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Freitag, 15. Dezember 2017 3

Eishockey

Ice Tigers sind in Viertelfinal-Laune

Nach acht Jahren haben die Nürnberger Eishockeyspieler wieder mal ein Entscheidungsspiel gewonnen. Nun geht es gegen Mannheim.
Von Oliver Hepp

Laurin Braun (l.) und Alexander Oblinger (r.) jagen hier nach dem Puck. Die Ice Tigers hatten gegen Berlin die Nase vorne. Foto: imago/Zink

Nürnberg.Der letzte Sieg in einer (Pre-)Play-off-Serie lag vor dem 3:2 gegen Berlin in der Overtime acht Jahre zurück. Kein Wunder, dass Profis und Verantwortliche der Nürnberger Ice Tigers erleichtert und überglücklich über den Viertelfinaleinzug in der Arena am Kurt-Leucht-Weg waren.

„Es freut mich für die Zuschauer, es ist wirklich ein gutes Gefühl, nach acht Jahren mal wieder eine Serie zu gewinnen. Man hat das Gefühl in der Kabine, dass diese Jungs nicht wollen, dass diese Spielzeit zu Ende geht. Dieses Jahr merkst du bei den Jungs eine Euphorie, ein gutes Gefühl in der Kabine“, versuchte Trainer und Sportdirektor Martin Jiranek die Emotionen in Worte zu fassen.

Dabei bewiesen seine Jungs vor allem etwas, das man ihnen abgesprochen hatte: Charakter. Denn lange hatte es danach ausgesehen, als ob die Tiger ihren vergangenen Play-off-Tragödien eine weitere hinzufügen wollten.

Erst führten sie 2:0, dann kamen die Eisbären zurück und stellten zu Beginn der Overtime die Nürnberger an die Wand. „Vielleicht waren wir uns da ein wenig zu sicher. Das Momentum lag bei Berlin, wir haben das Glück aber zurückerzwungen“, meinte Yasin Ehliz, der das 1:0 erzielt und das 2:0 durch Steven Reinprecht aufgelegt hatte. Die erste Reihe erwischte den benötigten Sahnetag und der Knoten platzte.

Zusätzlich erwischte Tim Schüle einen Traumtag. Mit Impulsen im Aufbauspiel, Pfostentreffer und einer starken Laufleistung trieb der sowohl als Verteidiger wie auch als Stürmer einsetzbare Schüle die Mannschaft nach vorne. Und natürlich erzielte ausgerechnet „Play-off-Monster“ (so werden Spieler genannt, die in den Ausscheidungsspielen das gewisse Etwas aus sich heraus kitzeln) Jason Jaspers das Tor zum Einzug ins Viertelfinale.

Dort wird die nächste Aufgabe allerdings nicht leichter. Im Viertelfinale warten ab Mittwoch (19.30 Uhr) im Zwei-Tages-Rhythmus nun die Adler Mannheim, der souveräne Tabellenführer nach der Hauptrunde in einer Best-of-seven-Serie. Von den vier Partien während der Saison konnten die Ice Tigers nur einmal gewinnen.

Der Erzrivale aus der Kurpfalz spuckte zudem in einer unvergessenen Serie mit einem dramatischen Spiel 1 damals den Tigern in die Meistersuppe 2007 – ein weiterer Fakt, der die Rivalität seit Jahren am Köcheln erhält. „Wir sind heiß. Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Mannheim wird ein verdammt harter Gegner. Die sind definitiv der Favorit. Vielleicht können wir überraschen. Wir freuen uns über den Viertelfinaleinzug: Ab Mittwoch gibt es wieder Tore und Emotionen pur“, erklärte ein gut gelaunter Patrick Reimer.

Der verletzte Frederik Eriksson brachte es noch zugespitzter auf den Punkt. „Mannheim hat alles zu verlieren, wir alles zu gewinnen. Wir haben keinen Druck.“ Vielmehr mit dem Drama gegen Berlin ein Schlüsselerlebnis, das Energie freisetzte. Wie weit das tragen kann, bewiesen im Sport viele Teams. Letztes Beispiel ist in der DEL übrigens der ERC Ingolstadt.

Die gewannen im vergangenen Jahr ihre Pre-Play-off-Serie in der Verlängerung von Spiel drei auch mit 3:2. Der Gegner dabei im vergangenen Jahr? Die Eisbären aus Berlin. In Nürnberg werden sie diese Geschichte in den nächsten Tagen wohl des Öfteren erzählen. Nur so natürlich.

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