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EV Regensburg
Freitag, 21. Juli 2017 29° 8

Eishockey

„EVR-Spieler der Saison“ heißt Drews

Mit dem Stürmer gewinnt der nächste Regensburger Youngster nach Cody Brenner. Wo er ab Herbst spielt, weiß er noch nicht.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Immer in Kämpferpose: Yannick Drews hat bei der Wahl der EVR-Fans gewonnen. Foto: Nickl

Regensburg.Die Zahlen des 19. Spielers der Saison beim EV Regensburg seit 1999 lesen sich so: 45 Spiele, 34 Skorerpunkte (15 Tore), 22 Strafminuten – und der Mann ist ein gebürtiger Regensburger. „Ich weiß nicht, ob das etwas ausmacht“, sagt Yannick Drews. Mit einem Anteil von 18,09 Prozent der Stimmen kürten die Fans mit dem 19-jährigen Stürmer jedenfalls den nächsten Youngster nach Torwart Cody Brenner zu ihrem Topmann dieser Spielzeit, der im Endspurt Xaver Tippmann überholte (13,81 %) und den „Aufsteiger der Saison“ auf Platz zwei vor Nikola Gajovsky (10,51) verwies.

Die Preisverleihung fiel diesmal in Ermagelung des Grundes einer Abschlussfeier flach und so nahm Yannick Drews seinen Pokal im Verlagsgebäude unseres Medienhauses in Empfang. „Nach dem Ausscheiden in Sonthofen hatte ich die Wahl vor Enttäuschung gar nicht mehr wahrgenommen“, sagt der U-20-Nationalspieler Drews. „Wenigstens persönlich endet es jetzt noch vernünftig für mich.“

„EVR-Spieler der Saison“Sehen Sie hier das Ergebnis der Wahl zum „EVR-Spieler der Saison“.

Siegerpokal als Startsignal

Gut möglich, dass der Siegerpokal die Starttrophäe einer größeren Laufbahn ist. „Das wäre schön“, sagt Drews, der im vergangenen Sommer schon einmal zehn Tage beim DEL-Team der Krefeld Pinguine in der höchsten deutschen Liga schnupperte. Ob sich daraus Rückschlüsse ziehen lassen auf die Saison 2017/18, in der die wenigsten damit rechnen, dass Drews weiter das EVR-Trikot trägt? „Nein, ich habe Regensburg gar nicht abgehakt und mir keine Gedanken gemacht, ob ich hier oder woanders spielen werde. Ich bin nicht so der Typ, der groß vorausplant. Ich mache mir Gedanken, wenn es soweit ist. ich weiß nur, dass ich ein Jahr Pause vom lernen mache und mich solange auf Eishockey konzentriere“, sagt der Youngster mit Lebensweisheit: „Im Leben kommt immer alles anders. Wie auf dem Eis.“

Die gerade so abrupt beendete Saison ist das allerbeste Beispiel dafür. „Wir saßen in der Kabine: Keiner sprach ein Wort oder bewegte sich“, sagt Drews über das Aus nach Spiel vier im Allgäu. „Ein paar Tage später haben wir uns nochmal gesehen, die Kabine geräumt und uns verabschiedet“, sagt der Youngster und analysiert. „Wir haben nicht unser bestes Eishockey gespielt, ja wir waren weit davon entfernt. Sonthofen hat sehr diszipliniert gespielt und aus unseren Fehlern Kapital geschlagen. Einfach, geradlinig, diszipliniert: Mehr braucht’s manchmal auch gar nicht.“

Jetzt hat Drews Pause, „dabei gibt es nichts Schöneres als bei so schönem Wetter noch zu spielen“. Na ja, Pause hat Drews nur vom Eishockey. Der Endspurt in Sachen Abitur steht an. Am nächsten Montag etwa gibt es Noten auf Fußball. „Ball jonglieren, Technik und so weiter“, erklärt der junge Mann. Die nächste Verwandtschaft erkannte den Nutzen des EVR-Ausscheidens übrigens sofort. „Das Erste, was meine Oma gesagt hat, war, dass ich jetzt mehr Zeit für die Vorbereitung aufs Abitur habe“, sagt Drews.

Sehen Sie hier ein Video mit der Pokalübergabe an Yannick Drews und ein Interview mit ihm.

Yannick Drews ist EVR-Spieler der Saison

Während der Saison hatte der Youngster unterschiedliche Rollen gespielt: erst als Sturmführer einer jungen Reihe, dann neben Nikola Gajovsky und teilweise auch Brandon Wong. „Da, wo wir Jungen etwas überhastig daherkommen, machen es Spieler wie die beiden mit ihrer Erfahrung. Mit solchen Spielern ist es einfacher“, blickt Drews zurück. Mit sich selbst war er nicht immer zufrieden. „Ich finde der Anfang war ziemlich holprig und wenig konstant. Aber seit der U-20-WM im Dezember ging es bergauf.“

„Fangen wir mit den Nachteilen an“

Und wie sieht es mit Stärken und Schwächen aus? „Fangen wir mit den Nachteilen an“, sagt Yannick Drews. „An der Fitness kann man immer etwas machen, auch ich – und an der Schnelligkeit. Ansonsten bin ich gut an der Bande, im Zweikampf und ich arbeite. Und wenn ich das mache, meine Ziele im Auge und ein bisschen Glück habe, dann ist alles möglich.“

Das sieht auch Doug Irwin, Drews-Trainer der vergangenen beiden Jahre so. „Er hat sich weiterentwickelt in dieser Saison und hoffe, dass er den nächsten Schritt machen kann. Die DEL 2 traue ich ihm da zu. Er kämpft, ist gut in der Ecke und hat ein gutes Spielverständnis.“ Bleibt die Frage zu klären: Bis Cody Brenner im Vorjahr stand eine Reihe der „EVR-Spieler der Saison“ nach den Wahlsiegen im Folgejahr nicht mehr im Kader. Wie das wohl bei Yannick Drews als „EVR-Spieler der Saison“ ausgehen wird?

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