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Nürnberg Ice Tigers-nachrichten
Mittwoch, 22. November 2017 5

Eishockey

Ice Tigers reagieren auf die Personalnot

Der vom Verletzungspech verfolgte DEL-Klub aus Nürnberg hat Ex-NHL-Angreifer John Mitchell verpflichtet.
Von Daniel Frasch und Thorsten Drenkard

Nürnbergs Spieler bekommen durch John Mitchell Verstärkung. Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Nach absolvierten Spielen der aktuellen DEL-Saison haben die Thomas Sabo Ice Tigers auf das anhaltende Verletzungspech in den eigenen Reihen reagiert und einen hochkarätigen Neuzugang präsentiert: Mit John Mitchell wechselt ein erfahrener Mittelstürmer ins fränkische Nürnberg, der bereits stolze 566 Partien in der National Hockey League (NHL) in Nordamerika bestritt.

Mitchell spielte dabei für die Toronto Maple Leafs, die New York Rangers und die Colorado Avanlache und sammelte dabei 177 Scorerpunkte (70 Tore, 107 Vorlagen).

Zuletzt bestritt Mitchell drei Spiele für die Cleveland Monsters in der American Hockey League. Der Kanadier gilt als harter, aber stets fairer Arbeiter, der weniger als Torschütze in Erscheinung tritt. Der 1,85-Meter große Angreifer beherrscht das physische Spiel und ist sich im Zweifel nicht zu schade, seine Mitspieler zu verteidigen – wenn nötig, auch mit den Fäusten.

Die Karrierestatistiken von John Mitchell:

Am Montag landete John Mitchell mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Nürnberg, am heutigen Dienstag wird der Linksschütze erstmals mit der Mannschaft trainieren. Im besten Falle gibt der Routinier schon Freitagabend im Heimspiel gegen die Kölner Haie seinen Einstand im Tigers-Trikot. „John passt mit seiner Spielweise sehr gut in unser Team und wird uns auch in Über- und Unterzahl helfen“, verspricht Nürnbergs Sportdirektor Martin Jiranek.

Hilfe ist stets willkommen, vor allem nach der enttäuschenden Null-Nummer der Ice Tigers am Sonntagabend in Düsseldorf. Bei der dortigen DEG riss nach fünf Erfolgen hintereinander die Nürnberger Siegesserie. Durch die 0:2-Niederlage in Düsseldorf übernahm der amtierenden Deutsche Meister Red Bull München wieder die Tabellenführung.

Wochenende begann gut

Dabei hatte das vergangene Wochenende gut begonnen für die Franken. In einem hochklassigen und intensiven Topspiel Freitagabend gegen die Eisbären Berlin sicherte sich Nürnberg den Sieg nach Penaltyschießen (2:1) – und damit immerhin zwei Punkte.

Zu verdanken hatte die Mannschaft von Trainer Rob Wilson den Erfolg insbesondere Torhüter Andreas Jenike.

Der 29-Jährige, der für den verletzten Niklas Treutle einsprang, zeigte eine hervorragende Leistung und brachte die Berliner reihenweise zur Verzweiflung. Weil der gebürtige Hamburger auch im Penaltyschießen die Nerven behielt, verteidigten die Ice Tigers vorerst die Tabellenführung.

Seit Sonntagabend finden sich die Franken jedoch auf Rang zwei wieder. Beim Gastspiel in Düsseldorf erwischten Reimer und Co. einen rabenschwarzen Tag und gingen völlig verdient als Verlierer vom Eis. Der behäbige Auftritt war freilich auch die Konsequenz des immer noch andauernden Verletzungspechs.

Auch in Düsseldorf musste Trainer Rob Wilson auf Yasin Ehliz, Patrick Buzas, Colton Teubert, Patrick Köppchen und Torhüter Niklas Treutle verzichten. Die gestiegenen Einsatzzeiten der verbliebenen Spieler machen sich nun körperlich bemerkbar, Nürnberg wirkte physisch und psychisch nicht frisch. Vor allem die dargebotene Leistung in den ersten beiden Dritteln war der eines Tabellenführers nicht würdig. Harmlos und lethargisch schlichen Nürnbergs Spieler über das Eis, einzig Verteidiger Nichlas Torp zeigte eine ansprechende Leistung.

In der Offensive ließen die Tiger jegliche Durchschlagskraft vermissen, das schnelle, geradlinige Spiel, das die Franken seit jeher auszeichnet, war an diesem Eishockey-Abend schlicht nicht vorhanden. Hinzu kamen etliche fahrlässige Scheibenverluste im Spielaufbau. Tom Gilbert, der Anfang November beim Deutschland Cup für die USA auflaufen wird, wirkte ebenso unsicher und unkonzentriert wie die Routiniers Milan Jurcina und Brett Festerling.

Flanagan sorgt für Kopfschütteln

Für Kopfschütteln sorgte zudem Nürnbergs Co-Trainer Mike Flanagan, der in der zweiten Drittelpause von einem „ganz normalen Auswärtsspiel sprach“, das „vielleicht etwas langweilig, aber durchaus effektiv“ sei.

Die Aussage des Kanadiers durfte mehr als Ausdruck der Frustration über die schwache Vorstellung des eigenen Teams verstanden werden, als eine ernst gemeinte Beurteilung der absolvierten 40 Spielminuten.

Im Schlussabschnitt warf Nürnberg noch mal alles nach vorne und erspielte sich eine Vielzahl guter Torgelegenheiten. Doch die Scheibe landete an diesem Abend nicht mehr hinter der Linie, David Steckel scheiterte an Düsseldorfs Torhüter Dan Bakala ebenso wie Phil Dupuis. Nürnberg wachte zu spät auf, die Niederlage ging folglich vollkommen in Ordnung.

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