siege. Weil die Donau-Arena anderweitig belegt ist, musste der EVR seine ersten beiden Spiele auf den 10. und 16. März (statt wie angesetzt 11. und 15.) verlegen.

Wer sind die Gegner und wie stark sind die Nord-Klubs?

In der ersten Runde bekommt es Südmeister EVR mit einem Südklub zu tun: Ob das Weiden, Sonthofen oder Klostersee sein wird, entscheidet sich erst am Dienstagabend, wenn in der Playoff-Qualifikationsrunde die entscheidenden dritten Spiele anstehen. „Es ist egal, gegen wen es geht“, sagt EVR-Trainer Doug Irwin, der sich Freitag in Weiden und am Sonntag in Grafing noch einmal Live-Eindrücke verschaffte. Irwin ruft seine Mannschaft zu allergrößter Wachsamkeit auf. „In den Playoffs hat oft schon der Achte gegen den Ersten gewonnen.“

Mit den Nord-Klubs, gegen die es ab der zweiten Runde geht, hat sich Irwin in den vergangenen Wochen vermehrt, aber nicht im Detail beschäftigt. „Dafür bleibt genügend Zeit.“ Parallel zum Süden beginnt am Freitag auch im Norden die interne Runde mit den Duellen von Duisburg, das mit 15 Punkten Vorsprung Meister wurde, gegen Leipzig (8.), dem niederländischen Team der Tilburg Trappers (2.) gegen die Hannover Scorpions (7.), den Hannover Indians (3.) gegen den EHC Neuwied (6.) und dem MEC Halle (4.) gegen den Herner EV (5.).

Duisburg, das den EVR in der vergangenen Saison im Halbfinale in die Sommerpause schickte und dann im Finale Freiburg unterlag, gilt als stärkstes Team. Würden sich im Norden die vier bestplatzierten Teams und der EVR in seiner ersten Runde durchsetzen, träfen die Regensburger auf Halle. Dort trug mit Jakub Langhammer ein Tscheche 17 Tore und 38 Vorlagen bei, der in Regensburg aus der vergangenen Saison bekannt ist. Beim EVR vertrat er im Januar 2015 zwei Spiele lang den damals verletzten Louke Oakley.

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Lesen Sie hier: EVR wandelt zwischen Traum und Vernunft

Wie geht es den zuletzt fehlenden EVR-Spielern?

„Da fehlt überhaupt nichts“, sagt Trainer Doug Irwin über das Lazarett. Soll heißen: Bis auf Verteidiger Tomas Gulda („Es schaut aber gut aus, dass er im Laufe der ersten Runde einsteigen kann“) und Torwart Thomas Ower, der wegen seiner beruflichen Neuorientierung zur Polizei in Baden-Württemberg nur noch im Bedarfsfall zur Verfügung steht, fällt zum Start am Donnerstag (20 Uhr) niemand aus. Sowohl Topskorer Nikola Gajovsky nach seinem Eingriff am Meniskus („Mir ging es besser als ich gedacht habe“) als auch der am Knie verletzte Marius Stöber sowie der zuletzt kranke Vitali Stähle sind seit dem ersten Training am vergangenen Donnerstag wieder mit an Bord. Irwin: „Die Stimmung ist super und die Jungs haben super trainiert. Sie sind heiß auf das erste Spiel.“

Welche Neuerungen gibt es in den Playoffs?

Steht es in einem Playoff-Spiel nach 60 Minuten unentschieden, wird in den Playoffs nicht fünf, sondern 20 Minuten im Spiel vier gegen vier verlängert. Neu ist auch das Fassungsvermögen der Donau-Arena, die statt wie bisher mit 4961 Zuschauern künftig bereits mit 4863 Zuschauern ausverkauft ist, weil die Kapazität im Gäste-Stehplatzbereich verringert wurde. Für das erste Spiel sind – Stand Montag – laut EVR-Pressesprecher Stefan Liebergesell „zwischen 2500 und 3000 Karten verkauft“. „Spielen wir gegen Weiden, rechne ich auf alle Fälle mit 4000 Zuschauern plus x“, sagt EVR-Chef Ivo Stellmann-Zidek für den Fall, dass es zum Oberpfalz-Derby käme. Neu sind die Playoff-Trikots, die nur zu Hause zum Einsatz kommen. „Wir haben uns von der von der Farbe Gold nicht ganz getrennt“, sagte EVR-Pressesprecher Stefan Liebergesell am Montag bei der Präsentation des Trikots mit Goldnummern und Goldrand am Montag bei der Brauerei Bischofshof.

Kann der EVR den Aufstieg wirtschaftlich stemmen?

„Unser größter Sponsor ist der Zuschauer“, sagt Ivo Stellmann-Zidek mit Blick auf den stolzen Schnitt von 2774 Zuschauern, der nur in den allerbesten Eisbären-Tagen in der 2. Liga übertroffen wurde. Und weil der EVR-Chef einen Großsponsor nicht vor der Tür stehen sieht („auch wenn wir auf der Suche sind und daran arbeiten“), der die mindestens nötigen 500 000 Euro berappt, hat er Alternativpläne entwickelt. „Die Idee ist simpel und die Botschaft ist die, dass alle, die höherklassiges Eishockey sehen wollen, es selbst in der Hand haben.“ Der EVR startet zum Playoff-Beginn mit dem Verkauf der Dauerkarten, die bis 30. Juni zum Vorzugspreis für Oberliga wie DEL 2 zu haben sind. „Würden wir 4000 verkaufen, hätten wir es geschafft – ohne großen Sponsor.“ Das gilt auch für den DEL-2-Supporters-Club: Zum Preis von 99 Euro wird ein Trikot mit Unterschriftsmöglichkeit für alle Spieler angeboten. „Auch mit 5000 Unterstützer-Trikots wäre der wirtschaftliche Aufstieg erreicht. Ich weiß, das ist sehr optimistisch, auch 3000 würden wohl ausreichen“, sagt Stellmann-Zidek.

Zu einer DEL-2-Zukunft sollen auch die zwei Euro Playoff-Zuschlag auf die Tickets sowie der Verkauf der virtuellen Eisfläche beitragen. „Da ist sowohl für den kleinen Geldbeutel etwas dabei als auch für dauerhafte Unterstützer, die etwas davon haben wollen“, sagte Stellmann-Zidek, der den Fans seine Pläne am Montagabend noch bei einem Fanstammtisch erläuterte.

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