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Eishockey

Kühnhackls machen Camp einmalig

Allzeit-Legende Erich Kühnhackl und Sohn Tom, der Stanley-Cup-Sieger, trainieren in Regensburg 90 Minuten lang Kinder.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Einen prominenteren Eishockey-Namen gibt es in Deutschland nicht: Tom und Erich Kühnhackl (rechts Patrick Ehelechner) waren am Donnerstagnachmittag die Star-Gäste in der Eishockey-Akademie von Peter Flache in Regensburg. Foto: Brüssel

Regensburg.Der kleine Junge drückt sich an der langen Schlange vorbei und fragt schüchtern: „Kann ich denn auch ein Autogramm von Erich Kühnhackl haben?“ Klar, kann er. Bei Papa Kühnhackl ist es ja ruhig: Er sitzt in der Kabine und ist frisch geduscht. Das Autogramm von Sohn Tom hat der Junge schon auf dem Käppi: Jetzt wird es einmalig, weil sich beide verewigt haben. Der Senior ist mit seinen bald 67 Jahren der deutsche „Spieler des Jahrhunderts“ und wohl auf ewig der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft (131 Tore). Der Junior hat mit seinen 25 geschafft, was nicht mal dem legendären Vater gelang: Er hat mit den Pittsburgh Penguins zwei Mal hintereinander den wertvollsten Pokal für einen Eishockeyspieler gewonnen, den Stanley-Cup der berühmten National Hockey League (NHL).

Das ist Tom Kühnhackl

  • Tom Kühnhackls Karriere begann beim EV Landshut. Nach rund 50 Spielen in der Deutschen Nachwuchs-Liga DNL und rund 90 Spielen in der 2. Liga stehen auch vier DEL-Einsätze in der Statistik – allerdings für Augsburg.

  • Seit 2010 tummelte

    sich Tom Kühnhackl in Nordamerika und kämpfte sich dort in fünf Jahren in die NHL nach oben.

  • Bei den Pittsburgh Penguins,

    die ihn 2010 an Position 110 gedraftet hatten, sammelte er seither in 134 NHL-Spielen 38 Skorerpunkte (12 Tore, 26 Vorlagen).

  • Mit seinem 3:2 gegen Lettland

    schoss er im September 2016 das deutsche Nationalteam zu Olympia 2018.

Am Donnerstagnachmittag sind die beiden zu Gast in Regensburg. EVR-Stürmer Peter Flache, dessen Eishockey-Akademie IIHA in diesen Tagen in der Donau-Arena das erste Mal stattfindet, hat den größten Eishockey-Namen Deutschlands in doppelter Ausfertigung geladen. „Hallo, ich bin der Tom“, sagt der NHL-Star simpel, als er sich vor den 30 Kindern vorstellt. Vergangene Woche waren die Sechs- bis Neunjährigen dran, diese Woche sind es die Zehn- bi 14-Jährigen. Tom Kühnhackl stellt sich an den Seitenrand und spielt die Passwand. Später wird der eine oder andere zuhause erzählen können: „Ich habe heute ein Tor geschossen – und die Vorlage kam von Tom Kühnhackl.“

„Sid fragt und alle machen mit“

Ein Camp wie dieses ist in Deutschland ungewöhnlich. Schließlich stehen da ja noch ein paar andere Spieler, die man kennt, mit auf dem Eis: Chris Heid oder Philipp Vogel von den Eisbären zum Beispiel – oder der ehemalige DEL-Keeper Patrick Ehelechner. In Nordamerika sind Angebote wie dieses Usus. „Ich schätze, ich mache das zweimal im Monat“, berichtet Tom Kühnhackl. „Da kommt Sid in die Kabine, fragt und hat kein Problem, jemanden zu finden, der mitmacht.“

Lesen Sie hier, wie Tom Kühnhackl für Peter Flaches Eishockey-Akademie verpflichtet worden war.

„Sid“, das ist Sidney Crosby, der Weltmeister, Olympiasieger, Stanley-Cup-Sieger – einer der ganz großen Eishockey-Namen, einer von etlichen superklangvollen Namen in Nordamerika. „Aber es macht jeder, weil du ja auch etwas zurückkriegst“, sagt Tom Kühnhackl. Er meint den Austausch der Motivation: Die Kinder sind fasziniert von den Stars, die Stars von den Kindern. „Wenn du dieses Strahlen in den Augen siehst, machst du das einfach nur gerne“, sagt Tom Kühnhackl. Als er die Passwand spielt, schießt Vater Erich eine Gruppe weiter hinten mit Peter Flache und Philipp Vogel Tennisbälle quer übers Eis und der Rest der Youngster-Truppe versucht auszuweichen und nicht getroffen zu werden. „Bei den Männern kenne ich das so, dass mit Pucks geschossen wird, damit es auch wehtut, wenn man getroffen wird“, sagt Erich Kühnhackl mit Schmunzeln. Eishockeyspieler der alten Schule sind eben Freunde von härteren Sachen.

Als die 90 Minuten nach einem Abschlussspiel mit allen Mann und vier Toren auf dem Eis vorbei sind, dauert es, bis Papa Kühnhackl zum Umziehen durchkommt. Ein Schwätzchen hier, ein Wiedersehen da. Erich Kühnhackl war schließlich in den bisher erfolgreichsten Regensburger Eishockey-Jahren zwischen 2003 und 2006 1156 Tage jener Eisbären-Trainer gewesen, mit dem sogar vorsichtig an die DEL-Tür geklopft worden war.

40 Minuten Autogramme

Sohn Tom Kühnhackl schrieb sich derweil 40 Minuten die Finger wund, machte unzählige Bilder und Selfies, unterschrieb auf allerlei passenden und unpassenden Utensilien und Trikots. „Das hat Spaß gemacht“, sagte er nach vollbrachtem Tagwerk. „Wenn ich Zeit habe, mache ich sowas gerne. Es könnte alles auch ganz anders sein.“

Nach dreieinhalb Stunden ging es für die Kühnhackls zurück nach Landshut. Es war dringend. Bei Tom Kühnhackl war die nächste Einheit im so wichtigen Sommertraining fällig.

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