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Eisbären
Montag, 18. Dezember 2017 5

Interview

Der neue Geschäftsführer hofft auf Fans

Christian Sommerer begann am Liveticker, jetzt ist er Eisbären-Geschäftsführer: „Es war ein schleichender Prozess“, sagt er.
Von Claus-Dieter Wotruba

Christian Sommerer tritt bei den Eisbären die Nachfolge von Stefan Liebergesell – bis ein Geschäftsführer gefunden ist. Foto: Claus Wotruba

Regensburg.Sie saßen früher ja mal bei den alten Eisbären am Liveticker.

Damals ging es los damit. Und bei uns war die Frage: Wer macht das? Das waren dann wir mit Helmut Müller damals – fast bis zur Pleite 2008.

Und wie wird man zum „übergangsweisen“ Geschäftsführer?

Da lagen ja jetzt zehn Jahre dazwischen und einiges an Erfahrung mit der eigenen Firma. Das ist ein Engagement für das Regensburger Eishockey. Ich habe aus dem Beirat die Anfrage bekommen, ob ich das mache, bis wir jemanden haben. Ich habe länger überlegt und dann zugesagt. Ich kann mir die Zeit einteilen und bin flexibel.

Aber im Musikgeschäft ist man doch viel unterwegs?

Ja, aber ich habe meinen Tourplan schon durchgeschaut und auch schon ein paar Sachen abgesagt.

Die ganze Geschichte der Trennung von Geschäftsführer Stefan Liebergesell inklusive eines Kommentars finden Sie hier.

Übergangsweise bedeutet?

Wir fangen an, einen Geschäftsführer zu suchen. Das ist mitten in der Saison nicht so leicht. Eishockey-Geschäftsführer gibt es nicht wie Sand am Meer. Der Plan ist, so schnell wie möglich einen zu finden. Das kann ein Monat sein, zwei Monate oder tatsächlich bis Saisonende dauern. Das ist momentan nicht zu sagen.

Im April war alles neu, später sogar der neue, alte Namen. Jetzt wird eines der tragenden Gesichter ausgewechselt. Da fragt sich alle Welt: Warum?

Wir haben eine Verschwiegenheitserklärung mit der Familie Liebergesell. Dazu kann ich mich nicht äußern.

Das fördert aber vielleicht wilde Spekulationen, oder?

Von unserer Seite wird es dazu kein Statement geben, auch später nicht – wenn alle Seiten sich an die Verschwiegenheitserklärung halten.

Hat die sportliche Situation etwas damit zu tun?

Nein.

Und die finanzielle Situation? Daran denken viele zuallererst.

Nein, auch das nicht. Die finanzielle Situation ist gut. Wir sind in allen Belangen im grünen Bereich. Da muss sich niemand Sorgen machen. Auch der Zuschauerschnitt ist im Soll. Wirtschaftlich gibt es keine Probleme.

Können sich die Eisbären in der dritten Liga einen Geschäftsführer denn überhaupt leisten?

Ja, davon gehen wir aus. Und es ist durchaus wahrscheinlich, dass er nicht aus Regensburg kommt.

Um diese Zeit wird schon für die neue Saison verhandelt.

Wir haben in dieser Woche Gespräche mit der sportlichen Leitung, also mit Beppi Heiß und Chris Heid. Dann gehen wir alles durch.

Auch Spieler oder bei manchen der Trainer stehen in der Kritik, Muss sich jemand Sorgen machen, dass er sich bald auch seine Papiere holen kann?

Da gibt es keinerlei Bestrebungen in irgendeine Richtung.

Das ist Christian Sommerer

  • Der 41-Jährige

    ist studierter Jazzmusiker, Big-Band-Leader, Produzent und Tourmanager. „Ich war zwölf Jahre Geschäftsführer beim besten Jazz-Orchester der Welt. Wenn man das mit Eishockey vergleicht, ist das wie GM bei Team Canada. Da gibt es viele Ähnlichkeiten mit einem Eishockeyteam, nicht nur in der Größe.“

  • „Da lässt sich

    das Eine oder Andere vielleicht übertragen“, sagt Sommerer, für den ein Spiel der New York Rangers das erste Liveerlebnis seines Lebens war. Beim EVR feierte er sein Debüt „irgendwann Mitte in den Neunzigern gegen Bietigheim im alten Eisstadion. Ich habe keine Ahnung, wie das Spiel endete“.

Zur GmbH: War das Konfliktpotenzial bei 13, 14 Personen nicht von Anfang an so groß, dass die Entwicklung absehbar war?

Nein, gar nicht. Das war eine superhomogene Truppe. Durch die Vielzahl an Menschen war es schon ein längerer Diskussionsprozess, aber nie negativ. Die meiste Zeit war vieles sehr einhellig bei Entscheidungen – und auch harmonisch.

Wo kam der Umschwung her? Gab es einen bestimmten Punkt?

Das ist wieder die Verschwiegenheitsfrage. Es war ein schleichender Prozess über zwei, drei Monate.

Und jetzt wird der Schalter gedrückt und Ruhe kehrt ein?

Den ersten haben wir gedrückt. Und wir wissen, dass wir definitiv Defizite haben in Sachen Fankommunikation und Außendarstellung.

Ein Abschlusswunsch vielleicht.

Nicht mehr, als dass wir die Fans bitten, uns Vertrauen zu schenken.

Wie sehen die Machtverhältnisse bei der Eisbären GmbH aus? Ein aktualisierter Überblick:

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