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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Eishockey

Regensburger Eisbären hoffen auf Schub

Erfolge zum Vorrundenabschluss gegen Memmingen und Landshut wären atmosphärisch wichtig. Xaver Tippmann fällt lange aus.
Von Heinz Gläser

Einsatzfähige Verteidiger (wie Sebastian Wolsch/3. von links) sind bei den Eisbären weiterhin Mangelware. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Es herrscht eine eigenartige, fast widersprüchliche Stimmung: Der ganz große Druck ist weg, und gleichzeitig wächst er schon wieder. Mit dem 3:1-Sieg beim direkten Konkurrenten Lindau haben die Regensburger Eisbären am Sonntag die Meisterrunde und damit ein Minimalziel erreicht. Ein Ziel, das vor Beginn dieser Saison eigentlich außerhalb der Diskussion stand, aber nun erst am drittletzen Spieltag der Vorrunde in der Eishockey-Oberliga Süd in trockene Tücher gebracht wurde. „Keine andere unter den Top-acht-Mannschaften hatte so viele Verletzte wie wir. So gesehen können wir fast froh sein, dass wir zumindest das erreicht haben“, gibt Routinier Sebastian Wolsch zu bedenken.

Sommerer hat „Erwartungen“

Unterdessen richtet Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer den Blick schon nach vorne aufs Vorrunden-Finish an diesem Freitag (20 Uhr) bei den Memmingen Indians und am Sonntag (18 Uhr) daheim gegen den EV Landshut. Sommerer knüpft in diesen Duellen „Erwartungen“ an Mannschaft und Trainer, wie er sagt. Und er will genau hinschauen. Ein „perfekter Abschluss mit einer überzeugenden Heimleistung“ schwebt ihm vor, jetzt, wo das Team relativ befreit von akuten Sorgen aufspielen kann. Dass ein Erfolgserlebnis im Derby am Sonntag gegen die Niederbayern atmosphärisch einen Schub für die Meisterrunde der besten acht Teams bedeuten würde, sehen auch Wolsch und der leidgeprüfte Eisbären-Coach Beppi Heiß so.

Unterhaltungen mit Heiß erinnern derweil weiterhin an ärztliche Verlautbarungen. „Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, darüber zu reden. Kommt einer der Verletzten zurück, erwischt es schon den nächsten“, klagt Heiß. Neu auf der Liste längerfristiger Ausfälle ist wieder ein Verteidiger, diesmal Xaver Tippmann. Dass es sich um eine ernste Blessur handeln würde, schwante den Eisbären-Verantwortlichen schon nach der 1:5-Heimniederlage am vergangenen Freitag gegen Deggendorf. Nun steht fest: Innenbandeinriss, sechs bis acht Wochen Zwangspause. Zumindest muss Tippmann nicht – wie ursprünglich befürchtet – operiert werden. Die Verletzung wird mit einer Schiene konservativ behandelt.

Damit sind die Reihen der Verteidiger weiterhin so gelichtet, dass sich Yannik Baier dauerhaft mit seiner Rolle als defensive Aushilfe anfreunden muss. Mögliche Rückkehrer aus dem Krankenstand gibt es, aber Beppi Heiß weiß: „Training und Spiel sind nun mal zwei paar Stiefel“.“ Exemplarisch dafür steht Sebastian Alt, der am Wochenende einen weiteren Anlauf unternimmt, um nach überstandener Gehirnerschütterung dauerhaft aufs Eis zurückzukehren. Kevin Schmitt ist zumindest wieder ins Training eingestiegen, Alexander Eckl ist am Wochenende noch kein Thema. Torhüter Peter Holmgren musste sein Comeback aufschieben, weil ihn nun eine Erkältung plagt.

Alle Gegner der Eisbären des EV Regensburg in der Oberliga Süd finden Sie hier.

„Wir haben uns mit Jungs aus dem Nachwuchs über Wasser gehalten“, sagt Heiß, aber das sei keine Lösung auf Dauer. Das EVR-Team in der Deutschen Nachwuchs-Liga verfolge schließlich ebenfalls sportliche Ziele, „wir können denen nicht dauernd die Spieler abziehen“. Fürs Wochenende bedeutet dies konkret, dass Verteidiger Fabian Birner wohl nur im Spiel beim Tabellenzehnten Memmingen nochmals aushilft.

Heiß: „Mehr war nicht drin“

Kurz vor dem Vorrunden-Halali zieht Beppi Heiß für die siebtplatzierten Regensburgern dieses Fazit: „Gut, dass mit dem Erreichen der Meisterrunde wenigstens dieser Druck weg ist. Mehr war angesichts der personellen Situation nicht drin. Die Misere hat bei manchen auch am Selbstvertrauen genagt.“ Positiv stimmt den 54-Jährigen, dass sich die Verteidigung zuletzt stabiler präsentierte. Dabei spielte auch eine Rolle, dass sich die Stürmer defensiv besser einbrachten.

Ansonsten, sagt der Ex-Nationalspieler, sei „Fingerspitzengefühl gefragt“. Heiß will die Belastung so verteilen und dosieren, dass Vielspieler wie Arnoldas Bosas und Nikola Gajovsky ein bisschen durchatmen können, während andere den Anschluss schaffen.

Eisbären-Notizen

  • Justin Schrörs,

    der am 15. Dezember – ausgestattet mit einem einmonatigen Probevertrag – aus Duisburg nach Regensburg gekommen war, bleibt nun, wie erwartet, bis Saisonende ein Eisbär. Schörs habe sich in sieben Einsätzen als „starting goalie“ mit einem Gegentorschnitt von 2,86 und einer Fangquote von 90 Prozent zum erhofften Rückhalt entwickelt, heißt es in der Mitteilung des Klubs. Die Eisbären hatten mit Schrörs’ Verpflichtung auf die Verletzung von Stammtorhüter Peter Holmgren reagiert.

  • Christian Sommerer

    ist aktuell weiterhin auf der Suche nach zwei Verteidigern, um die Ausfälle in der Defensive zu kompensieren. Die Verhandlungen mit einem Kandidaten hätten sich zwischenzeitlich zerschlagen, informierte der Eisbären-Geschäftsführer am Donnerstag; mit einem weiteren sei man in Kontakt.

  • Die Memmingen Indians

    stufen das Duell mit Eisbären als „Generalprobe“ für die Verzahnungsrunde mit den Topteams der Bayernliga ein. Als Tabellenzehnter haben die Memminger die Meisterrunde klar verpasst. Auch Indians-Coach Waldemar Dietrich ist nicht frei von Verletzungssorgen, so fällt Sven Schirrmacher definitiv aus. Die Wege der Regensburger und der Memminger kreuzten sich erst einmal in dieser Spielzeit. Am 24. November behielten die Eisbären in der Donau-Arena mit 7:1 die Oberhand.

  • Der EV Landshut

    und die Eisbären haben sich in dieser Saison schon drei enge Duelle geliefert. Zum Saisonstart triumphierten die damals in Bestbesetzung auflaufenden Regensburger am 29. September mit 3:1 in Niederbayern. Am 13. Oktober (4:3) und am 26. November (5:4) hieß der Sieger jeweils Landshut.

In der Meisterrunde werden ab 19. Januar bis 4. März die Plätze für die Playoff-Runde mit den Nord-Oberligisten ausgespielt. Sommerer hält den ursprünglich mal angepeilten Platz vier angesichts von aktuell 16 Zählern Rückstand auf die dort angesiedelten Selber für „utopisch“. Also gilt die Marschroute, die Wolsch ausgibt: „Wir müssen das Beste daraus machen und noch so weit wie möglich nach vorne kommen“. Ein Grund für die schwankenden Leistungen in der Vorrunde seien natürlich die Verletzungen gewesen, sagt der 33-Jährige. Aber auch der „Leichtsinn“ habe sich gerächt. „Das darf in der Meisterrunde und in den Playoffs nicht mehr vorkommen“, fordert Wolsch, der nach seiner Fingerverletzung noch mit einer Schiene spielt.

Mit einem 3:1-Sieg bei den aktuell drittplatzierten Landshutern waren die Eisbären am 29. September in die Saison gestartet. Wolsch erinnert unter anderem an dieses Spiel, wenn er sagt: „Wir haben ja nicht immer scheiße gespielt.“ Soll heißen: Die Eisbären können es besser. Den Beweis dafür können sie in Memmingen und gegen Landshut gleich antreten.

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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